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"Harry Potter und das Asow-Regiment": Rowling erklärt sich bereit, für ukrainische Nazis zu lesen

Zauberspruch auf den ukrainischen Raketen im Donbass, Literaturlesung für Nazis aus dem Asow-Regiment und Sanktionen gegen den russischen Schauspieler, der in den Verfilmungen ihrer Bücher mitspielt – all das unterstützte die Schriftstellerin J. K. Rowling bei einem Telefonstreich.
"Harry Potter und das Asow-Regiment": Rowling erklärt sich bereit, für ukrainische Nazis zu lesenQuelle: Gettyimages.ru © Stuart C. Wilson

Die britische Schriftstellerin Joanne Rowling erklärte sich in einem Telefonstreich bereit, den Kauf von Waffen für die Ukraine zu finanzieren und an einer Lesung für das Nazi-Bataillon Asow teilzunehmen. Die bekanntesten russischen Anrufprankster Vovan und Lexus (eigentlich Wladimir Kusnezow und Alexei Stoljarow) – zu deren prominenten Opfern der kanadische Premierminister Justin Trudeau, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan, Prinz Harry und die Pop-Ikone Elton John zählen – foppten nun die "Mutter" von Harry Potter.

Sie gaben sich als ukrainischer Präsident Wladimir Selenskij aus und baten die britische Autorin, die Narbe auf Harry Potters Stirn, die "dem Buchstaben 'Z' ähnele", in den Dreizack zu verwandeln, der das Wappen der Ukraine ziert. "Es wäre gut, wenn ich in den sozialen Medien etwas dagegen unternehmen würde", antwortete die Schriftstellerin willig.

Der falsche Selenskij enthüllte dann, dass Kiews Truppen den Todesfluch "Avada Kedavra" aus ihren Büchern auf die Raketen geschrieben haben, die auf die Städte Donezk und Lugansk im Donbass abgefeuert wurden. "Ich mag den Scherz!", lachte Rowling. In der vergangenen Woche hatte das ukrainische Militär seinen wahllosen Beschuss von Donezk und Lugansk intensiviert, was zu Zerstörungen, Toten und Verletzten unter der Zivilbevölkerung geführt hat.

Rowling hatte auch nichts dagegen, dass das Geld, das sie über ihre Wohltätigkeitsorganisation für ukrainische Kinder sammelt, stattdessen für den Kauf weiterer Waffen für die Kiewer Streitkräfte verwendet wird. "Ich verstehe das.", sagte die Autorin. Sie wolle, dass die Ukraine alle Waffen bekomme, die sie brauche, fügte sie hinzu.

Die britische Schriftstellerin sprach sich auch für schärfere Sanktionen gegen Russland aus, die sowohl die Wirtschaft als auch die Kultur betreffen sollten. Sie versprach zudem, "mit bestimmten Leuten zu sprechen", damit der "russische Schauspieler Alexander Kusnezow", der in den Verfilmungen ihrer Bücher mitspielt, irgendwie sanktioniert werden könnte. Das Skurrile daran ist, dass Kusnezow eigentlich ukrainischer Abstammung ist und sein Weg nach Hollywood in Kiew begonnen hatte.

Die Autorin nahm im Laufe des Gesprächs auch eine Einladung in die Ukraine an, um vor Mitgliedern des nationalistischen Asow-Bataillons aus ihren Fantasy-Romanen vorzulesen, obwohl der falsche Selenskij sie warnte, dass diese "deutsche Bücher" bevorzugten.

Das Video des Streiches wurde als Teil der neuen Show von Vovan und Lexus auf der russischen Plattform Rutube veröffentlicht. Der Kanal des Duos auf YouTube wurde gelöscht, kurz nachdem sie ihr Gespräch mit George W. Bush hochgeladen hatten, in dem der ehemalige US-Präsident den Ukrainern geraten hatte, "so viele russische Truppen wie möglich zu vernichten".

Das war bereits der zweite Kanal der Telefon-Prankster, der von YouTube gelöscht wurde. Den ersten hatte man im März auf Ersuchen der britischen Regierung abgeschaltet, die verärgert darüber war, dass Vovan und Lexus den britischen Verteidigungsminister Ben Wallace und die Innenministerin Priti Patel hereingelegt hatten.

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