Frankreich und Russland einigen sich auf engere Kooperation gegen "Islamischen Staat" in Syrien

Frankreich und Russland einigen sich auf engere Kooperation gegen "Islamischen Staat" in Syrien
Frankreich und Russland haben sich darauf geeinigt, sich im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ in Syrien künftig zu koordinieren, um etwaige Konfrontationen im Lauftraum zu vermeiden. Das hat der französische Verteidigungsminister, Jean-Yves Le Drian, nach Gesprächen mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Schoigu in Moskau mitgeteilt.

Gegenüber Journalisten berichtete der französische Minister, dass er und Sergej Schoigu über ein Thema konferierten, „das bereits früher besprochen wurde – die Koordination zwischen unseren beiden Militärs, um Konfrontationen zu vermeiden [in Syrien]“.

Beide Minister einigten sich darauf, ähnliche bilaterale Treffen „auf einer regelmäßigen Basis“ abhalten zu wollen, fügte Le Drian hinzu.

Der französische Offizielle versicherte, dass es keinerlei Probleme zwischen der US-geführten Anti-IS-Koalition, der Frankreich angehört, und der in Syrien stationierten russischen Einsatzgruppe gebe.

„Es gibt keine Konflikte zwischen uns“, betonte er und erinnerte an das russisch-US-amerikanische Deeskalationsmemorandum und Mechanismen, die implementiert wurden, als der französische Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ an die Küsten Syriens verlegt wurde.

„In Syrien haben wir [Frankreich] einige Fortschritte gemacht, wir greifen den 'Islamischen Staat' regelmäßig an – durch unsere Kräfte oder über US-Hilfe. Russland bekämpft den IS ebenfalls, wir kommen voran“, sagte Le Drian. Dennoch lehnte er die aufkommende Vermutung ab, dass Paris zum Mediator zwischen der US-geführten Anti-IS-Koalition und Russland in Syrien avanciere, mit dem Ziel eine zusammenhängende und breite Koalition gegen die Milizen des IS zu schaffen.

Der französische Minister sagte auch, dass eine militärische oder technische Kooperation nicht Gegenstand der Diskussionen in Moskau war. Erst Anfang dieses Jahres strich Paris infolge der Ukraine-Krise die Auslieferung zweier Hubschrauberträger der Mistral-Klasse an Russland.

Nichtsdestotrotz gab Le Drian zu verstehen, dass die Atmosphäre beim Treffen mit den Kollegen aus Russland „sehr freundlich“ war und dass er nach Gesprächen mit dem russischen Verteidigungsminister Sergej Schoigu „ein sehr positives Gefühl“ hatte.

Im Anschluss veröffentlichte das russische Verteidigungsministerium eine Presseerklärung. Danach haben die Minister „das Vorhandensein eines gemeinsamen Feindes im 'Islamischen Staat' bestätigt und ihre Bereitschaft bestätigt, diesem gemeinsam zu begegnen“.

„Sergej Schoigu betonte, dass nur durch die Verbindung der Bemühungen aller betroffenen Länder die Terrorgefahr gegenüber den Menschen aus Paris, Moskau, London und anderen europäischen Städten eliminiert werden könne“, hieß es weiter.

Zudem eruierten beide Minister ihre Positionen hinsichtlich des im Schatten Syriens schwellenden Bürgerkriegs in Libyen. Auch dort, bemerkten der russische und der französische Minister, „haben sie eine ähnliche Sicht auf die Situation im Land und äußerten sich besorgt über das intensivierte Engagement des 'Islamischen Staates' in den Regionen Nordafrikas“.

Das französische Militär fliegt regelmäßig Angriffe gegen Stellungen des selbsternannten „Islamischen Staates“. Diese erfolgen als Teil der Anti-IS-Koalition, die von den Vereinigten Staaten angeführt wird.

Nachdem 130 Menschen bei einem Terroranschlag des IS in Paris am 13. November getötet wurden, entschied sich Frankreich seinen Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ an die Küsten Syriens zu verlegen. 26 französische Bomberflugzeuge führen seitdem Luftschläge gegen den IS durch.

Unter dem Eindruck des Pariser Anschlags hat der russische Präsident Wladimir Putin der russischen Armee angeordnet, im Kampf gegen den IS mit den französischen Kräften zusammenzuarbeiten und diese wie Verbündete zu behandeln.

Auf Anfrage des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad fliegen russische Kampfflugzeuge seit dem 30. September täglich Angriffe gegen den „Islamischen Staat“ und andere Milizen.



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