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Ohne USA: Europäische Länder sehen in Washington keinen Partner bei Impfstoffentwicklung

Ohne USA: Europäische Länder sehen in Washington keinen Partner bei Impfstoffentwicklung
Auch in Russland wird an einem Impfstoff gearbeitet, so im Biotechnologieunternehmen BIOCAD in Sankt Petersburg. (Archivbild vom 20. Mai 2020)
Nach Informationen des Handelsblatts schließen sich vier EU-Staaten zu einer Allianz zusammen, um die Entwicklung eines Impfstoffes voranzubringen, nachdem die USA sich wenig kooperativ zeigten. Auch für die globale Impfallianz Gavi sagte Berlin 600 Millionen Euro zu.

Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande wollen nach Informationen des Handelsblatts im internationalen Wettbewerb bei der Suche nach einem COVID-19-Impfstoff gemeinsam vorgehen, auch weil Washington in diesem Bereich sein Motto "America First" beherzigt. Ein Ministeriumsvertreter sagte demnach, dass Deutschland und Europa bei "realistischer Einschätzung" der Lage keine andere Wahl hätten.

Die vier EU-Staaten schließen sich somit zu einer Allianz zusammen, weil sie im geopolitischen Wettrennen um Corona-Impfungen nicht mehr auf die USA als Partner zählen. Mit vereinten Kräften wolle man sich zugunsten einer faireren Verteilung von Impfstoffen in der EU und darüber hinaus an deren Entwicklung beteiligen.

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Bisher sind Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande in Gesprächen mit Pharmaunternehmen über staatliche Forschungsgelder und Abnahmegarantien, berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf ein gemeinsames Schreiben der Gesundheitsminister der vier Länder an die EU-Kommission. Es gehe darum, "das schnellste und bestmögliche Ergebnis in den Verhandlungen mit Schlüsselakteuren der Pharmaindustrie zu erreichen". Nach Möglichkeit solle die Herstellung in der EU erfolgen.

Aber auch der britische Konzern AstraZeneca wird genannt, der an einem besonders vielversprechenden möglichen Impfstoff arbeite. Alle anderen Mitgliedstaaten seien eingeladen, sich den Bemühungen anzuschließen. Auch ist eine Zusammenarbeit mit Großbritannien, Norwegen, Singapur und Japan im Gespräch.

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Den CDU-Arzneimittelexperten Michael Hennrich zitiert das Handelsblatt mit klaren Worten bezüglich Washington:

Die amerikanische Vorgehensweise sollten wir uns nicht zum Vorbild nehmen. 

Es sei "richtig und notwendig", dass Deutschland sich gemeinsam mit seinen Partnern für eine faire Verteilung von Impfstoffen einsetze und dabei in Kooperation mit anderen Staaten vorgehe.

Damit bezog sich der Abgeordnete wohl auf frühere Berichte im März, dass Washington versucht habe, im Wettbewerb um den COVID-19-Impfstoff die deutsche Firma Curevac in die USA zu abzuwerben. Im Mai dann irritierte der britische Generaldirektor des französischen Konzerns Sanofi Paul Hudson mit der Aussage, dass die USA bei einem Impfstoff gegen das Coronavirus Vorrang hätten, da das Land als Erstes die Forschung unterstützt habe.

Der US-Präsident sieht Parallelen zwischen der Suche nach einem Impfstoff und der Entwicklung der Atombombe im Zweiten Weltkrieg. Die US-Regierung plant, insgesamt zehn Milliarden Dollar in die medizinische Erforschung des Coronavirus investieren, davon gingen bereits 1,2 Milliarden Dollar an AstraZeneca; darüber hinaus sollen die US-Gelder mehrheitlich an Pharmaunternehmen im eigenen Land gehen.

Globale Impfkampagne Gavi

Am Donnerstag sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) per Videobotschaft bei einer online übertragenen globalen Geberkonferenz außerdem der internationalen Impfallianz Gavi für die nächsten fünf Jahre eine Unterstützung in Höhe von 600 Millionen Euro zu.

Bisher habe Deutschland bereits Investitionen von 100 Millionen Euro zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie zugesagt. Sobald ein Impfstoff verfügbar sei, müssten die Voraussetzungen geschaffen sein, eine globale Impfkampagne zu starten, so Merkel.

Insgesamt erhofft sich Gavi Zusagen über umgerechnet rund 6,6 Milliarden Euro für Impfprogramme in den ärmsten Ländern der Welt. 300 Millionen Kinder sollen mithilfe des Geldes bis 2025 gegen Krankheiten wie Polio, Typhus und Masern geimpft werden.

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Gastgeber Großbritannien ist nach Angaben von Premierminister Boris Johnson mit einer Zusage von 1,65 Milliarden Pfund Sterling (rund 1,85 Milliarden Euro) größter Gavi-Geldgeber. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte 300 Millionen Euro zu. "Impfungen sind ein universelles Menschenrecht", sagte die Kommissionschefin ebenfalls per Videobotschaft.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigte in einer Videobotschaft an, den französischen Beitrag auf 500 Millionen Euro zu verdoppeln und 100 Millionen Euro zusätzlich bereitzustellen, sobald ein Impfstoff gegen COVID-19 verfügbar ist.

Die in Genf ansässige Globale Allianz für Impfstoffe und Immunisierung (Gavi) ist eine öffentlich-private Partnerschaft, die im Jahr 2000 in Davos mit dem Ziel gegründet wurde, den Zugang zu Impfungen insbesondere für Kinder gegen vermeidbare lebensbedrohliche Krankheiten in Entwicklungsländern zu verbessern.

Mitglieder sind Regierungen von Industrie- und Entwicklungsländern, die Weltgesundheitsorganisation, UNICEF, die Weltbank, die Bill & Melinda Gates Foundation, Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Impfstoffhersteller aus Industrie- und Entwicklungsländern sowie Gesundheits- und Forschungseinrichtungen und weitere private Geber.

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