Petition #JusticeForKurds – RT appelliert mutmaßliches Massaker an Kurden in Cizre aufzuklären

Petition #JusticeForKurds – RT appelliert mutmaßliches Massaker an Kurden in Cizre aufzuklären
RT hat am 17. und 18. März über mutmaßliche Massaker und Menschenrechtsverletzungen in Cizre durch das türkische Militär berichtet. Das gesammelte Material wurde an verschiedene NGOs und internationale Organisationen übergeben. Da diese bisher noch keine detaillierte Antwort darüber geben wollten, ob sie den Vorwürfen nachgehen werden, hat RT nun eine Petition in mehreren Sprachen gestartet. Prominente Stimmen unterstützen die Forderung.

Ziel der Petition, die auf der Plattform Change.org unterschrieben werden kann, ist es, dass eine unabhängige Organisation den Vorwürfen nachgeht und die Anschuldigungen überprüft. Hierbei geht es nicht nur um Vertreibungen und Bombardierungen ganzer Städte. In den gesammelten Aussagen und Berichten ist die Rede von Massenhinrichtungen, Enthauptungen und Verbrennungen bei lebendigem Leibe.

All dies soll im Rahmen der türkischen Militäroperation gegen die PKK im Südosten des Landes geschehen sein. Efkan Âlâ, der türkische Innenminister, bezeichnete das Vorgehen in Cizre als „äußerst erfolgreiche Operation“, die im Februar beendet wurde. Im Rahmen der sogenannten „Anti-Terroroperationen“ gehen seit Ende Juli türkische Sicherheitskräfte gegen Strukturen der „Kurdischen Arbeiterpartei“ im Südosten des Landes vor. Die türkische Luftwaffe bombardiert regelmäßig das traditionelle Aufmarsch- und Rückzugsgebiet der Kurdenorganisation im Nordirak, Kandil-Gebirge. Amnesty International hingegen kritisiert, dass die Maßnahmen „an Kollektivbestrafungen erinnern“ würden.

Sollten die Anschuldigungen zutreffen, dann war die Operation vor allem erfolgreich im Töten der Zivilbevölkerung. Laut der Human Rights Foundation haben während des Ausnahmezustandes in Cizre mindestens 224 Zivilisten ihr Leben verloren.

Wie die folgende Karte veranschaulicht, wurde die Anti-Terror-Operation aber nicht nur in Cizre durchgeführt. Aufgrund des Ausmaßes der Anschuldigung muss eine unabhängige Organisation sich mit dem Fall beschäftigen.

Alexander Neu (MdB, Die Linke) kommentiert die Vorwürfe wie folgt:

„Die Bundesregierung soll endlich aufhören mit Erdogan, dem Kurdentöter zu kooperieren. Menschenrechte gelten überall und nicht nur in nicht genehmen Staaten. Dieses Massaker bedarf Aufklärung durch internationale unabhängige Untersuchungen.“

Auch Willy Wimmer (Staatssekretär a.D.) erklärte sich zu einer Stellungnahme bereit:

"Es ist überfällig, dass sich das Internationale Kommittee vom Roten Kreuz, gemeinsam mit dem Roten Halbmond, intensiv mit den angeblichen massakerhaften Vorfällen in Cizre beschäftigen und die internationale Öffentlichkeit über die Erkenntnisse umgehend unterrichten. Unabhängig von dieser längst fälligen Untersuchung sollte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen und der Generalsekretär der OSZE sowohl die Türkische Republik als auch die kurdischen Repräsentanten in den betroffenen Siedlungsgebieten der Kurden auffordern, sich zu mäßigen und auf absehbare Zeit neues und weiteres Blutvergießen einzustellen. Alle Akteure, die hinter der Türkischen Republik und hinter den kurdischen Organisationen stehen. sollten darauf hinwirken, daß Provokationen jeder Art unterbleiben."

Der syrische Journalist Aktham Suliman äußerte sich per Videoschalte gegenüber RT Deutsch zu dem mutmaßlichen Massaker an Kurden in der Stadt Cizre: