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Rekordfund von "Dschihad-Droge" in Italien – IS soll die Pillen in Syrien produziert haben

Rekordfund von "Dschihad-Droge" in Italien – IS soll die Pillen in Syrien produziert haben
Italienische Zollfahnder sichern den gewaltigen Drogenfund.
Zollfahnder in Italien entdeckten im Hafen von Salerno in mehreren Containern Aufputschmittel in einem noch nie da gewesenen Umfang. Nach Angaben der Behörden wurden die Drogen vom IS in Syrien produziert. Der Marktwert betrage vermutlich mehr als eine Milliarde Euro.

Die italienischen Zollfahnder entdeckten in drei verdächtigen Containern, die im Hafen von Salerno in Süditalien verschifft wurden, 14 Tonnen Amphetamine. Die Drogen waren in riesigen Papierrollen für die Industrie versteckt. Die Papierzylinder mit einer Höhe von etwa zwei Metern und einem Durchmesser von 140 Zentimetern, die wahrscheinlich in Deutschland hergestellt worden seien, wurden nach Angaben der Zollbehörde in Neapel mehrschichtig konstruiert, so dass sie die Pillen in den inneren Schichten vor jedem Scanner verbergen können.

Facebook-Video Screenshot vom saudischen Prinzen im libanesischen Gefängnis.

Die 14 Tonnen Amphetamine hätten demnach einen Marktwert von mehr als einer Milliarde Euro. Es handele sich um die größte Beschlagnahmung dieser Aufputschmittel weltweit, hieß es in einer Mitteilung am Mittwoch.

Die sichergestellten Pillen – etwa 84 Millionen Stück – sollen in Syrien produziert worden sein und waren offenbar für den internationalen Markt bestimmt. Die Aufputschmittel tragen das "Captagon"-Logo, das sie als sogenannte "Dschihad-Droge" kennzeichnet. Auch die Attentäter auf die Pariser Konzerthalle Bataclan sollen unter dem Einfluss dieser Droge gestanden haben.

Syrien sei in den letzten Jahren jedoch zum weltweit führenden Hersteller von Amphetaminen geworden

Es sei bekannt, dass der Islamische Staat seine terroristischen Aktivitäten vor allem über den Handel synthetischer Drogen finanziere, die größtenteils in Syrien hergestellt werden, heißt es weiter in der Mitteilung. "Captagon" wurden demnach ursprünglich hauptsächlich im Libanon hergestellt und war in den 1990er Jahren in Saudi-Arabien weit verbreitet. Syrien sei somit in den letzten Jahren jedoch zum weltweit führenden Hersteller von Amphetaminen geworden. Die Behörde teilte weiter mit: 

Captagon wird im gesamten Nahen Osten verkauft und ist sowohl unter (IS)-Kämpfern weit verbreitet, um Angst und Schmerz zu unterdrücken, als auch unter Zivilisten, weil es sie keine Müdigkeit spüren lässt.

Bereits vor zwei Wochen hätten die Zollfahnder ebenfalls im Hafen von Salerno einen Container mit Kleidung gefälschter Marken abgefangen, der auch 2.800 Kilogramm Haschisch sowie 190 Kilogramm Amphetamin – über eine Million Tabletten – mit genau demselben Captagon-Symbol enthielt.

Die jetzt entdeckte Menge könnte die Nachfrage auf dem gesamten europäischen Markt befriedigen. Nach Angaben der Behörde ist anzunehmen, dass die Drogenherstellung in Europa während der Corona-Beschränkungen weitestgehend zum Erliegen gekommen war. Viele Händler hätten sich so an Syrien gewandt, "wo die Produktion keine Verlangsamung erfahren zu haben scheint". Die Polizei geht davon aus, dass die Mafia aus Neapel – die Camorra – in den Handel verwickelt war.

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