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Warum sich Bill Gates gerade "schrecklich" fühlt

Warum sich Bill Gates gerade "schrecklich" fühlt
(Archivbild). Erfolgreich, einflussreich, aber umstritten: Bill Gates.
Kaum jemand polarisiert derzeit so sehr wie der Microsoft-Gründer und Multimilliardär. Die einen hoffen – dank seiner Unterstützung – auf einen Impfstoff gegen COVID-19, die anderen fürchten genau das. Währenddessen übt sich Bill Gates in Selbstvorwürfen.

"Kill Bill" – drastischer kann man eine Ablehnung gegenüber dem Microsoft-Gründer und Multimilliardär Bill Gates vermutlich nicht ausdrücken. Dieses martialische "Motto", genau genommen eine Mordaufforderung, findet sich immer öfter auf Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen.

Symbolfoto: Ursula von der Leyen und Bill Gates bei einer Pressekonferenz am 17. Februar 2017

Zumeist handelt es sich dabei um radikale Impfgegner, die zum einen von einer Verschwörung im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ausgehen, aber auch gleichzeitig glauben, den Hauptverantwortlichen für diese Verschwörung benennen zu können: Bill Gates natürlich.

Doch daran liegt es nicht, dass sich der schwerreiche US-Amerikaner nach eigener Darstellung gerade "schrecklich fühlt". Vielmehr leide er darunter, dass er den US-Präsidenten Donald Trump nicht hartnäckig genug vor den Gefahren eines großen Virenausbruchs gewarnt hatte, erklärte er in einem Interview mit dem Wall Street Journal.

In der Regel – so Gates – warne er Menschen, wann immer er könne, vor einer derartigen Gefahr. Das gelte auch für etliche Zusammentreffen mit einflussreichen Politikern. So habe er es auch bei einem Treffen mit Donald Trump im Dezember 2016 gehalten – doch offenbar sei er nicht "energisch" genug gewesen, so Gates heute zerknirscht:

Ich fühle mich schrecklich. Der ganze Sinn des Gesprächs war, dass wir Maßnahmen ergreifen und den Schaden minimieren könnten... Ich wünschte, ich hätte mehr getan, um auf die Gefahr aufmerksam zu machen.

Laut Gates seien zwar viele der Staats- und Regierungschefs in der Welt grundsätzlich mit seinen Vorschlägen einverstanden, hätten aber dennoch kaum Maßnahmen zur Vorbereitung gegen eine mögliche Pandemie getroffen. Das habe ihn angetrieben, selbst nach Lösungen zu suchen.

Wann immer ich nach Viren fragte, die die Atemwege angreifen, wie wichtig Schulen sind und wann man sie schließen muss, wie man die Übertragung reduzieren kann und auch, ob Masken tatsächlich helfen oder nicht – bekam ich auf solche Fragen keine soliden Antworten", so Gates.

Mit der im Jahr 2000 gegründeten Bill and Melinda Gates-Foundation widmen sich der ehemalige Unternehmer und seine Frau einer Reihe dringender Gesundheitsproblemen auf der ganzen Welt – darunter die Finanzierung von Behandlungen für das Ebola- und das Zika-Virus und nun auch den Auswirkungen von COVID-19. Allerdings nicht ganz ohne Eigeninteressen, wie so manche Kritiker einwenden.

Die Stiftung hat rund 250 Millionen US-Dollar für die Bekämpfung der Corona-Pandemie bereitgestellt. Für Gates ist es "die dramatischste Sache, die ich je in meinem Leben erlebt habe". Das Ziel der Investition: ein Impfstoff. Doch das sei nicht so einfach. Denn:

Niemand hat jemals Impfstoffe für 7 Milliarden hergestellt.

Neben dem Vorwurf des Eigeninteresses und auch gewissen Interessenkonflikten bemängeln Kritiker mittlerweile auch den Einfluss von Gates auf globale Gesundheitsorganisationen. Gates selbst widerspricht solcher Einschätzung: "Alles, was wir tun, ist, unser Geld auszugeben. Und wir teilen unser Wissen", so der Milliardär. Und: "Am Ende des Tages treffen nicht wir die Entscheidungen." Das dürfte seine Kritiker wohl kaum besänftigen.

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