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USA setzen Kopfgeld auf Vorsitzenden des venezolanischen Obersten Gerichts aus

USA setzen Kopfgeld auf Vorsitzenden des venezolanischen Obersten Gerichts aus
USA setzen Kopfgeld nun auch auf Vorsitzenden des venezolanischen Obersten Gerichts aus (Archivbild: Jahreseröffnungszeremonie am Obersten Gerichtshof Venezuelas. Präsident des Landes Nicolas Maduro (R) hört dem vorsitzenden Richter Maikel Moreno (L) zu. Caracas, 31. Januar 2020.)
Die Wildwest-Politik der USA gegen Venezuela treibt weiterhin seltsame Blüten. Nach Präsident Maduro wurde nun auch auf den vorsitzenden Richter des Obersten Gerichts Venezuelas wegen angeblicher Korruption ein Kopfgeld von fünf Millionen US-Dollar ausgesetzt.

Wer schon immer wissen wollte, wieviel ein Staatschef wert ist, wenn man es in vorsitzenden Richtern des Obersten Gerichtshofs desselben Staates ausdrückt, hat spätestens seit Dienstag eine Antwort: Es ist exakt dreimal so viel, zumindest im Verständnis der US-Außenpolitik. Denn die USA haben eine Belohnung von fünf Millionen US-Dollar für die Festnahme von Maikel Moreno ausgesetzt, dem vorsitzenden Richter des Obersten Gerichtshofs Venezuelas. Ihm wird Korruption vorgeworfen. Für die Festnahme von Präsident Nicolás Maduro gibt es aktuell eine dreimal so hohe Summe.

Mafiastaat USA? US-Präsident Donald Trump, sein Vize Mike Pence und der US-Generalbundesanwalt William Barr haben ein Kopfgeld von 15 Millionen US-Dollar auf den gewählten und von der UN anerkannten venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro ausgesetzt.

Diese Nachricht verkündete US-Außenminister Mike Pompeo stolzerfüllt auf Twitter. Das Kopfgeld setze ein klares Zeichen dafür, dass die USA "entschlossen gegen Korruption vorgehen". Moreno soll bei Strafverfahren Bestechungsgelder angenommen haben. Pompeo nannte ihn einen "Kumpan von Präsident Nicolás Maduro".

Moreno hat seit Dezember 2014 den Vorsitz des Obersten Gerichtshofs inne. Das Organ ist unter den spanischen Initialen TSJ bekannt. Er wurde bereits im Mai 2017 auf die US-Sanktionsliste gesetzt, nachdem das Gericht Maduro die Auflösung der Nationalversammlung erlaubt hatte.

Das Kopfgeld für Maduro in Höhe von fünf Millionen US-Dollar ist der jüngste Schritt in Washingtons Kampagne für einen Regimewechsel in Caracas. Erst im März setzten die USA auf den Präsidenten des Landes Nicolás Maduro ein Kopfgeld in Höhe von 15 Millionen US-Dollar aus. Ihm wirft man eine Verschwörung vor, deren Ziel es sei, "die Vereinigten Staaten mit Kokain zu überschwemmen".

Bisher ist es Maduro gelungen, jeden Versuch der USA, ihn zu stürzen, zu vereiteln. Erfolglos blieben die Anerkennung des Oppositionspolitikers Juan Guaidó als sogenannter Interimspräsident im Januar 2019, ein versuchter Militärputsch von Guaido-Anhängern vier Monate später, Sanktionen gegen Ölexporte und die Beschlagnahme von venezolanischem Gold und Ölvermögen in der Bank of England.

Zum Teil durch das Kopfgeld bewogen, versuchte eine von zwei US-Amerikanern angeführte Gruppe von Kämpfern im Mai 2020, Venezuela zu infiltrieren. Das Ziel der Männer war es, Maduro in die USA zu entführen. Sie wurden jedoch selber von venezolanischen Sicherheitskräften gefangen genommen.

Mehr zum Thema – Venezuela: Vertraute Guaidós droht Journalisten mit "Kopfgeld"

 

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