Anschläge Brüssel: Russische Behörden warnten

Anschläge Brüssel: Russische Behörden warnten
Russlands Geheimdienste haben Belgien über die mögliche Ankunft von Terroristen informiert. Spezialisten für Terrorbekämpfung gehen davon aus, dass ein Zusammenhang zwischen der Verhaftung der letzten Woche und dem heutigen Anschlag bestehen könnte. Die Ukraine macht ganz etwas anderes: Sie sagt, Putin könnte schuld sein.

Russlands Geheimdienste haben die belgischen Behörden über einen geplanten Anschlag von drei Kämpfern des Terrornetzwerkes „Islamischer Staat“ informiert, berichtet der Fernsehsender „LifeNews“ unter Berufung auf eine Quelle. Dabei hatten die russischen Behörden konkrete Täter im Visier. Demnach sollen die Brüder Iwan und Alexej Dowbasch Ende Februar aus Weißrussland nach Belgien in Begleitung von Marat Junussow gereist sein.

Der 27-jährige Alexej Dowbasch bekehrte sich als erster aus der Gruppe zum Islam und begann mit Extremisten zu verkehren. Unter seinem Einfluss schloss sich sein 23 Jahre alter Bruder Iwan der Gruppe an. Nach Angaben der Geheimdienste fuhren die Brüder Dowbasch zuerst in ein Trainingslager der Terroristen in Syrien. Nach dem Training reisten sie in die Europäische Union.

Am Morgen des 22. März ereigneten sich in der Brüsseler Metro drei Explosionen: in den Stationen „Arts-Loi“, „Schuman“ und „Maalbeek“. Vorher hatte sich ein Selbstmordattentäter am Flughafen der belgischen Hauptstadt gesprengt.

Die Sicherheitsdienste Belgiens und anderer europäischer Länder hätten nach der Verhaftung eines der mutmaßlichen Organisatoren der Pariser Anschläge, Salah Abdeslam, die Sicherheitsvorkehrungen verschärfen sollen, meint der Vorsitzende des Veteranenverbandes des russischen Anti-Terror-Kommandos Alpha, Sergej Gontscharow.

Die Explosionen am Flughafen und in der U-Bahn der belgischen Hauptstadt seien möglicherweise eine Antwort der Terroristen auf die Verhaftung eines der mutmaßlichen Hintermänner der Pariser Anschläge, glaubt Sergej Gontscharow.

„Ich bin geneigt zu glauben, dass dieser Terrorakt als eine Art ʻAntwortʼ auf die Festnahme von Abdeslam, dem Leiter der Terrororganisation gilt“, sagte Gontscharow in einem Interview für den TV-Sender Rossija24.        

Nach der Meinung des Experten hätten die Geheimdienste Belgiens und anderer europäischer Länder nach dem Arrest von Abdeslam die Sicherheitsvorkehrungen verschärfen sollen. Eine große Zahl von Kämpfern sei nach Europa zusammen mit Flüchtlingen gekommen.

„Das ist der Krieg, den sie der Europäischen Union und der ganzen Welt erklärt haben. Ich wiederhole: Man muss darauf gefasst sein. Die Geheimdienste müssen sich darüber klar werden, wieviele Kämpfer sie auf dem Territorium ihrer Länder momentan haben“, fügte Gontscharow hinzu.

Eine andere, etwas originellere These, stellte der Chef des ukrainischen Sicherheitsdienstes, Wasilij Grizak, auf. Russland stecke hinter den Angriffen in Paris und Brüssel, berichtet Liga.net unter Berufung auf den Chef des ukrainischen Sicherheitsdienstes.

„Kein Wunder, wenn die Attentate ein Trick von Russland im Hybrid-Krieg sind. Jetzt wird doch die Schuld dem Islamischen Staat zugeschrieben. Ich mache keine Feststellungen, nur Vermutungen“, so Grizak.

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa seine Erklärung als „höchst zynisch“. Zuvor hatte die Ukraine schon verbreitet, Russland könnte an den Terroranschlägen in Paris beteiligt gewesen sein.