Irans Verteidigungsminister: Russischer Einsatz in Syrien hat Machtbalance in der Region verändert

Irans Verteidigungsminister: Russischer Einsatz in Syrien hat Machtbalance in der Region verändert
Die russische Anti-Terror-Kampagne in Syrien habe das Kräfteverhältnis in der Region signifikant gewandelt, betonte der iranische Verteidigungsminister Hussein Dehqan. Dieser weilt derzeit bei einem Arbeitsbesuch in Moskau, um über milliardenschwere Rüstungsdeals zur Konsolidierung der Position Irans im konfliktträchtigen Nahen Osten zu verhandeln.

„Russlands Präsenz in Syrien hat die Sicherheitsatmosphäre und das Kräftegleichgewicht verändert“, sagte Hussein Dehqan in einem Interview mit dem russischen Nachrichtensender Rossija 24 Anfang dieser Woche.

Der iranische Verteidigungsminister bemerkte, dass er den Iran als „besonders einflussreiche regionale Macht“ betrachte, die sich durch eine „einzigartige Position in der Region“ auszeichne. In diesem Zusammenhang wolle die Islamische Republik ihre militärischen, technologischen und industriellen Beziehungen mithilfe Russlands ausbauen. Auch suche Teheran nach Konsultationsmöglichkeiten mit Russland, wenn es um die „Sicherheit der Region“ gehe.

Laut Dehqan befindet sich die sicherheitspolitische Situation im Nahen Osten und der gesamten Welt in einer „turbulenten Phase“, die er vor allem mit einem „Mangel an Stabilität“ verbindet. An der Situation seien zahlreiche Staaten „mit verschiedenen Rollen“ verantwortlich, allen voran die USA, welche „die Region destabilisieren“ wollten. Dehqan bemerkte nachdrücklich, dass Iran lediglich „defensive“ Waffensysteme von Russland erwerben wolle.

„Der wichtigste Punkt für uns ist, den Grad unserer Sicherheit qualitativ und quantitativ zu heben, so, dass wir Schutz gegen Angriffe unserer Feinde garantieren können“, führte der Verteidigungsminister aus.

Dehqan sagte, die Verteidigungsdoktrin seines Landes „schließe jedwede Aggression gegen ein anderes Land aus“. „Wir glauben, dass die Stärkung unserer Verteidigung dazu führen wird, dass mehr Stabilität in den Nahen Osten einkehren wird“, fügte er hinzu.

Quelle: MIT

Am Montag traf Dehqan in Moskau zu einem zweitägigen Arbeitsbesuch ein, um mit russischen Rüstungs- und Politikvertretern über etwaige Verteidigungsabkommen zu verhandeln. Am Dienstag traf Dehqan auf den russischen Präsidenten und hielt Gespräche mit dem russischen Verteidigungsminister Sergej Schoigu ab.

„Ich glaube, dass der Umfang von implementierten gemeinsamen Projekten maßgeblich von der Effektivität Russlands und Irans bei der Bekämpfung des internationalen Terrorismus abhängt“, kommentierte Schoigu das Treffen mit dem Amtskollegen aus dem Iran und betonte:

„Wir streben im Rahmen der russisch-iranischen Zusammenarbeit nach einem langfristigen und mehrdimensionalen Engagement. Unsere Länder stehen vor gemeinsamen Herausforderungen und Bedrohungen, die wir nur gemeinsam fähig sind zu bestehen.“

Schoigu informierte, dass das bilaterale Abkommen zwischen beiden Staaten über die militärische Kooperation, welches in Teheran im Januar 2015 unterzeichnet wurde, eine legale Basis für engere Beziehungen zwischen den Verteidigungsministerien Russlands und Irans darstelle.

Während offizielle Zahlen über den Umfang gegenwärtiger Rüstungsdeals zwischen beiden Staaten noch ausstehen, berichtete die russische Tageszeitung Kommersant, dass Iran Waffensysteme aus Russland im Wert von acht Milliarden US-Dollar erwerben wolle.

Dem Bericht zufolge ist Iran am Kauf russischer Flugzeuge der Typen Su-30 und Yak-130, der Hubschraubertypen Mi-8 und Mil Mi-17, des mobilen Küstenverteidigungssystems K-300P Bastion-P samt Seezielflugkörper vom Typ Yakhont und anderer Systeme interessiert.

Zwei Kampfflugzeuge vom Typ Su-30, die in der russischen Luftwaffenbasis im syrischen Hmeimim für eine Mission gewartet werden.
Zwei Kampfflugzeuge vom Typ Su-30, die in der russischen Luftwaffenbasis im syrischen Hmeimim für eine Mission gewartet werden.

Außerdem wurden Berichte kolportiert, wonach Iran seine Bereitschaft für den Erwerb des modernen Kampfpanzers vom Typ T-90 signalisierte. Zudem soll Teheran russische Unterstützung für die Modernisierung der mittlerweile veralteten Flugzeugflotte aus Mikoyan MiG-29s und Suchoi Su-24MKs sowie seiner U-Boote erbeten haben.

Dehqan besuchte die russische Hauptstadt, nachdem iranische Auslandsdevisen in Höhe von rund 100 Milliarden US-Dollar im Zuge des Inkrafttretens des Atomdeals wieder freigegeben worden waren.