Mysteriös: Immer mehr US-Kampfdrohnen stürzen ab

Noch intakt in diesem Fall - U.S. Air Force MQ-9 Reaper-Drohne beim Abflug vom Militärstützpunkt  Wheeler-Sack, Fort Drum, N.Y. im Februar 2014
Noch intakt in diesem Fall - U.S. Air Force MQ-9 Reaper-Drohne beim Abflug vom Militärstützpunkt Wheeler-Sack, Fort Drum, N.Y. im Februar 2014
Im vergangenen Jahr stürzte eine außerordentlich hohe Zahl an Drohnen der US-AirForce ab. Gleichzeit setzen die verschiedenen Streitkräfte der US-Armee immer häufiger autonome Roboter ein. Dies zeigt eine aktuelle Untersuchung. Von den 269 durch die Air Force eingekauften Predator-Drohnen sollen etwa die Hälfte zerstört oder bei Unfällen schwer beschädigt worden sein.

Aus dem Papier, welches der Washington Post vorliegt, wird deutlich, dass es einen unerklärlichen Anstieg bei abgestürzten Reaper-Dronen gibt. Dabei handelt es sich um die modernste Waffe des Pentagon im Kampf gegen asymetrische Gegner wie aktuell die Organisation Daesh (IS) und al-Kaida.

Grady Flores im Interview mit Democracy Now! (Screenshot)

Im Jahr 2015 wurden zehn Reaper-Drohnen schwer beschädigt oder sogar zerstört. Das sind doppelt so viele wie in den Vorjahren. Die Reaper-Drohnen erleiden plötzliche Stromausfälle, die dazu führen, dass die 21 Tonnen schweren Drohnen einfach „wie ein Tropfen vom Himmel fallen“. Die Ermittler haben das Problem bisher auf einen fehlerhaften Starter-Generator zurückgeführt. Es ist ihnen aber nicht gelungen, das Problem genau zu lokalisieren, oder eine dauerhafte Lösung zu finden.

Bisher sind insgesamt 20 Drohnen bei diesen Abstürzen zerstört oder nachhaltig beschädigt worden. Allein im letzten Jahr entstand ein Sachschaden von mindestens zwei Millionen Dollar. Dies ist die schlechteste Bilanz, seitdem die Einsätze begonnen haben. Inzwischen stellen die Abstürze ein ernsthaftes Problem für die laufenden Anti-Terror-Operationen mithilfe von Drohnen im Irak, Syrien, Afghanistan, Somalia, Jemen, Libyen, Mali und Kamerun und anderen Ländern dar.

Der steigende Einsatz der Flugroboter bei gleichzeitig hohen Ausfallraten führt dazu, dass die Air-Force ihren Drohnenpiloten mittlerweile Sonderzulagen an Piloten zahlt, damit sie sich nicht krankmelden und auch zu Überstunden bereit sind. Im vergangen Jahr musste die Luftwaffe ihre Drohneneinsätze wegen solcher Probleme um acht Prozent zurückfahren.

Quelle: U.S. Air Force photo by Bobbi Zapka/

Das Militär löst das Problem dadurch, dass zunehmend private Auftragnehmer mit der Umsetzung beauftragt werden. Der Bericht weist darauf hin, dass die „lauten Klagen“ der Luftwaffe über einen Mangel an Personal und Ressourcen nicht dazu beitragen, die hohe Zahl von Drohnenabstürzen aufzuklären. Es handelt sich demnach um eine „langjährigen Sicherheitslücke“, die sich im vergangenen Jahr verschärfte.

Bemerkenswert ist weiterhin, dass auch andere Drohnenmodelle, wie die Predator, schwere Ausfälle erlitten. In vielen Fällen wurden die Abstürze erst gemeldet, nachdem lokale Aufständische Bilder der abgestürzten Flugobjekte veröffentlichten. So wurde etwa eine Predator-Drohne von den regulären Streitkräften der Republik Syrien abgeschossen, als sie sich einem dortigen Militärstützpunkt näherte.

Von den 269 Predator-Drohnen, die seit den Balkan-Kriegen von der Air Force ein gekauft wurden, sind inzwischen etwa die Hälfte zerstört oder bei Unfällen schwer beschädigt. In den vergangenen drei Jahren fiel jedoch bei einigen Reaper-Modellen die Elektrik aus. Beide Drohnen, die Reaper und die Predator, werden von General Atomics Aeronautical Systems, einem in San Diego ansässigen Rüstungsunternehmen, hergestellt. Neben der Luftwaffe nutzen auch andere Kunden die Reaper, etwa die NASA und die britischen, französischen und italienischen Streitkräfte. Die CIA fliegt ebenfalls Reaper.

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