US-Kongress: „Die Drogenbekämpfung in Afghanistan ist gescheitert“

US-Kongress: „Die Drogenbekämpfung in Afghanistan  ist gescheitert“
Bei den jüngsten Anhörungen im US-Repräsentantenhaus hat das Pentagon den Parlamentariern einen Bericht über den Verlauf der Drogenbekämpfung in Afghanistan erstattet. Das Fazit: Trotz milliardenhoher Ausgaben und langwieriger Militäreinsätze ist die Opium-Produktion im zentralasiatischen Land gestiegen.

Im Repräsentantenhaus fanden vor kurzem Anhörungen unter Beteiligung von Mitarbeitern der US-Verteidigungsbehörde statt: Sie mussten den Abgeordneten einen Bericht über den Verlauf der Drogenbekämpfung in Afghanistan erstatten, die seit mehr als 15 Jahren geführt wird. Das US-Unterhaus musste sich dabei eine wenig tröstliche Bilanz anhören, schreibt das Magazin „Reason“. „Der Kampf gegen die Drogenproduktion in Afghanistan ist völlig gescheitert“, zitiert das Blatt den Kongressmann Thomas Massie.

Seit 2002 investierten die Vereinigten Staaten in den Wiederaufbau Afghanistans 113 Milliarden US-Dollar. Das Geld ging für die Ausbildung und Bewaffnung der afghanischen Armee drauf, die das US-Militär selbst nach 15 Jahren weiterhin unterstützen muss, und die von vielen amerikanischen Experten als kampfunfähig bezeichnet wird. Die restlichen Mittel wurden für den Aufbau der Verwaltungs- und Staatsorgane, darunter die Drogenbekämpfung, verwendet.    

Nachdem die USA die Taliban 2001 gestürzt hatten, verdreifachte sich die Opium-Produktion. Laut einem Bericht des UN-Sicherheitsrates bezieht die Miliz, die vor dem Einmarsch der US-Truppen gegen die Dealer vorgegangen war, heute ein Drittel ihres Einkommens ausgerechnet aus dem Drogenhandel. 90 Prozent des weltweiten Heroinmarktes entfallen auf Afghanistan. Schlafmohn wird nun auf einer Fläche angebaut, die zwölfmal so groß wie Washington ist.

Insgesamt seien für den Kampf gegen die Drogenproduktion 8,4 Milliarden Dollar ausgegeben worden, erklärte John Sopko, Chefinspektor für den Wiederaufbau von Afghanistan. Die Pentagon-Vertreter konnten nicht plausibel erklären, wofür diese Mittel verbuttert wurden, zumal wenn man beachtet, dass 90 Prozent der weltweiten illegalen Opium-Produktion auf das zentralasiatische Land entfällt.

Sopko teilte den Kongressleuten mit, dass afghanische Bauern heute mehr Mohn anbauen würden als unter den Taliban. „Schlafmohn ist in den vergangenen 15 Jahren, also seitdem wir dort sind, zur Hauptexportware des Landes geworden“, zitiert das Magazin „Reason“ den US-Beamten.