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Britische Geheimdienstler zu Russland-Bericht: Parlamentsausschuss zeigt gewissen Grad an Ignoranz

Britische Geheimdienstler zu Russland-Bericht: Parlamentsausschuss zeigt gewissen Grad an Ignoranz
Britische Geheimdienstler zu Russland-Bericht: Parlamentsausschuss zeigt gewissen Grad an Ignoranz (Symbolbild: Das Gebäude des Geheimdienstes (SIS/Militärischer Nachrichtendienst, MI6) in London.)
Die Autoren des britischen Russland-Berichts wissen nicht, wovon sie sprechen. Entsprechende Kritik üben laut "Guardian" Quellen aus dem MI6. Der Geheimdienstausschuss des britischen Parlaments erhalte keine Information von Erstquellen und erst recht keine Live-Feeds.

Der vom Geheimdienstausschuss des britischen Parlaments erstellte Russland-Bericht sowie die Aussagen einiger Parlamentarier bei der Pressekonferenz zu dessen Veröffentlichung, sorgen in Großbritannien für Aufregung. Unter anderem von Einmischungen in den Ablauf des schottischen Unabhängigkeitsreferendums und möglicherweise in die Brexit-Abstimmung ist die Rede. Allerdings sind sowohl die Quellen als auch der Inhalt dieses Berichts bereits mehrfach kritisiert worden: Sie lassen den Bericht als fragwürdig erscheinen.

Symbolbild: Der Anti-Brexit-Aktivist Steve Bray geht während einer Demonstration in London mit antirussischen Verschwörungstheorien hausieren.

Nun meldeten sich sogar britische Geheimdienstveteranen zu Wort und ließen ihrerseits kein gutes Haar an dem Bericht. Auch für sie stellen die Quellen den Hauptkritikpunkt dar: Die Verfasser des Berichts hätten, schlicht ausgedrückt, wenig Ahnung. Die britische Zeitung The Guardian zitiert hierzu Mitarbeiter britischer Nachrichtendienste. Einer davon, ein ehemaliger hochgestellter Whitehall-Mitarbeiter (Whitehall ist eine althergebrachte Bezeichnung für den britischen Auslandsgeheimdienst MI6. Anm. d. Red.), gab wörtlich Folgendes zu bedenken:

Der Ausschuss wird nicht regelmäßig über geheime Aufklärungsdaten unterrichtet. Und auch wenn ihm etwas Einsicht gewährt wird, bekommt er kein Material aus erster Hand und ganz sicher nicht in der Form eines Live-Feeds.

Überhaupt warfen die auf Anonymität bestehenden Gesprächspartner im Interview mit der Zeitung den Parlamentariern weitgehende Sachunkenntnis vor, auf der diese ihren Bericht aufbauten:

Der Ausschuss spricht von einer Position hochgradiger Ignoranz aus.

Aufklärungsdaten von kritischer Wichtigkeit würden grundsätzlich lediglich in einem engen Kreis geteilt, bestehend aus dem Premierminister, den wichtigsten Ministern und vertrauten Regierungsbeamten. Den Geheimdienst- und Sicherheitsausschuss des britischen Parlaments hingegen informiere man nicht einmal rückwirkend, betonte der Guardian mit Verweis auf die anonymen Gesprächspartner des MI6.

Diese beklagten sich zudem darüber, dass das Ergebnis des Berichts darin bestehe, den Ruf von MI5, MI6 und GCHQ zu zerstören. (GCHQ steht für Government Communications Headquarters, dt. etwa: Hauptquartier für Regierungskommunikation. Ein britischer Nachrichtendienst, der bei Beschaffung von Aufklärungsdaten vor allem auf technische Mittel setzt. Anm. d. Red.).

Getarnte Forderung nach einer Erhöhung der Finanzierung?

Die Gesprächspartner des Guardian bestreiten ebenfalls die Behauptungen, wonach Russlands angebliche Desinformationsversuche im Vorfeld des Brexit-Referendums mittels einer vermeintlichen Beeinflussung an den britischen Geheimdiensten unbemerkt vorbeigegangen seien. Es hat schlicht keine hochwertigen Aufklärungsdaten gegeben, die ein derartiges Vorhaben seitens Russland nahelegen würden.

Die Geheimdienstangehörigen nutzten natürlich die Gelegenheit, um durch die Blume für eine finanzielle Aufstockung ihrer Behörden zu werben: Eine lückenlose Überwachung der sozialen Medien auf Bestrebungen dieser Art würde neben entsprechenden politischen Entscheidungen auf ministerialer Ebene zusätzliche finanzielle Mittel erfordern, so die Gesprächspartner des Guardian.

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