Zwei Jahre Krim-Referendum: Westliche Experten sprechen vom Recht auf Selbstbestimmung

Bevölkerung in Simferopol feiert den Zweiten Jahrestag der Wiedervereinigung mit Russland, 16. März 2016.
Bevölkerung in Simferopol feiert den Zweiten Jahrestag der Wiedervereinigung mit Russland, 16. März 2016.
Am 16. März haben die Einwohner der Schwarzmeer-Halbinsel Krim zusammen mit allen anderen Bürgern Russlands den zweiten Jahrestag des Volksentscheides über die Wiedervereinigung mit Russland begangen. Viele westliche Politiker und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens betonten, dass die Bevölkerung vor Ort das volle Recht auf Selbstbestimmung hat.

Am 16. März 2014 stimmten 96,77 Prozent der Krim-Einwohner und 95,6 Prozent der Bevölkerung in der Stadt Sewastopol für den Beitritt zur Russischen Föderation. Das wichtigste Problem, mit dem die Schwarzmeer-Halbinsel in diesen zwei Jahren konfrontiert wurde, waren Aktionen von Extremisten in der benachbarten Ukraine. So wurde eine Lebensmittelblockade gegen die Krim verhängt. Stromtrassen wurden gesprengt.  

Nach der Ansicht des Professoren an der Universität von Kent, Richard Sakwa, seien solche Handlungen nicht im Interesse Kiews.

„Die Blockade, die radikale Kräfte in der Ukraine gegen die Krim verhängt haben, entspricht nicht den Interessen Kiews. Die ukrainischen Behörden kappen Strom- und Lebensmittellieferungen. Das erregt Mitleid gegenüber den Einwohnern der Halbinsel. Man darf nicht vergessen, dass durch die Blockade gut zwei Millionen Menschen tatsächlich zu Geiseln geworden sind“, sagte der Politologe.

Der französische Politiker Yvan Blot wies im RT-Interview auf einen Widerspruch im Völkerrecht hin, der bis heute nicht gelöst ist: Die Krim-Bevölkerung habe ihren Wunsch zum Ausdruck gebracht, Bestandteil der Russischen Föderation zu werden. Die internationale Gemeinschaft müsse diese Entscheidung respektieren.

„Manche sagen, es gebe zwei Völkerrechtsnormen, die einander widersprechen. Die erste besagt, dass die Grenzen unantastbar sind. Die zweite spricht vom Recht der Völker auf Selbstbestimmung. Die Krim-Einwohner haben also den Wunsch bekundet, Russlands Bürger zu werden. Wie sie sehen, sind diese zwei Normen sehr schwer zu vereinbaren“, kommentierte Blot.