Syrischer Journalist und IS-Enthüller Nadschi al-Dscherf in der Türkei ermordet

Quelle: Naji Jerf /Facebook
Quelle: Naji Jerf /Facebook
Im türkischen Gaziantep wurde gestern der syrische Journalist Nadschi al-Dscherf auf offener Straße erschossen. Der Mordanschlag wurde unweit des Gebäudes verübt, wo sich Redaktionen unabhängiger syrischer Medien befinden. Al-Dscherf hatte eine Reihe von Dokumentarfilmen gedreht, die von Gräueltaten der Terrormiliz „Islamischer Staat“ im syrischen Aleppo erzählen.

Wie RT International berichtet, sei der syrische Journalist von Kollegen bewusstlos aufgefunden worden. Nach vorläufigen Informationen sollen die unbekannten Angreifer al-Dscherf in den Kopf geschossen haben. Der Journalist erlag seinen Verletzung im Krankenhaus. Türkische Medien berichten inzwischen, dass am Tatort Überwachungskameras installiert gewesen seien.

Die letzte Arbeit al-Dscherfs war eine Dokumentation über die Situation im syrischen Aleppo, das von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ kontrolliert wird. Ein Kollege al-Dscherfs teilte mit, der erschossene Journalist habe mit seiner Familie nach Frankreich ausreisen wollen, wo er Asyl beantragt hatte.

Im Zusammenhang mit dem Vorfall erklärte der Sprecher des „Komitees zum Schutz von Journalisten“ (Committee to Protect Journalists, CPJ), Sherif Mansour, dass die in die Türkei geflohenen syrischen Journalisten keineswegs in Sicherheit seien, und fügte hinzu, dass in der Türkei auch vorher syrische Journalisten und Vertreter der türkischen Opposition ermordet worden seien. „Wir rufen die türkischen Behörden auf, die Mörder von Nadschi al-Dscherf schnell dingfest zu machen und sie öffentlich zur Verantwortung zu ziehen. Darüber hinaus müssten ohne Verzug Maßnahmen ergriffen werden, die die Sicherheit der syrischen Journalisten auf türkischem Boden garantieren sollen“, betonte Mansour.

Übergang an der türkisch-syrischen Grenze

Im November war in Diyarbakır der kurdische Menschenrechtler Tahir Elçi erschossen worden. Der Mordanschlag hatte heftige Proteste unter der einheimischen Bevölkerung ausgelöst. Gegen ein RT-Team, das über diese Unruhen berichtete, setzte die Polizei Tränengas ein.

Im Oktober waren im Südosten der Türkei zudem zwei syrische Journalisten tot aufgefunden worden, die für dieselbe Organisation gearbeitet hatten, wie al-Dscherf.