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Studien zeigen weitere Risiken durch Fracking: Radioaktive Belastung der Luft erhöht

Studien zeigen weitere Risiken durch Fracking: Radioaktive Belastung der Luft erhöht
Seit Jahren wachsen Bedenken wegen der Gesundheits- und Umweltrisiken durch Fracking. Eine aktuelle Studie weist in der Umgebung der Anlagen auf erhöhte Radioaktivität, was auch zu Lungenkrebs führen kann. Beide US-Präsidentschaftskandidaten halten am Fracking fest.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen der Förderung unkonventioneller Erdgas- und Erdölvorkommen durch hydraulic Fracturing, kurz Fracking, und der Beeinträchtigung der menschlichen Gesundheit und der Umwelt nehmen zu. Im Jahr 2014 gab es erst 400 von Experten begutachtete Studien über die gesundheitlichen Auswirkungen des Fracking, wohingegen im Jahr 2019 fast 1.800 Studien zu analysieren waren. Die Studien zeigten in zunehmendem Maße einen Zusammenhang zwischen Fracking und Luftverschmutzung, verunreinigtem Wasser und der Abnahme von Trinkwasserressourcen sowie zu Erdbeben auf. Hinsichtlich der Gesundheitsrisiken befassten sich die Studien mit der Reproduktionsfähigkeit sowie der Gesundheit der Fracking-Arbeiter.

Eine Studie an der Yale University mit dem Fokus auf den Zusammenhang erhöhter Fälle von Leukämie bei Kindern und unkonventioneller Öl- und Gasförderungsmethoden ergab, dass mindestens 55 Chemikalien, die im Fracking-Prozess verwendet werden, bekannte, wahrscheinliche oder mögliche Krebserreger sind. Sehr viele der bekannten Fracking-Zusätze sind giftig, krebserregend oder mutagen, viele werden geheim gehalten.

Im Oktober diesen Jahres zeigte eine Studie von Forschern der Harvard University, dass Fracking-Anlagen nicht nur schädliche Gase und Chemikalien freisetzen, sondern auch die radioaktive Belastung in der Luft erhöhen, was ein weiteres Gesundheitsrisiko für die Anwohner und Arbeiter darstellt.

Texanischer Senator der Republikaner Rafael Edward

Schon länger ist bekannt, dass in den öl- und gasreichen Gesteinsschichten mehr radioaktive Elemente wie Uran-238 und Radon angereichert sind. Die aktuelle Studie zeigt, dass sich bei dem Fracking-Prozess neben dem freiwerdenden Radon auch weitere radioaktive Zerfallsprodukte als Feinstaub verteilen können.

"Erhöhte Werte von Uran-238 und Radium-226 wurden kürzlich in den Wasserbecken, den Bohrresten, den hochgeförderten Sedimenten und in Gewässern nahe unkonventionellen Förderanlagen nachgewiesen", so die Forscher von der Harvard T.H Chan School of Public Health in Boston und seine Kollegen.

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Diese radioaktiven Partikel in der Luft können eingeatmet werden, sich in den Bronchien anreichern und dort Alphastrahlung in Form geladener Heliumkerne sowie Betastrahlung in Form von Elektronen abgeben. Dadurch können Entzündungen entstehen, das Risiko von Lungenkrebs steigt.

Unklar war bisher, wie viel radioaktives Radon an den Fracking-Anlagen frei wird und in welchem Maß dieses radioaktive Gas und weitere radioaktive Schwebstoffe zur Kontamination der Luft beitragen. In Gebieten innerhalb von 20 Kilometern (12 Meilen) in Windrichtung von 100 Fracking-Brunnen liegen die Strahlungswerte laut der Studie (für die Tausende von Strahlungsmonitoren der US-Umweltschutzbehörde (U.S. Environmental Protection Agency) landesweit in den Jahren 2011 bis 2017 ausgewertet wurden) in der Regel etwa 7 Prozent über den normalen Hintergrundwerten. Die Studie zeigte, dass die Messwerte in Gebieten, die näher an den Bohrstandorten liegen, oder in Gebieten mit höherer Dichte von Bohrstandorten viel höher liegen können.

Fracking als Wahlkampfthema

US-Präsident Donald Trump befürwortet das Fracking wegen seiner wirtschaftlichen Vorteile, Republikaner Ted Cruz drängt auf Fracking wegen der Jobs und bemüht sich, auch in Deutschland die geplante Pipeline-Erweiterung Nord Stream 2 zu sabotieren. Trumps Rivale Joe Biden hat versprochen, Fracking im Falle seiner Wahl weiterhin zuzulassen, auch wenn er zugleich angeblich einen ehrgeizigen Plan zur Bekämpfung des Klimawandels durchsetzen will.

Mit Blick auf die Stimmen im besonders hart umkämpften US-Staat Pennsylvania hat US-Präsident Donald Trump seinem Herausforderer Joe Biden vorgeworfen, sich gegen die umstrittene Ölfördertechnik Fracking zu stellen.

Biden wies dies zurück und sagte, er sei zwar dagegen, neue Genehmigungen für Fracking-Projekte auf bundeseigenem Land zu erteilen. Bei bestehenden Projekten werde es aber darauf ankommen, Emissionen aus dieser Art der Förderung einzufangen. Dafür müsse in zusätzliche Techniken investiert werden.

Mit Fracking wird vor allem in Pennsylvania – im Nordosten der USA – die Öl- und Gasförderung vorangetrieben. Dabei wird unter hohem Druck eine Flüssigkeit in den Boden gepresst, um das Gestein durchlässiger zu machen und Öl sowie Gas fördern zu können.

Im vergangenen Sommer sandte eine Gruppe von mehr als 800 Menschen in Pennsylvania einen Brief an den Gouverneur Tom Wolf, in dem sie einen Stopp des Fracking fordern, damit die Gesundheitsbehörden des Bundesstaates mögliche Verbindungen zwischen Fracking und Krebs im Kindesalter untersuchen können. Wolf sagte, er unterstütze ein Fracking-Verbot im Flussbecken des Delaware, unterzeichnete jedoch ein Gesetz, welches das Fracking in diesem Bundesstaat noch "wettbewerbsfähiger" machen soll.

New York und Vermont sind die einzigen Bundesstaaten der USA, die ein vollständiges Fracking-Verbot verhängt haben; Gouverneur Andrew Cuomo gab zum Zeitpunkt des Verbots 2014 bekannt, dass dieser Schritt teilweise auf Bedenken hinsichtlich Gesundheit und Umweltverschmutzung zurückzuführen sei.

Laut Sandra Steingraber, Mitbegründerin von Concerned Health Professionals of NY, leben im Umkreis von einer Meile von einem Fracking-Standort mindestens 17 Millionen Amerikaner, deren Leben durch Fracking negativ beeinflusst und möglicherweise verkürzt wird.

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