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Luftfahrtgewerbe kündigt weltweit Hunderttausenden wegen Corona

Luftfahrtgewerbe kündigt weltweit Hunderttausenden wegen Corona
EasyJet-Flugzeuge parken auf dem Flughafen von Luton, Großbritannien.
Internationale Fluggesellschaften, die durch die Corona-Krise massive Verluste erlitten, bauen massiv ihre Belegschaft ab und lassen Tausende Menschen ohne Arbeit zurück. Wenn die Aussichten auf eine rasche Erholung schwinden, könnte es zu weiteren Einschnitten kommen.

Europas führende Airlines haben erklärt, dass sie wegen der sich rapide verschlechternden mittelfristigen Aussichten für die Luftfahrt Zehntausende von Arbeitsplätzen abbauen müssten, um die Kosten zu senken. Nach Ansicht des Generalsekretärs der British Airline Pilots' Association, Brian Strutton, droht den Beschäftigten in der Luftfahrt ein "Tsunami von Arbeitsplatzverlusten".

Bei Ryanair, Lufthansa, British Airways, Scandinavian Airlines und Air France-KLM könnten insgesamt bis zu 32.000 Arbeitsplätze wegfallen. Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair will bis Juni 3.000 Arbeitsplätze abbauen und 99 Prozent der Flüge am Boden halten. Bei British Airways sollen es 12.000 und bei Scandinavian Airlines 5.000 sein.

Den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Lufthansa AG, Carsten Spohr, dürfte das Ergebnis der Verhandlungen zwischen dem Luftfahrtkonzern und der Bundesregierung erfreut haben.

EasyJet kündigte am Donnerstag an, bis zu 30 Prozent der Belegschaft abzubauen und seine Flotte zu verkleinern, wobei CEO Johan Lundgren betonte, dies seien "sehr schwierige Entscheidungen", und hinzufügte:

Wir wollen sicherstellen, dass wir noch wettbewerbsfähiger als bisher aus der Pandemie hervorgehen, damit EasyJet in Zukunft erfolgreich sein kann.

Europas größte Fluggesellschaft Lufthansa, die ein staatliches Rettungspaket in Höhe von neun Milliarden Euro erhalten soll, bereitet sich weiterhin auf den Abbau von 18.000 Arbeitsplätzen vor. Die deutsche Fluggesellschaft soll Berichten zufolge bereits für 87.000 ihrer 135.000 Mitarbeiter Kurzarbeit beantragt haben oder dies planen.

Richard Bransons Virgin Atlantic plant den Abbau von mehr als 3.000 Stellen, um die Auswirkungen der Corona-Krise abzuschwächen.

Auch die europäischen Billigfluglinien üben Druck auf die verlassenen Flughäfen aus, damit diese als Gegenleistung für die Wiederaufnahme der Flüge ihre Gebühren senken. Wizz Air, Ryanair und EasyJet sollen Berichten zufolge lang anhaltende Gebührenermäßigungen oder -befreiungen von Flughäfen gefordert haben.

Ryanair erklärte, dass es "den Flughäfen Vorrang einräumen, die den folgenden Auslastungs-/Kostenmaßnahmen zustimmen" werde, als es einen "hundertprozentigen Gebührenverzicht" bis Oktober und tiefe Reduzierungen, die ein weiteres Jahr dauern, forderte.

EasyJet rief Flughäfen dazu auf, an 20-minütigen Skype-Sitzungen teilzunehmen, um zu diskutieren, wie sie die Airline bei der Wiederaufnahme des Betriebs unterstützen könnten und würden. Das Unternehmen erklärte:

Die Flughafengesellschaft will Tegel ab Juni für mindestens zwei Monate schließen. Der gesamte Berliner Luftverkehr soll danach über den Airport Schönefeld abgefertigt werden.

Wir bitten Sie, uns Ihr bestes Angebot zu unterbreiten, das die Art und Weise, wie wir unsere Kapazitäten einsetzen, stark beeinflussen wird.

Während die Pandemie zu einem 96-prozentigen Einbruch der Flugreisen innerhalb der Vereinigten Staaten führte, ist es den Fluggesellschaften des Landes aufgrund eines 25 Milliarden US-Dollar schweren Rettungspakets nicht gestattet, Entlassungen durchzuführen, da dies eine der Bedingungen war. Das Verbot gilt jedoch nur bis zum 30. September.

United Airlines hat der Belegschaft bereits mitgeteilt, dass sie für den 1. Oktober einen Stellenabbau von mindestens 30 Prozent plant. Berichten zufolge soll ein Drittel der 12.250 Piloten von United Airlines das Unternehmen möglicherweise verlassen müssen. Auch andere Fluggesellschaften, darunter Delta, warnten vor einem bevorstehenden Stellenabbau.

Rund 100.000 Mitarbeiter der vier großen US-Fluggesellschaften (American, United, Delta und Southwest) haben sich ebenfalls bereit erklärt, Gehaltskürzungen oder unbezahlten Urlaub zu akzeptieren, einige sogar für bis zu neun Monate.

American Airlines kündigte am Donnerstag an, dass es vorhabe, 30 Prozent seines Management- und Unterstützungspersonals abzubauen, was einem Abbau von etwa 5.000 Stellen entspricht, da die Pandemie das Unternehmen in Mitleidenschaft ziehe. Die Fluggesellschaft hatte Ende 2019 etwa 130.000 Beschäftigte, seitdem nahmen bereits etwa 39.000 freiwillig Urlaub oder gingen in den Vorruhestand.

Online-Werbung der Fluggesellschaft Ryanair

Neben anderen globalen Fluggesellschaften, die Personal abbauen wollen, warnte auch Qatar Airways, die mehr als 170 Ziele anfliegt, ihre Mitarbeiter vor "erheblichen" Entlassungen angesichts des Einbruchs der Nachfrage nach Flugreisen. Unterdessen versprach die AirAsia-Gruppe bereits, angesichts der weltweiten Luftfahrt-Krise alle Mitarbeiter in ihren Büchern zu behalten, obwohl 96 Prozent ihrer Flotte derzeit am Boden bleibt.

Der Luftverkehr gilt als einer der von der COVID-19-Pandemie am stärksten betroffenen Sektoren, wobei die International Air Transport Association (IATA) davor warnte, dass der Ausbruch des Virus zu Einnahmeverlusten von bis zu 314 Milliarden US-Dollar für die Fluggesellschaften führen werde.

In ähnlicher Weise teilte das Luftfahrtberatungsunternehmen CAPA Anfang dieses Monats mit, dass bis Ende Mai "die meisten Fluggesellschaften der Welt bankrott sein werden", wenn die Regierung und die Industrie nicht koordiniert eingreifen.

Die Liste der Fluggesellschaften, die bisher zusammengebrochen sind, Konkurs angemeldet oder den Betrieb eingestellt haben, umfasst die britische Regionalfluggesellschaft Flybe, Virgin Australia, die US-Regionalfluggesellschaft Trans States Airlines sowie Compass Airlines (die sich im Besitz von Trans States Holdings befindet), Air Italy, South African Airways, die beiden größten Fluggesellschaften Lateinamerikas Avianca und LATAM und noch einige andere.

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