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Journalisten durch Schüsse in Bergkarabach verletzt – Le-Monde-Reporter "in kritischem Zustand"

Journalisten durch Schüsse in Bergkarabach verletzt – Le-Monde-Reporter "in kritischem Zustand"
Blutflecken und Ausrüstung im beschädigten Auto armenischer Journalisten nach einem Beschuss in der Stadt Martuni in der abtrünnigen Region Bergkarabach am 1. Oktober 2020
Bei einem Beschuss in der abtrünnigen Region Bergkarabach wurden mehrere ausländische Journalisten verletzt. Darunter sind laut Medienberichten zwei Reporter der französischen Tageszeitung Le Monde. Der Zustand eines von ihnen sei "kritisch", er werde derzeit operiert.

Wie das Informationszentrum der Regierung Armeniens mitteilte, befanden sich zum Zeitpunkt des Schusswechsels am Donnerstag Vertreter gleich mehrerer ausländischer Medien im Konfliktgebiet. So gerieten unter anderen zwei Le-Monde-Reporter unter Beschuss der aserbaidschanischen Streitkräfte in der Stadt Martuni. Sie wurden in ein Krankenhaus in Stepanakert, der Hauptstadt der international nicht anerkannten Republik Arzach (bis 2017 Republik Bergkarabach), abtransportiert. Einer der beiden Journalisten soll dabei laut dem Bericht besonders schwere Verletzungen erlitten haben.

Der französische Staatschef Emmanuel Macron bestätigte am Donnerstag vor Beginn des EU-Gipfels in Brüssel, dass es sich bei den Verletzten um Journalisten der Redaktion des französischen Blatts handelt, berichtete die Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Der Präsident ordnete indessen an, dass die beiden Reporter aus der Konfliktregion mit einem Flugzeug nach Hause geholt werden. Eine Maschine mit medizinischer Ausstattung stehe inzwischen zum Start bereit, so Macron.

Laut aktualisierten Angaben wurde der schwer verletzte französische Journalist erfolgreich operiert, sodass sein Leben gerettet werden konnte.

Bei den Gefechten kamen auch Reporter armenischer Medien zu Schaden. Der TV-Sender Armenija und die Nachrichtenagentur 24news meldeten, dass ihre Mitarbeiter bei dem Schusswechsel verletzt wurden. Das Armenische Informationszentrum verbreitete ein Video, das das Auto zeigen soll, mit dem die Journalisten in Bergkarabach unterwegs waren. Darauf sind ein blutverschmierter Rücksitz sowie die zersplitterte Heckscheibe des Wagens zu sehen.

Darüber hinaus soll durch die Schüsse in Martuni das Auto der Mitarbeiter der französischen Nachrichtenagentur AFP beschädigt worden sein, die zu dieser Zeit aus der Konfliktzone berichteten. Außerdem teilte der Chefredakteur des russischen TV-Senders Doschd Tichon Dsjadko via Telegram mit, dass sein Stellvertreter Dmitri Jelowski sich am Donnerstag vor dem Kreuzfeuer in Martuni in einem Luftschutzbunker retten musste. Er sei unverletzt davongekommen, hieß es.

Der armenische Ombudsmann Arman Tatojan verurteilte die Angriffe auf Journalisten in Bergkarabach gegenüber RIA Nowosti aufs Schärfste. Er verwies darauf, dass die Vertreter der Presse unter besonderen Schutz stünden, und warf aserbaidschanischen Streitkräften wahllose Beschüsse ziviler Siedlungen vor. Zudem mahnten die Staatschefs der USA, Russlands und Frankreichs, die in der Minsker Gruppe der OSZE zur Beilegung des Konflikts in Bergkarabach den Vorsitz haben, die Konfliktparteien am Donnerstag erneut zur Waffenruhe und der sofortigen Aufnahme der Verhandlungen.

Am Morgen des 27. September hatte Armeniens Premierminister Nikol Paschinjan erklärt, dass die aserbaidschanischen Streitkräfte eine Offensive gegen die Republik Arzach gestartet hätten. Aus dem Verteidigungsministerium in Baku verlautete hingegen, die armenischen Streitkräfte hätten gegen 4 Uhr MESZ aserbaidschanische Armeestellungen und Ortschaften unter Beschuss genommen. Dabei habe es Todesopfer und Verletzte unter der Zivilbevölkerung gegeben. Die Behörden der Republik Arzach gaben bekannt, dass unter anderem die Hauptstadt Stepanakert unter Beschuss geraten sei. In dem international nicht anerkannten Staat wurde der Kriegszustand ausgerufen und die allgemeine Mobilmachung angeordnet. Später traf auch Armenien die gleichen Maßnahmen.

Der Konflikt war im Februar 1988 ausgebrochen, als die autonome Region Bergkarabach mit überwiegend armenischer Bevölkerung ihre Loslösung von Aserbaidschan angekündigt hatte. Im Laufe der bewaffneten Auseinandersetzungen, die von 1992 bis 1994 dauerten, verlor Baku die Kontrolle über Bergkarabach und sieben Anrainergebiete. Im Jahr 1994 unterzeichneten Aserbaidschan, Armenien und die Republik Bergkarabach unter Vermittlung der Russischen Föderation ein Protokoll über einen Waffenstillstand. Trotzdem kam es wiederholt zu Kampfhandlungen, zuletzt im Juli dieses Jahres, als insgesamt 18 Menschen bei einem Konflikt an der armenisch-aserbaidschanischen Grenze ums Leben kamen.

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