International

"Sind keine Sklaven": Pakistan wehrt sich gegen öffentlichen antirussischen Druck aus dem Westen

Pakistans Regierungschef Imran Khan kritisiert die unverhohlene und öffentliche Aufforderung einiger westlicher Diplomaten, die UN-Resolution gegen Russland zu unterstützen. Pakistan betreibe eine eigene Außenpolitik und sei kein Sklave anderer Mächte.
"Sind keine Sklaven": Pakistan wehrt sich gegen öffentlichen antirussischen Druck aus dem WestenQuelle: www.globallookpress.com © Hussain Ali/Keystone Press Agency

Der pakistanische Premierminister Imran Khan hat westliche Diplomaten scharf kritisiert, als sie die Landeshauptstadt Islamabad besuchten und Pakistan aufforderten, Russlands militärischen Einmarsch in die Ukraine zu verurteilen. Er fragte sie, ob sie Pakistan für ihren "Sklaven" hielten, wie Reuters am Sonntag berichtete. Auf einer politischen Veranstaltung erklärte der pakistanische Regierungschef:

"Was denken Sie von uns? Sind wir Ihre Sklaven, ... dass wir alles tun, was Sie sagen?"

Pakistan hatte sich bei der Abstimmung über eine Resolution der UN-Vollversammlung zur Verurteilung der russischen Militäroperation der Stimme enthalten, ebenso wie Indien, direkter politischer Rivale Pakistans in der Region.

Khan fragte weiter:

"Ich möchte die Botschafter der Europäischen Union fragen: Haben Sie einen solchen Brief an Indien geschrieben?"

Berichten zufolge erklärte Khan auch, dass Europa es versäumt hätte, Indien wegen der Vorfälle im Kaschmir zu verurteilen, einer umstrittenen Bergregion, in der Pakistan und Indien zwei Kriege geführt haben.

Der pakistanische Premierminister fügte hinzu, dass Pakistan unter seiner Unterstützung für das NATO-Bündnis in Afghanistan gelitten habe und dass es statt Dank nur Verurteilungen geerntet habe.

Khan war in die Kritik geraten, nachdem er Ende Februar – kurz vor Beginn des Ukraine-Krieges – einen Besuch in Moskau abgestattet und dabei auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin nur wenige Stunden nach Beginn des Einmarsches getroffen hatte.

Am Sonntag sagte Khan, Pakistan sei "mit Russland befreundet, und wir sind auch mit Amerika befreundet; wir sind mit China und mit Europa befreundet; wir sind in keinem Lager". Pakistan werde "neutral" bleiben und mit denjenigen zusammenarbeiten, die an der Beendigung des Ukraine-Konflikts arbeiten.

Am Freitag erklärte ein Sprecher des pakistanischen Außenministeriums bei der Pressekonferenz, dass es "keine übliche diplomatische Praxis" sei, dass Gesandte Anfragen wie den Brief öffentlich machen. Das habe Pakistan klargestellt. Er fügte hinzu:

"Wir haben das zur Kenntnis genommen und in einem anschließenden Treffen mit einer Gruppe von Botschaftern unsere Besorgnis darüber zum Ausdruck gebracht. Denn wie ich schon sagte, ist das nicht die Art und Weise, wie Diplomatie praktiziert werden sollte, und ich denke, sie haben das erkannt."

Einige europäische Abgesandte, die die gemeinsame Erklärung auf Twitter geteilt hatten, löschten Berichten zufolge ihre Tweets einige Zeit später.

Mehr zum ThemaManöver vor russischer Grenze: Die NATO verfolgt eine Strategie der Spannung

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.