Leiter des maritimen WWF-Programms zu RT: Ozeanverschmutzung untergräbt das ganze Ökosystem

Leiter des maritimen WWF-Programms zu RT: Ozeanverschmutzung untergräbt das ganze Ökosystem
Die Tätigkeit des Menschen wirkt sich bekanntlich negativ auf die Umwelt aus. Die Folgen beschränken sich nicht auf den berüchtigten Klimawandel, über den alle Medien viel Tinte verschrieben haben. Im Weltmeer geraten inzwischen mit ansteigenden Säure- und Verpestungswerten ganze Nahrungsketten in Gefahr. Bedroht ist aber auch die Gesundheit des Menschen als Hauptglied dieser Ketten. Dies erklärte der Leiter des maritimen WWF-Programms, Konstantin Sgurowski, im Gespräch mit RT.  

Die globale Erderwärmung ist zweifellos eines der Hauptprobleme, mit denen alle Lebewesen unseres Planeten konfrontiert sind. Doch es bleibt nicht das Einzige. Durch menschliche Aktivitäten steigt der Säurewert des Ozeans an, was negative Folgen für seine natürlichen Bewohner hat. Auch der Mensch ist davon betroffen. Schließlich ist er das Hauptglied der Nahrungskette, erläutert der Leiter des maritimen WWF-Programms, Konstantin Sgurowski, gegenüber RT.

Ihm zufolge wird dieses Problem, die allmähliche Versäuerung des Ozeans, kaum thematisiert: Medien würden nur über offensichtliche Herausforderungen, wie zum Beispiel Müllinseln, berichten. „Ihr warnt nur vor der Spitze des Eisbergs“, so der WWF-Sprecher. Kaum jemand beachtet die wahren Gefahren, die sich hinter diesen Herausforderungen verbergen. 

„Es entstehen Müllinseln, der Ozean versauert allmählich. Deswegen lösen sich viele Lebewesen, deren Skelett aus Kalzium besteht, einfach auf. Dazu zählen nicht nur Korallen oder Weichtiere, sondern auch Plankton, das als Grundlage der ganzen maritimen Nahrungskette gilt. Davon spricht kaum jemand“, bedauert Sgurowski und warnt: 

„Wissenschaftler haben ein Experiment durchgeführt und festgestellt, dass die Pteropoda (eine Unterordnung der Meeresschnecken – Anm.d.Red.), aber auch kleinere Tiere, die für größere Organismen als Nahrung dienen, gewisse Skelett-Veränderungen aufweisen, die die Fortpflanzung unmöglich machen. Das kann man vor der nordwestlichen Küste der Vereinigten Staaten beobachten. Solche Dinge können die ganze maritime Nahrungskette unberechenbar verändern.“

Der WWF-Experte erinnert zudem daran, dass das Hauptglied dieser Kette der Mensch selbst ist. Auf diese Weise ruinieren wir unsere Gesundheit, indem wir das Weltmeer verseuchen: 

Quelle: RT

„Es gibt eine Unmenge von Organismen, Meeressäugern, die sich von Plankton ernähren. Sie verwechseln Plastikpartikel mit Essen und verzehren sie. Beim Obduzieren von in der Antarktis lebenden Albatrossen kann man in ihren Mägen eine große Menge an Plastik vorfinden. Das vergiftet nicht nur die Vögel selbst, sodass sie massenhaft verenden (viele Menschen scheint das überhaupt nicht zu kümmern), sondern das vergiftet auch jene Lebewesen, die wir verzehren. Wir fangen an, giftiges Plastik indirekt zu essen“.

„Plastik setzt andere Substanzen frei und vergiftet allmählich den Organismus. Zwar werden wir nicht daran sterben, dass ein Albatros verendet ist, obwohl diese Art selten und bedroht ist. Allerdings verseucht Plastik die Fischbrut. Wenn die Jungfische noch ganz klein sind, sind sie davon sehr gefährdet. Es kommt nicht nur zu Fehlbildungen: Indem wir den betroffenen Fisch verzehren, vergiften wir uns indirekt“, schlussfolgert der Experte und warnt abschließend:

„Alle sprechen vom Klimawandel, und keiner erwähnt dabei die Veränderung des Säuregrades. Dabei kann sie unser ganzes Meeresökosystem untergraben.“