Biden ruft Kiew zur Korruptionsbekämpfung auf - Eigener Sohn selbst in Korruptionsskandal verwickelt

Biden ruft Kiew zur Korruptionsbekämpfung auf - Eigener Sohn selbst in Korruptionsskandal verwickelt
Der amerikanische Vizepräsident Joe Biden hielt am 8. Dezember vor der ukrainischen Rada eine Rede. Er versprach der ukrainischen Regierung die volle Unterstützung im Kampf gegen die „russische Aggression“ , forderte aber auch Fortschritte in der Korruptionsbekämpfung ein. Kleines, unerwähntes Detail am Rande: Sein Sohn Hunter Biden, ist selbst in einen Korruptionsskandal im ukrainischen Erdgas-Konzern Burisma Holdings verwickelt. Er sitzt dort im Vorstand.

Beobachter sehen die explizte Aufforderung zur Korruptionsbekämpfung als Zeichen dafür, dass die USA es müssig sind,  Mitglieder der ukrainischen Regierung immer wieder deswegen in den Schlagzeilen zu sehen. Erst vor Kurzem hat der Gouverneur von Odessa Micheil Saakaschwili öffentlich die Regierung unter Ministerpräsidenten Arsenij Jazenjuk der Unterstützung von Korruption bezichtigt.


Unter Berufung auf den ukrainischen Vize-Generalstaatsanwalt David Sakwarelidze wird Jazenjuk nun sogar verdächtigt in ein Korruptionssystem von 90 Millionen US-Dollar verwickelt zu sein. „Am vergangenen Wochenende haben wir eine Durchsuchung durchgeführt und die ersten Verbindungen, die wir gefunden haben, führten zur Kanzlei des Premierministers und der Regierung“, zitiert The Times Sakwarelidze.

Peinlicher für den US-Vize ist jedoch, dass sein eigener Sohn, Hunten Biden, selbst in einen Korruptionsskandal in der Ukraine verwickelt ist. Im April 2014 stieg er in den ukrainischen Konzern Burisma Holdings mit ein, welches Erdgasvorkommen erschließt und ausbeutet. Mit im Verwaltungsrat sitzen auch "Persönlichkeiten", wie Aleksander Kwaśniewski, ehemaliger polnischer Präsident, und Devon Archer, ehemaliger Wahlkampfmanager von John Kerry. Hunter Biden und Archer sollen das Unternehmen im Verkehr mit internationalen Organisationen vertreten und US-Investoren gewinnen.

Quelle: Ruptly

Nach Angaben des Wall Street Journals gehört das Unternehmen dem ukrainischen Großunternehmer, ehemaligen Energieminister und späteren Umweltminister unter Janukowitsch, Nikolai Zlochewski. Er floh aus der Ukraine im Verlauf des Maidans und wird wegen Machtmissbrauch und illegaler Bereicherung von der Staatsanwaltschaft gesucht. Zlochewski steht auch auf der EU-Sanktionsliste. Das ominöse am Fall von Hunten Biden ist, das dieser genau in dem Monat in das Unternehmen eintrat, als britische Beamte die Bankkonten von Zlotschewski in London im Wert von 23 Millionen Dollar einfrieren ließen, wegen des Verdachtes auf Geldwäsche. Das englische Serious Fraud Office, eine unabhängige Strafverfolgungsbehörde für schwere Betrugsfälle, verbot speziell  Zlochewski und auch Firmen, die sich in seinem Besitz befinden,  darunter explizit die Burisma Holding, den Zugriff auf die Konten. Als aber die ukrainische Staatsanwaltschaft sich weigerte wichtige Dokumente für eine Anklage seitens der Briten zur Verfügung zu stellen, musste der Fall eingestellt und die Konten wieder freigegeben werden. Aufgrund der Weigerung der ukrainischen Staatsanwaltschaft zur Zusammenarbeit hat der amerikanische Botschafter in der Ukraine George R. Pyatt die Ukraine scharf verurteilt. Hunter Bidens Rolle hierbei wird weder von US-amerikanischer noch ukrainischer Seite beleuchtet. 

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