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WHO spricht sich gegen Lockdown als "primäres Mittel" gegen Corona-Krise aus

WHO spricht sich gegen Lockdown als "primäres Mittel" gegen Corona-Krise aus
(Archivbild). David Nabarro während einer Pressekonferenz in Genf, Schweiz, am 31. Juli 2015.
Der Sondergesandte der Weltgesundheitsorganisation für COVID-19, Dr. David Nabarro, fordert in einem Interview mit dem britischen Nachrichtenmagazin "The Spectator" ein Umdenken im Umgang mit der Corona-Krise. Lockdowns dürften nicht mehr "das primäre Mittel" sein.

"Wir in der Weltgesundheitsorganisation befürworten keine Lockdowns als primäres Mittel zur Kontrolle dieses Virus", sagte Dr. David Nabarro in einem längeren Interview mit The Spectator. Nabarro ergänzte:

Wir glauben, dass ein Lockdown nur gerechtfertigt ist, um sich Zeit zu verschaffen, um sich neu zu organisieren, neu zu gruppieren, um die Ressourcen neu auszubalancieren und das Gesundheitspersonal, das erschöpft ist, schützen zu können, aber im Großen und Ganzen würden wir das lieber nicht tun.

(Symbolbild)

Der Sondergesandte der Weltgesundheitsorganisation für COVID-19 wies auf einige der negativen Folgen hin, die die Lockdowns auf der ganzen Welt verursacht hätten, darunter verheerende Auswirkungen auf die Tourismusindustrie und eine Zunahme von Hunger und Armut.

"Schauen Sie sich nur an, was mit der Tourismusindustrie zum Beispiel in der Karibik oder im Pazifik passiert ist, weil die Menschen keinen Urlaub machen", so Nabarro. Und weiter:

Schauen Sie sich an, was mit Kleinbauern auf der ganzen Welt passiert ist. (...) Schauen Sie sich an, was mit der Armut geschieht. Es scheint, dass wir bis zum nächsten Jahr eine Verdoppelung der weltweiten Armut haben könnten. Die Unterernährung von Kindern könnte sich mindestens verdoppeln.

Anfang dieser Woche unterzeichneten Tausende medizinischer Gesundheitsexperten eine Petition, in der sie das Ende der Lockdowns forderten und sich auf den "irreparablen Schaden" beriefen, den diese verursacht hätten.

"Als Epidemiologen für Infektionskrankheiten und Wissenschaftler im Bereich des öffentlichen Gesundheitswesens sind wir sehr besorgt über die schädlichen Auswirkungen der vorherrschenden COVID-19-Politik auf die physische und psychische Gesundheit und empfehlen einen Ansatz, den wir Focused Protection nennen", hieß es in der Petition, die unter dem Namen Great Barrington Declaration bekannt ist. "Die derzeitige Abriegelungspolitik hat verheerende Auswirkungen auf die kurz- und langfristige öffentliche Gesundheit", heißt es in der Petition.

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