International

Ukrainische Stadt Nikolajew verbannt russische Sprache aus Schulen

Ab dem 1. September wird das Fach Russisch in den Schulen von Nikolajew verboten sein, wie das Gemeinderatsmitglied Jekaterina Stokolias mitteilte. In einem Facebook-Post erklärte sie, die Entscheidung sei am Freitag vom Ausschuss getroffen worden.
Ukrainische Stadt Nikolajew verbannt russische Sprache aus SchulenQuelle: AFP © Sergei Supinsky

Die russische Sprache wird in den Schulen der südukrainischen Stadt Nikolajew eingeschränkt, sagte Jekaterina Stokolias, Mitglied des Exekutivausschusses des Stadtrats, am Samstag. 

In einem Facebook-Post erklärte sie, die Entscheidung sei am Freitag vom Ausschuss getroffen worden.

Stokolias schrieb auf Facebook:

"Ab dem 1. September gibt es keine Clubs, Kurse, Junior-Klassen oder pädagogische Designs in russischer Sprache mehr. Endlich! Vielen Dank an alle meine Kollegen!"

Sie fügte die Zeichnung einer Katze hinzu, die ein Herz in den Farben der ukrainischen Flagge hält. Die Bildunterschriften lauten "Language matters" und "Everything matters". Russisch ist die Muttersprache der Mehrheit der Einwohner Nikolajews.

Die Ankündigung in Nikolajew erfolgte, nachdem der stellvertretende ukrainische Bildungs- und Wissenschaftsminister Andrei Witrenko Anfang des Monats bekannt gegeben hatte, dass die Behörden planen, den Lehrplan in mehreren Fächern zu ändern, darunter in den Bereichen ausländische Literatur, Weltgeschichte und die Geschichte der Ukraine. Insbesondere der weltberühmte Roman "Krieg und Frieden" des russischen Schriftstellers Leo Tolstoi, der den Einmarsch Napoleons in Russland im Jahr 1812 beschreibt, soll gestrichen werden.

Vitrenko erklärte dazu:

"Solche Dinge werden in der Ukraine nicht mehr gelehrt. Alles, was die 'Orktruppen' verherrlicht, wird aus dem Programm der ausländischen Literatur verschwinden."

Er ergänzte, dass derzeit auch darüber diskutiert wird, ob russische Schriftsteller im Lehrplan verbleiben sollen. Im April forderte der ukrainische Beauftragte für den Schutz der Staatssprache, Taras Kremen, die russische Sprache in den Schulen, in denen sie noch unterrichtet wird, durch andere Fächer zu ersetzen, zum Beispiel durch die Geschichte der Ukraine, die ukrainische Sprache, Englisch oder Mathematik.

Obwohl die ukrainischen Behörden seit Beginn des Krieges die Einschränkungen für die russische Sprache verschärft haben, hatte Kiew schon lange vor dem aktuellen Konflikt russische Kunstwerke – und den Unterricht in dieser Sprache – verboten. Im März 2019 verbot die ukrainische Regierung rund 40 Kunstwerke, die russische Unternehmen, Künstler, soziale Netzwerke, Internetportale, die UdSSR oder sowjetische Politiker erwähnen.

Im Jahr 2019 wurde ein weitreichendes Gesetz mit dem Titel "Über die Gewährleistung des Funktionierens der ukrainischen Sprache als Staatssprache" verabschiedet, für das sich der damalige Präsident Petro Poroschenko einsetzte. Dadurch wurde Ukrainisch offiziell zur alleinigen Staatssprache. Das Gesetz legt fest, dass es in vielen Bereichen, einschließlich der öffentlichen Verwaltung, der Medien und des Bildungswesens, die Hauptsprache sein muss. Obwohl Russisch in weiten Teilen der Ukraine eine verbreitete Muttersprache ist und die Zahl russischsprachiger Menschen in vielen Städten sowohl im Osten als auch im Süden des Landes überwiegt, gewährt das Gesetz keine Ausnahme, obwohl viele der Bestimmungen schrittweise umgesetzt wurden.

Moskau äußert sich seit vielen Jahren besorgt über die Unterdrückung der russischen Sprache in der Ukraine. Im vergangenen September erklärte der russische Außenminister Sergej Lawrow, dass "die Diskriminierung der russischen Sprache in der Ukraine das Ausmaß einer Katastrophe erreicht hat".

Mehr zum ThemaGert Ewen Ungar über die Manipulation der Deutschen und Rassismus gegen Slawen

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.