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US-Bomber simulieren Angriff auf russische Schwarzmeerflotte

US-Bomber simulieren Angriff auf russische Schwarzmeerflotte
Ein US-amerikanischer B-1B-Langstreckenbomber wird von interessierten Gästen einer Flugshow auf dem Luftwaffenstützpunkt Misawa in Japan bestaunt (Bild vom 10.09.17)
Zwei Langstreckenbomber des Typs B-1B flogen am 29. Mai zum ersten Mal überhaupt zusammen mit ukrainischen Kampfjets eine gemeinsame "Abschreckungsmission" über dem Schwarzen Meer. Die US-Air Force gab später bekannt, dass man den Einsatz von neuen Langstrecken-Anti-Schiffsraketen trainiert habe.

Der Einsatz von US-Bombern und NATO-Manövern entlang der gesamten russischen Grenze hat in letzter Zeit zugenommen. Erst am 21. Mai kam es zu einem Zwischenfall, den selbst das US-Verteidigungsmagazin The War Zone als den "bis jetzt provokantesten" bezeichnete. Die Air Force führte dabei mit einer großen Anzahl von verschiedenen Kampfjets ein Manöver zwischen Alaska und Japan durch, als ein B-1B-Bomber plötzlich Kurs auf das Ochotskische Meer nahm, das von drei Seiten vom russischen Territorium umgeben ist.

Flugspotter, die das Manöver über Live-Tracking-Seiten verfolgten, zeigten sich sichtlich überrascht, als sich der US-amerikanische Langstreckenbomber in dieses Gebiet begab. Der japanische Fluglotse in Tokio empfahl dem Piloten, auf Sichtflug zu wechseln, weil er nicht im IFR-Modus (Instrument Flight Rules) "nach Russland" eindringen könne. Zudem funkte der Lotse zivile Flugzeuge in der Nähe an, sich mit "Dodge01" in Verbindung zu setzen, damit es zu keinen Zwischenfällen kommt. Laut den Flugspottern reagierte aber der Kampfpilot nicht auf die Funksprüche des Zivilflugzeugs von Delta Airlines.       

In einer Presseerklärung der US-Air Force wurde diese Provokation nicht erwähnt. Dort hieß es lediglich, man habe ein großangelegtes Manöver mit verschiedenen Kampfjets und einem Flugzeugträger im "Joint Pacific Alaska Range Complex" durchgeführt, das von Alaska bis Guam reicht. Was hingegen erwähnt wurde, war, dass man den Einsatz von Langstrecken-Anti-Schiffsraketen (LRASM) trainiert hatte. Lt. Col. Ryan Stallsworth, Kommandeur des 9. Bombergeschwaders, sagte in der Erklärung:

Diese Missionen demonstrieren unsere Fähigkeit, jegliches Ziel zu jeder Zeit und überall zu bedrohen.

Da insbesondere russische und chinesische Kriegsschiffe mit immer besseren Luftabwehrsystemen ausgestattet werden, die einen Angriff aus der Luft abwehren sollen, konzentrierten sich die USA auf die Entwicklung von neuen Anti-Schiffsraketen, wie die AGM-158C von DARPA. Diese LRASM hat eine Reichweite von mehr als 900 Kilometern und kann von Kriegsschiffen oder eben auch aus der Luft abgeschossen werden. Da sie aber relativ groß (knapp fünf Meter lang) und schwer ist (knapp zwei Tonnen), kommt nur eine begrenzte Zahl von Flugzeugen infrage, diese tödliche Fracht überhaupt zu transportieren. Bisher wurden dafür die B-1B-Bomber und F/A-18E/F Super Hornets zertifiziert.

Während eine F/A-18 lediglich eine derartige Rakete tragen kann, können die schweren Langstreckenbomber bis zu 24 Langstrecken-Antischiffsraketen (LRASM) an Bord haben. Was damit bezweckt wird, zeigte sich nur acht Tage nach diesem Zwischenfall im Ochotskischen Meer.

Denn am 29. Mai flogen zwei B-1B-Bomber von der Ellsworth Air Force Base im US-Bundesstaat South Dakota nach Europa, wo sie zunächst von der polnischen Luftwaffe über Polen begleitet wurden, um sich dann – zum ersten Mal überhaupt – mit ukrainischen Kampfjets (Su-27 und MiG-29) zusammen zu tun. Offiziell hieß es von Seiten der US-Air Force, dass man gemeinsam eine "Bomber Task Force Mission" in "ganz Europa und der Schwarzmeerregion" durchführen werde.  

Was diese Mission aber genau sein sollte, erklärte die US-Air Force am 1. Juni in einer Presseerklärung. Die beiden Bomber sollten den Einsatz von LRASM üben, während Lt. Col. Timothy Albrecht ohne Umschweife klarstellte, was damit bezweckt werden sollte:

LRASM spielt eine entscheidende Rolle bei der Gewährleistung des Zugangs der US-Marine zu offenen und küstennahen Seegebieten. Mit der Zunahme von maritimen Bedrohungen und den Verbesserungen von Anti-Zugangs-/ Gebietsverweigerungs-Waffensystemen bietet dieser Anti-Schiffsmarschflugkörper ein reduziertes Risiko für Angriffe, indem es hochentwickelte feindliche Luftabwehrsysteme ausschalten kann.

Es kann kein Zweifel bestehen, dass damit Russland gemeint war. Schließlich war das Ziel der Mission auch das Schwarze Meer, wo sich die Halbinsel Krim und die dort stationierte Schwarzmeerflotte der russischen Marine befinden. Mit anderen Worten simulierten die US-Bomber just einen Angriff auf diese Schwarzmeerflotte, wobei nicht bekannt ist, ob die B-1B-Bomber tatsächlich mit den LRASM bewaffnet waren.

US-Bomber simulieren Angriff auf russische Schwarzmeerflotte
Generaloberst Sergei Rudskoj erläutert bei einer Pressekonferenz am 1. Juni die US- und NATO-Manöver im Schwarzen Meer und der Barentssee.
US-Bomber simulieren Angriff auf russische Schwarzmeerflotte
Generaloberst Sergei Rudskoj erläutert bei einer Pressekonferenz am 1. Juni die US- und NATO-Manöver im Schwarzen Meer und der Barentssee.

In Moskau werden solche Vorkommnisse mit Sorge zur Kenntnis genommen. In einer Pressekonferenz am 1. Juni erläuterte der stellvertretende Leiter des russischen Generalstabs, Generaloberst Sergei Rudskoj, wie die USA zusammen mit der NATO immer mehr "Provokationen" unternehmen, nicht nur diese Bombermission im Schwarzen Meer. Auf einer digitalen Karte zeigte er ein Manöver in der Barentssee, an der britische und US-Kriegsschiffe und ein nuklear betriebenes U-Boot teilgenommen haben. Laut Rudskoj hätten diese Kriegsschiffe "Angriffe auf russisches Territorium und das Abfangen von russischen ballistischen Raketen" geübt.

Mehr zum Thema - Closed Skies – oder: Same procedure as last year!     

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