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Papst Franziskus: "Man nutze bitte nicht Getreide als Kriegswaffe"

Das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche, Papst Franziskus, hat die Weltgemeinschaft auf Probleme des Mangels an Grundnahrungsmitteln aufmerksam gemacht und dazu aufgerufen, Getreide nicht als Kriegswaffe zu nutzen. Davon hänge das Leben von Millionen Menschen ab.
Papst Franziskus: "Man nutze bitte nicht Getreide als Kriegswaffe"Quelle: AFP © Filippo MONTEFORTE

Papst Franziskus hat bei der Generalaudienz vor zahlreichen Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom die Problematik der Weizen-Knappheit in der Welt angesprochen. In diesem Zusammenhang forderte der Papst dazu auf, die Blockade der Getreideexporte aus der Ukraine aufzuheben. Wörtlich hieß es:

"Die Blockade der Exporte von Getreide aus der Ukraine, von denen das Leben von Millionen von Menschen abhängt, besonders in den ärmsten Ländern, löst große Sorge aus."

Von den Staats- und Regierungschefs der Welt müssten alle Anstrengungen unternommen werden, um dieses Problem zu lösen und das allgemeine Menschenrecht auf Nahrung zu garantieren, hieß es weiter. Der 85 Jahre alte Argentinier appellierte an die Weltgemeinschaft:

"Man nutze bitte nicht das Getreide, ein Grundnahrungsmittel, als Kriegswaffe."

Die Ukraine ist einer der größten Weizenproduzenten der Welt. Vom 1. bis 30. Mai 2022 exportierte das Land 1,06 Millionen Tonnen Getreide und damit 2,7 Mal weniger als im Mai 2021 (2,81 Mio. Tonnen), teilte das Ministerium für Agrarpolitik und Ernährung des Landes mit.

Die ukrainischen Behörden erklärten wiederum den Rückgang der Ausfuhren mit der Blockade der Seehäfen im Süden des Landes aufgrund der russischen Militäroperation. Die UNO forderte Russland auf, die Blockade der Häfen aufzuheben. Das russische Außenamt ließ diese Möglichkeit zu, allerdings unter der Voraussetzung, dass die Sanktionen gegen Russland aufgehoben werden.

Auch die Türkei meldete sich zu Wort und schlug ihre Unterstützung bei der Lösung des Problems der Getreideexporte aus der Ukraine vor. Der Staat sprach sich für die Einrichtung einer vierköpfigen Kontaktgruppe aus, an der die UNO, die Türkei, Russland und die Ukraine beteiligt sein sollten.

Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu betonte, dass die Freigabe der Häfen nicht vorankomme, weil die Ukraine nicht wolle, dass russische Schiffe in die Häfen von Odessa einlaufen, während Russland nicht wolle, dass Schiffe, die die Häfen über Korridore anfahren, Waffen in die Ukraine liefern. Daher sei ein Überprüfungsmechanismus notwendig, hieß es. Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte Pläne für ein Treffen zwischen dem russischen Außenminister Sergei Lawrow und seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Çavuşoğlu, bei dem die Weizenexporte zur Sprache kommen sollten. Einen genauen Termin nannte Peskow jedoch nicht.

Russland sei bereit, zur Überwindung der Nahrungsmittelkrise beizutragen, wenn die politisch motivierten Sanktionen aufgehoben würden. Dies unterstrich auch der russische Präsident Wladimir Putin in einem Telefongespräch mit dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi.

Laut Peskow stehe das Thema Weizen auf der täglichen Agenda und werde über verschiedene Kanäle diskutiert. Als Ursache dafür bezeichnete Peskow allerdings "illegale Einschränkungen" gegen Russland als einen der wichtigsten Lieferanten. Die Krise sei auch mit den Handlungen der Behörden in Kiew verbunden, die Zufahrtswege zu Häfen im Schwarzen Meer vermint hätten und somit Weizenlieferungen von dort aus unmöglich machen, obwohl Moskau sie keineswegs behindere. 

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