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"Kreml-Forscherin" einer US-Lobbygruppe fällt auf russischen Satire-Artikel herein

Eine selbsternannte Russland-Expertin, die für eine US-Lobbygruppe arbeitet, hat sich in den sozialen Medien bis auf die Knochen blamiert. Olga Lautman schaffte es nicht, einen russischen Satire-Artikel als solchen zu erkennen, und echauffierte sich auf Twitter über die vermeintlich echte Nachricht. Eine Reaktion der Satire-Webseite ließ nicht lange auf sich warten.
"Kreml-Forscherin" einer US-Lobbygruppe fällt auf russischen Satire-Artikel herein© Twitter / ia_panorama

Eine Top-Lobbyistin der US-amerikanischen Lobbygruppe "Center for European Policy Analysis" (CEPA) mit Sitz in Washington ist auf einen Artikel der russischen Satire-Webseite Panorama hereingefallen.

Olga Lautman, die sich selbst als "Kreml-fokussierte" Analystin und Forscherin bezeichnet, hat eine große Fangemeinde in den sozialen Medien, die sie mit Geschichten über angebliche ruchlose russische Aktivitäten erfreut. Das Ziel des CEPA ist es, den US-amerikanischen Einfluss in Osteuropa zu stärken. Zu diesem Zweck wird es von der NATO, westlichen Waffenherstellern und der US-Regierung finanziert.

Panorama veröffentlichte am Montag einen kurzen Beitrag in den sozialen Medien, in dem behauptet wurde, dass der führende russische Fernsehsender Perwy kanal einen großen Beitrag über angeblich "randalierende faschistische Banden in Kasachstan" ausgestrahlt habe. In der Originalmeldung hieß es:

"Die Militanten bekennen sich zum Neonazismus und zum Völkermord an der nicht-einheimischen Bevölkerung, unterstützen das Verbot der russischen Sprache, den Bologna-Prozess und die satanistische Gruppe BTS."

Diese "Nachricht" wurde durch ein altes Foto illustriert, das in den frühen 2010er Jahren aufgenommen wurde und Mitglieder der mongolischen Neonazi-Gruppe Tsagaan Chas (was so viel wie "Weißes Hakenkreuz" bedeutet) zeigt.

Der Beitrag von Panorama verbreitete sich in den sozialen Medien und wurde von einigen Nutzern als echt aufgefasst. Der satirische Kurzfilm gelangte schließlich zu Lautman, die sich einer riesigen Armee von über 260.000 Abonnenten rühmen kann. Zu der "Nachricht" von Panorama lieferte Lautman dann eine eigene ausführliche "Analyse". Sie schrieb:

"Der russische Fernsehsender Channel One hat ein 30-minütiges Special über faschistische Banden in Kasachstan ausgestrahlt. Und das, nachdem [Kasachstans Präsident Qassym-Schomar] Toqajew [den russischen Präsidenten Wladimir] Putin beleidigt hatte, weil dieser mit dessen Propaganda nicht einverstanden war. Russland sollte sich wirklich auf seine heimischen Nazi-Gruppen und die russischen Nazi-Paramilitärs konzentrieren, die in der Ukraine kämpfen."

Während Lautman ihren Fehler offenbar sofort einsah und den beleidigenden Tweet still und leise löschte, entging Panorama das Versagen der Expertin nicht. Die Satire-Webseite ließ keine Gelegenheit aus, sich über die vermeintliche Expertin lustig zu machen und deren Fachwissen über den Kreml und Osteuropa infrage zu stellen.

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