Italiens Ex-Premier: Die EU begeht viele Fehler im Verhältnis zu Russland

Italiens Ex-Premier: Die EU begeht viele Fehler im Verhältnis zu Russland
Romano Prodi bezeichnete die Russland-Politik der EU als „politischen und wirtschaftlichen Selbstmord“. Seiner Meinung nach sollten Moskau und Brüssel die wirtschaftliche Zusammenarbeit neu starten und den kulturellen Austausch ankurbeln.

Italien will die Beziehungen mit Russland verbessern, doch steht diesem Projekt die EU-Politik im Weg. Das erklärt Romano Prodi, der ehemalige Ministerpräsident Italiens und Ex-Präsident der Europäischen Kommission im Gespräch mit der russischen Zeitung Izwestija. Das Problem sei, dass die EU mehrere Fehler bei den Beziehungen mit Russland begeht:

„Jedem europäischen Land fällt es schwer, dem EU-Kurs zuwiderzulaufen. Italien will seine Beziehungen mit Russland verbessern. Aber die Mittel dazu sind stark von der gemeinsamen EU-Außenpolitik eingeschränkt. Ich glaube, Russland muss sein Bestes tun, um den EU-Mitgliedern zu helfen, die für positive Entwicklung der Beziehungen mit Russland stehen“, so Prodi gegenüber Izwestija.

Romano Prodi erklärte, dass Europa mehrere Fehler in Beziehungen mit Russland begeht. Dies komme einem "politischen und wirtschaftlichen Selbstmord" gleich. Russland und die EU sollen wirtschaftliche Zusammenarbeit wieder aufnehmen und den kulturellen Austausch vorantreiben.

„Ohne eine Zusammenarbeit mit Europa kommt die Modernisierung Russlands nicht in Schwung. Man sollte den politischen Dialog beginnen, wirtschaftliche Beziehungen wiederaufnehmen und weiterhin humanitäre Zusammenarbeit entwickeln. In unserer globalisierten Welt werden alle einen Vorteil daraus ziehen“.

Röhren auf dem Deck des S-Master-Röhrenlegers aus dem Schwarzen Meer: Hier wird die Dzhubga-Lazarevskoye-Sochi-Pipeline verlegt.

Der italienische Politiker betonte die Notwendigkeit der EU-Russland-Zusammenarbeit in der Weltpolitik. Ohne Dialog können unterschiedliche Gruppen und Länder Missverständnisse zwischen Brüssel und Moskau ausnutzen und Türen für die Terroristen aufmachen. Romano Prodi bezeichnete den Kampf gegen internationalen Terrorismus als die größte Herausforderung, die man zusammen treffen soll, und erklärte, dass die Zusammenarbeit in diesem Domain die Migrationskrise stabilisieren lässt.

Zuvor hatte Dmitri Peskow, Sprecher des russischen Präsidenten, mitgeteilt, dass der ehemalige Ministerpräsident Italiens in Moskau auf Privatbesuch weilt und sich mit Wladimir Putin treffen wird.