Waffenruhe hält weitgehend, Jaish al-Islam beklagt Angriffe

Der Beauftragte der Vereinten Nationen, Staffan de Mistura, heute vormittag in Genf.
Der Beauftragte der Vereinten Nationen, Staffan de Mistura, heute vormittag in Genf.
Nach Auskunft der Schirmherren der Friedensverhandlungen in Syrien trat der Waffenstillstand heute Nacht erfolgreich in Kraft. Unmittelbar zuvor zündeten Terroristen erneut eine Autobombe in der Nähe von Homs.

Eine offizielle Gruppe von Beobachtern der Vereinten Nationen berichtet, dass der in Syrien ausgerufene Waffenstillstand weitgehend eingehalten wird. In der Nacht sei es nur zu kleinen Zwischenfällen gekommen. Der Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen erklärte in Nacht: 

„Lassen Sie uns beten, dass das funktioniert, denn es ist die beste vorstellbare Möglichkeit, die die Menschen in Syrien in den letzten fünf Jahren hatten, damit die Situation sich verbessert und hoffentlich einen Weg zum Frieden aufzeigt.“

Den Waffenstillstand handelte die Regierung der Russischen Föderation mit den USA aus. Friedensgespräche unter Beteiligung der von Saudi-Arabien und der Türkei unterstützten Aufständischen und ausländischen Söldner waren bisher gescheitert. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte am Freitag noch einmal betont, dass der Kampf gegen die Terrorgruppen Daesh (IS) und al-Nusra weitergehen wird. Laut Quellen in Russland und den USA hält der Waffenstillstand weitgehend. Diesen Aussagen stimmt auch das Londoner „Beobachtungszentrum“ der Opposition zu. 

Kurz nach Mitternacht explodierte am Eingang der Stadt Salamiya in der Nähe von Homs noch eine Autobombe. Dabei starben mindestens zwei Menschen, berichtet das syrische Fernsehen. Salamiya ist die Frontline zwischen Regierungstruppen und Daesh (IS).

Am Samstag vormittag behauptete die sunnitische Extremistengruppe Jaish al-Islam, dass sie mit zwei Bomben von Regierungstruppen angegriffen worden sei. Das berichtet die Agentur Reuters. Zudem hätte die reguläre syrische ihre Stellungen beschossen. Die Angaben lassen sich nicht überprüfen. Eine weitere Schwierigkeit besteht darin, dass die vom Waffenstillstand ausgenommenen Terrormilizen wie Daesh (IS) und al-Nusra teilweise unter „falscher Flagge“ operieren. Der Vorfall soll sich in Ghouta, östlich der Hauptstadt Damaskus ereignet haben.

In einem anderen Reuters-Bericht spricht eine Rebellengruppe mit dem Namen „Zweite Küstenbrigade“ davon, dass sie Samstag nacht um 4 Uhr von Regierungstruppen beschossen worden sei. Angeblich hätte sie drei Kämpfer verloren. Auch für diesen Zwischenfall machen die Aufständischen die Regierung verantwortlich. In dem Gebiet im syrischen Nordwesten operieren Gruppen der „Freien Syrischen Armee“ an der Seite der al-Nusra. Die Terrorgruppe rief inzwischen dazu auf, die Angriffe auf die reguläre syrischen Regierung zu „verstärken“.