Al-Kaida-Ableger Al-Schabab erobert kenianische Militärbasis in Somalia - Dutzende Tote

Al-Kaida-Ableger Al-Schabab erobert kenianische Militärbasis in Somalia  - Dutzende Tote
Die al-Kaida-nahe al-Schabab-Miliz hat am Freitagmorgen Dutzende Angehörige von Friedenstruppen der Afrikanischen Union in einer Militärbasis im Südwesten von Somalia getötet. Die Kämpfe in und rund um die Militärbasis würden anhalten, teilte ein somalischer Militäroffizieller mit.

Schwer bewaffnete Milizionäre der extremistischen al-Schabab-Organisation starteten einen Angriff auf eine Militärbasis, die von kenianischen Militärs in Somalia unterhalten wird, berichtete die Nachrichtenagentur Associated Press. Kenia trägt unter dem Mandat der Afrikanischen Union zur Stabilisierung des nördlichen Nachbarstaates bei.

Die Islamisten-Offensive wurde mit einem Selbstmordanschlag in einem Auto begonnen. Der Attentäter sprengte sich vor der kenianischen Militärbasis in die Luft und schlug damit eine Bresche, durch die die Extremisten mittels schweren Sperrfeuers in die Basis einströmen konnten.

Die MQ-9 Reaper Drohne wird nicht mehr von der US-Luftbasis in Arba Minch, 450 Kilometer südlich der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba abheben.

Nach somalischen Militärberichten halten die Kämpfe in der Basis an. Die Militärbasis ist in der Stadt El-Ade der Gedo-Region verortet, die sich an die kenianische Grenze anschließt.

Indes meldete ein der al-Schabab nahestehender Online-Radiosender, dass die al-Kaida-Kämpfer die Basis penetriert und mehr als 60 kenianische Soldaten getötet hätten. Die Terroristen behaupten, große Mengen Waffen und Fahrzeuge aus der Militärbasis erbeutet zu haben.

„Unsere Kämpfer drangen ein und nach heftigen Feuergefechten nahmen wir die Basis ein“, sagte al-Schabab-Sprecher Scheich Abdiasis Abu Musab gegenüber Reuters. Die Nachrichtenagentur hatte zuvor hingegen Anwohner zitiert, die nur von einzelnen sporadischen Feuergefechten berichten konnten.

Anderen Berichten von Anwohnern zufolge, die das britische Nachrichtenportal BBC zitiert, sei eine schwarz-weiße Fahne der al-Schabab inzwischen in der Basis gehisst worden. Des Weiteren würden Leichen von kenianischen Soldaten in der Stadt El-Ade zur Abschreckung zur Schau gestellt.

Im Telefongespräch, aufgenommen um 05:30 Uhr Ortszeit (02:30 Uhr GMT), mit einem namentlich nicht genannten Bewohner der Stadt El-Ade zitierte der BBC:

„Wir sahen einen al-Schabab-Kämpfer in der Stadt. Wir sahen auch kenianische Soldaten, die aus der Stadt flohen. Im Moment befindet sich die Stadt in den Händen der al-Schabab. Es gibt keine zivilen Opfer, aber die meisten Menschen fliehen aus der Stadt.“

Quelle: PH2 JOHN BIVERA

Die militante Gruppe al-Schabab, welche der internationalen Dschihadisten-Organisation der al-Kaida die Treue schwört, versucht seit Jahren, die vom Westen unterstützte Regierung in Mogadischu mittels terroristischer Mittel zu stürzen. In der Vergangenheit hat die al-Schabab-Miliz ebenso mehrere Angriffe in Kenia ausgeführt, vermutlich, um die Teilnahme Nairobis an der Friedensmission der Afrikanischen Union in Somalia zu hintertreiben.

Zuletzt wurde die Gruppe im April letzten Jahres eines Massakers an der kenianischen Garissa-Universität beschuldigt. Sie tötete demnach 148 Studenten. Ein Jahr zuvor tötete die al-Kaida-nahe Organisation 65 Menschen binnen 24 Stunden in der Ortschaft Mpeketoni. Zudem war die Organisation für den Angriff auf Nairobis Westgate-Einkaufszentrum im Jahr 2013 verantwortlich. Dort tötete sie 67 Menschen.

Obwohl die al-Schabab offiziell Teil des internationalen al-Kaida-Netzwerks ist, sorgte der geradezu kometenhafte Aufstieg des selbsternannten „Islamischen Staates“ in den Olymp des internationalen Terrorismus für Spannungen in Somalia, als rund 200 al-Schabab-Milizionäre dem IS die Treue schworen.

Kenia hat der Afrikanischen Union 4.000 Soldaten im Kampf gegen die al-Schabab zur Verfügung gestellt. Insgesamt umfasst die Friedenstruppe im Land 22.000 Soldaten und wird von den Vereinten Nationen unterstützt.