Resümee des G20-Gipfels: Neue Beziehungsmuster zwischen Russland und dem Westen

Resümee des G20-Gipfels: Neue Beziehungsmuster zwischen Russland und dem Westen
Die Ereignisse in Paris am 13. November 2015 haben das Treffen der G20 überschattet und eine neue geopolitische Dynamik offengelegt. Wenn Russlands Eingreifen in Syrien bisher noch kritisiert wurde, so zeigte sich nun in Antalya ein allgemeiner Wandel im Umgang mit Russland.

Der Präsident der Russischen Föderation Wladimir Putin traf sich mit den Staatsoberhäuptern der Volksrepublik China, Türkei, Deutschland, Italien und Großbritannien zu Gesprächen unter vier Augen. Hauptthemen waren, nach Angaben des russischen Pressesprechers Dimitri Peskow, der Kampf gegen den Terrorismus und die Krise in Syrien. Über das 36-minütige Gespräch zwischen Putin und Obama bemerkte Peskow, dass es keinen Wendepunkt in der Beziehung gab, aber „es besteht ein Verständnis über die Notwendigkeit eines Dialogs.“

Putin selbst hat am Ende des Treffens im Rahmen einer Pressekonferenz erklärt, dass die Ereignisse in Paris das Hauptthema waren. Er hat auf die Finanzierung der IS aus über 40 Länder, darunter mehrere G20-Mitglieder, aufmerksam gemacht. Ebenso hat er Fotobeweise des russischen Geheimdienstes über die Ölverkäufen des IS vorgelegt. Das russische Militär konnte Kontakt zu mehreren syrischen Oppositionsgruppen aufbauen, die Informationen weitergeben, um gegen den IS vorzugehen. Schon auf der UN-Vollversammlung in New York hatte Russland seine Hilfe beim Kampf gegen die IS vorgeschlagen – doch wurde dies schriftlich von den USA abgelehnt.

„Situationen ändern sich sehr schnell und oft lehrt es uns Neues. Es scheint mir, das nun alle anfangen zu begreifen, dass wir den IS nur gemeinsam bekämpfen können“, verkündete Putin als Resümee des G20.  

Auch wenn die Beziehungen zwischen Russland und den USA nach wie vor angespannt sind – die Beziehungen zu den Ländern Europas zeigen eine neue Dynamik. So traf sich Putin mit einem der engsten Verbündeten der USA, dem britischen Premier David Cameron, zu bilateralen Gesprächen. Beide Seiten betonten, dass trotz wesentliche politische Meinungsverschiedenheiten die bilateralen Beziehungen fortbestehen.

Verwiesen wurde dabei neben der Zusammenarbeit in Fragen der Raumfahrt auch auf die gemeinsame Terrorismusbekämpfung. „Die jüngsten tragischen Ereignisse in Paris zeigen, dass wir unsere Kräfte im Kampf gegen dieses Böse vereinen müssen – etwas, das wir schon vor langer Zeit hätten machen sollen“, so Putin abschließend.