Kinderarbeit in der Türkei: Über 1.000 Fake-Schwimmwesten für syrische Flüchtlinge sichergestellt

Quelle: Twitter - Hüseyin Yılmaz (@Truelegendd)
Quelle: Twitter - Hüseyin Yılmaz (@Truelegendd)
Der türkische Schwarzmarkt profitiert von der Einwanderung großer Zahlen syrischer Flüchtlinge. Dies kam beispielhaft durch eine Razzia in einer illegalen Schwimmwesten-Fabrik ans Tageslicht, bei der in Kinderarbeit hunderte qualitativ minderwertige Westen hergestellt wurden. Neben den ausgebeuteten Kindern gefährdet die Produktion auch die Flüchtlinge, die sich mit den untauglichen Billig-Schwimmwesten in Sicherheit wiegen.

Während einer Polizei-Razzia in einer illegalen Bekleidungsfabrik in der türkischen Provinz Izmir, wurden zwei Kinder entdeckt, die gerade an den Schwimmwesten arbeiteten. Auch ein besonders problematischer Aspekt der Flüchtlingskrise wurde dadurch offen gelegt. Denn die illegalen Schwarzmarktaktivitäten und die Produktion von qualitativ minderwertiger Ausrüstung, die eigentlich der Sicherheit dienen soll, gefährdet konkret Menschenleben.

Insgesamt wurden 1.263 Schwimmwesten sichergestellt, Kopien verschiedener bekannter Marken. Einige der Westen wurden aus Zeltplanen mit schlechter Wasserabweisung gefertigt und mit Schwämmen und Lumpen gefüllt, die nicht ausreichen, um Opfer, die in Seenot geraten sind, über Wasser zu halten.

Izmir ist einer der größten Knotenpunkte für Flüchtlinge, die versuchen in die EU zu gelangen und entwickelte sich in der Vergangenheit immer mehr zum Marktplatz für Produkte, die nicht den notwendigen Sicherheitsstandards genügen.

Laut der lokalen Presse wurden die gefälschten Schwimmwesten für 30 türkische Lira pro Stück verkauft, umgerechnet 10 US-Dollar. Der normale Preis einer qualitativ hochwertigen Schwimmweste liegt bei 75 Lira bzw. 25 Dollar, was für viele Flüchtlinge, die mit ihrer ganzen Familie reisen einen großen finanziellen Unterschied macht.

Vergangenes Jahr starben 3.771 Flüchtlinge bei dem Versuch das Mittelmeer zu passieren. Die illegale Produktion und der Verkauf qualitativ minderwertiger Ausrüstung für Flüchtlinge hatte daran einen bedeutenden Anteil. Laut offiziellen Zahlen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind im Jahr 2015 ganze 1.004.356 Flüchtlinge nach Europa gelangt. Währenddessen bleibt die Türkei weiterhin die zentrale Zufluchtsstätte für rund 2,2 Millionen syrische Flüchtlinge.