Russisches Außenministerium: „Der Politik der doppelten Standards ein Ende setzen“

Russisches Außenministerium: „Der Politik der doppelten Standards ein Ende setzen“
Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, kommentiert die Anschläge in Brüssel gegenüber RT und erläuterte die offizielle Haltung Moskaus. Am heutigen Dienstag um 8:00 Uhr Ortszeit erschütterten zwei Explosionen den Flughafen von Brüssel. Später ging eine weitere Bombe in der U-Bahnstation Maalbeek hoch. Nach jüngsten Angaben sollen der Anschlagsserie 28 Menschen zum Opfer gefallen sein.

Welche Hilfe kann Russland Belgien erweisen?      

Zuerst einmal möchte ich unser tiefstes Beileid denjenigen aussprechen, die bei diesen furchtbaren Anschlägen Verwandte und Freunde verloren haben. Ich möchte den Belgiern sagen (und nicht nur ihnen, weil dabei möglicherweise auch Bürger anderer Länder verletzt wurden oder sogar ums Leben gekommen sind), dass wir dem belgischen Volk, aber auch Menschen aus anderen Ländern in dieser furchtbaren Situation beistehen. Wir wissen, was die Terrorangriffe bedeuten. Unser Land hat in den letzten Jahren viele erlebt. Das ist unser gemeinsames Leid.

Ich möchte außerdem sagen, dass man der schädlichen Politik der doppelten Standards, wenn internationale Terroristen in gute und böse eingeteilt werden, endgültig ein Ende setzen muss. Gute Terroristen gibt es nirgendwo in der Welt. Es ist wichtig, das zu wissen und sich zum Ziel zu setzen, den internationalen Terrorismus auf Biegen und Brechen zu besiegen.

Welche Folgen haben die Attentate am Brüsseler Flughafen und in der Metro für die europäische Sicherheit?  

Das bedeutet, dass es höchste Zeit ist, die Anstrengungen im Kampf gegen den internationalen Terrorismus zu vereinen. Wir müssen eine gemeinsame Front zum Sieg über dieses Übel schaffen. Wie gesagt, wir müssen die Anstrengungen auf allen Ebenen vereinen: mithilfe bilateraler Beziehungen und im Rahmen internationaler Organisationen. Beim Zusammenwirken mit europäischen und anderen Ländern müssen wir unser Bestes tun, um die Verbreitung des internationalen Terrorismus in Europa und weltweit zu stoppen.

Bekanntlich durchlebt ganz Europa momentan die akuteste Flüchtlingskrise. Menschen aus verschiedenen Kriegsgebieten fliehen nach Europa. Könnten die heutigen Ereignisse in Brüssel ihrer Meinung nach mit dieser Flüchtlingskrise, mit diesem Flüchtlingsstrom verbunden sein?

Es wäre jetzt sehr gefährlich, voreilige Schlussfolgerungen zu ziehen. Bilanz ziehen und Entscheidungen treffen darf man lediglich aufgrund von offiziellen Informationen. Man muss sich allerdings darüber klar werden, dass all diese politischen Spiele im Nahen Osten ein sehr gefährliches Unterfangen sind.

Nach dem jüngsten Terrorakt in Ankara hat Präsident Erdoğan erklärt, dass Europa, darunter auch Brüssel, zu einem Ziel der Terroristen werden könnten. Washalten SievonseinerAussage?

Ich habe keinen Kommentar diesbezüglich. Ich möchte nur wieder betonen, dass es heute in der Welt keinen Ort gibt, wo man in Frieden und Ruhe leben kann, ohne dass man Gefahr läuft, bei einem Terroranschlag zu sterben. Wir müssen das begreifen und offen zugeben: In der Welt gibt es keinen absolut sicheren Ort. Wir sind alle der Terrorgefahr ausgesetzt, ganz unabhängig davon, wo wir leben.

Maria, was können die russischen Behörden tun, um die Sicherheit der eigenen Bürger hier, in der russischen Hauptstadt zu gewährleisten?

Sie haben völlig recht: Wir müssen an die Sicherheit in unserem Land denken. Wir müssen aber die Anstrengungen vereinen, damit das kein innerer, sondern ein internationaler Prozess der Schaffung eines internationalen Mechanismus der Terrorbekämpfung ist.