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"Sind Südkoreaner schwerhörig?": Präsident Yoon nennt US-Abgeordnete "Idioten" und leugnet es später

Der südkoreanische Präsident Yoon Suk-yeol hat nach einem gemeinsamen Termin mit Joe Biden jemanden als "Idioten" bezeichnet. Seine Pressesprecherin sagt, die eigenen Parlamentarier seien gemeint gewesen. Die Opposition ist sicher, dass er die US-amerikanischen Kongressabgeordneten meinte. Einige Zuschauer haben "Biden" gehört.
"Sind Südkoreaner schwerhörig?": Präsident Yoon nennt US-Abgeordnete "Idioten" und leugnet es späterQuelle: AFP © Ludovic MARIN / AFP

Der südkoreanische Präsident Yoon Suk-yeol beachtete am Mittwoch die laufende Kamera nicht, als er zu seinen Beratern sprach und dabei die US-amerikanischen Kongressabgeordneten als "Idioten" bezeichnete. Hintergrund des emotionalen Ausbruchs war die Nichtbewilligung zusätzlicher sechs Milliarden Dollar für den Globalen Fonds der Vereinten Nationen durch den Kongress in Washington.

In den Aufnahmen, die auf dem offiziellen YouTube-Kanal des südkoreanischen Fernsehsenders MBC veröffentlicht wurden, ist zu sehen, wie Yoon nach einem Gespräch mit Biden die Bühne entlanggeht, sich dann an seine Berater wendet und zu ihnen spricht.

"Was für eine Blamage für Biden, wenn diese Idioten sich weigern, den Antrag im Kongress zu bewilligen",

sind die Worte, die dabei fallen und die nun – durch das südkoreanische Fernsehen ausgestrahlt – binnen weniger Stunden von fünf Millionen Zuschauern allein auf YouTube mitgehört wurden. 

Auf der Konferenz des Global Fund hatte Biden zugesagt, dass die USA nach der Genehmigung durch den Kongress sechs Milliarden Dollar für die Gesundheitskampagne zur weltweiten Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria bereitstellen würden, droht aber im Kongress damit durchzufallen.

Das südkoreanische Präsidialamt leugnete inzwischen, dass die Äußerungen gegen die USA gerichtet waren. Und die Pressesprecherin des Präsidenten Kim Eun-hye sagte, die Zuschauer hätten sich bei einem ähnlich klingenden koreanischen Wort verhört, das sich zudem auf das südkoreanische Parlament und nicht auf die USA bezogen hätte.

Park Hong-geun, der südkoreanische Oppositionsführer, akzeptierte die Rechtfertigung nicht, als er Yoon dafür kritisierte, die Beziehungen zwischen den USA und Südkorea zu behindern. Er nannte es eine "unbegründete Ausrede", mit der das Präsidialamt versuche, ein "diplomatisches Desaster" zu vertuschen. Ein Kommentator schrieb auf YouTube:

"Ich habe mir das jetzt zehnmal angehört. Das Wort ist mit Sicherheit 'Biden'."

Die Opposition bezeichnete Yoons offizielles Dementi als Beleidigung der Südkoreaner. Yoon sage damit, die Südkoreaner seien "schwerhörig", so der Abgeordnete der Demokratischen Partei Chun Jae-soo in einem Radiointerview am Freitag.

Mit rund 27.000 in Südkorea stationierten Soldaten sind die USA der wichtigste Sicherheitsverbündete Südkoreas. Das Verhältnis der beiden Staaten ist aktuell jedoch spannungsgeladen, da die USA mit dem gerade beschlossenen Inflation Reduction Act die Konkurrenzfähigkeit der südkoreanischen Autohersteller, die keine Elektrofahrzeugwerke in den Vereinigten Staaten betreiben, reduzieren. Südkorea sieht in dem neuen Gesetz einen Verstoß gegen WTO-Regeln des freien Handels.

Mehr zum Thema - "Dolchstoß in Rücken" – Südkorea verstimmt wegen Steuerbegünstigungen für E-Autos aus USA

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