Russischer UN-Vertreter: Verschwiegen USA dem UN-Sicherheitsrat Informationen über IS-Ölschmuggel?

Russischer UN-Vertreter: Verschwiegen USA dem UN-Sicherheitsrat Informationen über IS-Ölschmuggel?
Sowohl Ankara wie auch Washington waren durch UN-Resolutionen dazu verpflichtet, den UN-Sicherheitsrat über den illegalen Öl-Schmuggel zu informieren, taten dies aber nicht. Damit brachen sie laut Darstellung von Vitali Churkin, Vertreter Russlands vor den Vereinten Nationen insbesondere die US-Resolution 2199 gegen die Finanzierung von Terrororganisationen. 

"Unter der UN-Resolution 2199, angenommen auf unsere Initiative hin im Februar dieses Jahres, sind Länder verpflichtet, den Sicherheitsrat über die Finazierungsquellen von Terroristen zu informieren, wenn sie über solche Informationen verfügen. Das heißt, dass die [US-] Amerikaner und natürlich auch die Türkei, über den illegalen Öl-Handel hätten berichten müssen. Doch dies taten sie nicht."

So Churkin in einem Interview mit der Nachrichtenagentur RIA Novosti und betonte, dass sich der Pentagon in dieser Frage weiter bedeckt hält:

"Ich komme gerade von einem Treffen im Pentagon mit zwei hochrangigen Generälen, die uns über die Aktivitäten der US-Koalition [in Syrien und Irak] informiert haben. Ich stellte ihnen eine ganz einfache Frage: 'Ihr fliegt jetzt seit über einem Jahr, wir sind jetzt seit zwei Monaten dort und haben bereits zahlreiche Fotos präsentiert, die den Öl-Schmuggel an der türkischen Grenze dokumentieren. Und ihr wußtet nichts davon?'. Sie müssen es gewußt haben, und wenn dem so ist, dann hätten sie dem Sicherheitsrat darüber berichten müssen."

Churkin gab im Rahmen des Interviews zudem bekannt, dass Russland gemeinsam mit den USA eine neue UN-Resolution zum illegalen Öl-Handel erarbeiten: "Zusammen mit den Amerikanern arbeiten wir an einem Entwurf, der die Regulatorien zu dieser Art von Berichterstattung verschärft. Wir hoffen, die Resolution am 17. Dezember zu verabschieden."

Letzte Woche hatte das russische Verteidigungsministerium Beweise in Form von Fotos, Videos und Kartenmaterial vorgelegt, die den Transport von Öl durch den selbsternannten "Islamischen Staat" in die Türkei belegen. Die USA erwiderten daraufhin, dass laut ihren Geheimdiensterkenntnissen die Quantität an geschmuggelten Öl in die Türkei "unbedeutend" sei, gleichzeitig einräumend, dass Teile der syrisch-türkischen Grenze nachwievor ungesichert sind. 

Churkin gab zudem seiner Sorge Ausdruck, dass die Angriffe auf syrische Regierungstruppen durch Kampfflugzeuge der US-Koalition kein Unfall waren und sich "von Zeit zu Zeit" wiederholen könnten. 

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