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"Menschen sind keine Herden": WHO kritisiert "brutale Arithmetik" der Herdenimmunitätstrategie

"Menschen sind keine Herden": WHO kritisiert "brutale Arithmetik" der Herdenimmunitätstrategie
Während einige die Strategie der sogenannten Herdenimmunität befürworten, lehnt die Weltgesundheitsorganisation diese ab. Das Konzept stammt aus der Veterinärmedizin. Wenn eine genügend große Anzahl von Tieren erkrankt ist und sich immunisiert hat, könne man die Krankheit eindämmen.

Die von manchen Kreisen vorgetragene Idee, in Ermangelung eines Impfstoffs die Coronavirus-Pandemie durch das Erreichen einer sogenannten Herdenimmunität zu besiegen, könnte eine katastrophale Fehleinschätzung sein, warnte ein hoher WHO-Beamter.

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Das ist eine wirklich gefährliche, gefährliche Berechnung", sagte Michael Ryan, Leiter des Gesundheitsnotfallprogramms der Weltgesundheitsorganisation, auf einer Pressekonferenz am Montag. "Diese Vorstellung, dass vielleicht Länder, die laxe Maßnahmen hatten und nichts getan haben, plötzlich auf magische Weise eine Herdenimmunität erreichen – und was ist schon, wenn wir auf dem Weg dorthin ein paar alte Menschen verlieren?

Der Gesundheitsexperte warnte davor, direkte Vergleiche zwischen der Tierwelt und Menschen aufzustellen:

Menschen sind keine Herden", sagte Ryan und warnte, dass die Anwendung der gleichen Standards auf Menschen "zu einer sehr brutalen Arithmetik führen kann, die den Menschen und das Leben und Leiden nicht in den Mittelpunkt dieser Gleichung stellt".

Der Begriff stammt ursprünglich aus der Veterinärmedizin und bezog sich zunächst auf ein Konzept, das sich auf die Gesamtgesundheit der Bevölkerung konzentrierte und die einzelnen Tiere selbst wenig berücksichtigte. Die Idee beruht auf der Prämisse, dass, wenn ein großer Teil der Bevölkerung gegen eine Infektionskrankheit immun ist, die Wahrscheinlichkeit geringer ist, dass sie sich auf die Individuen ausbreitet, die es nicht sind. Ohne einen Impfstoff bedeutet dies jedoch, dass die meisten Menschen erkranken und die Krankheit überstehen müssen, um eine solche Immunität zu entwickeln. Der Preis dafür könnte hoch sein.

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Herdenimmunität sei auf Menschen nur insofern anwendbar, dass Wissenschaftler berechnen müssen, wie viele Personen geimpft werden müssen, damit eine Gesellschaft eine angemessene Herdenimmunität erreicht, sagte Ryan. Die Annahme, dass ein großer Teil der Weltbevölkerung bereits infiziert sei und eine milde Form von Covid-19 durchgemacht habe, sei durch vorläufige epidemiologische Studien widerlegt worden, fügte er hinzu.

Der Anteil schwerer klinischer Erkrankungen stellt tatsächlich ein höherer Anteil aller Infizierten dar", sagte Ryan und warnte davor, dass sich das neuartige Coronavirus als viel "ernster" herausgestellt habe, als ursprünglich angenommen.

Der WHO-Beamte bezog sich auf keinen bestimmten Staat, aber seine Äußerungen wurden als Kritik an Schweden und anderen Nationen ausgelegt, die sich geweigert hatten, strengere Maßnahmen gegen die Corona-Epidemie zu ergreifen, weil lokale Gesundheitsexperten argumentierten, dass auf diesem Weg Herdenimmunität erreicht werden könnte.

Die Idee der Herdenimmunität ist in einigen US-Medien nach wie vor populär. Es ermangelt nicht an Artikeln, in denen das Konzept diskutiert wird. Einige fordern sogar die Regierungen der Bundesstaaten auf, alle Beschränkungen aufzuheben und die Bevölkerung dazu zu drängen, anstelle eines Impfstoffs eine natürliche Immunität gegen die Krankheit zu entwickeln.

Washington zögert jedoch nach wie vor, diese Idee aufzugreifen, da Präsident Donald Trump kürzlich sagte, dass das Land "untragbare und inakzeptable" Verluste hätte  hinnehmen müssen, wenn es die Herdenimmunität gegenüber der Abriegelung bevorzugt hätte. Die USA sind derzeit mit über 1,3 Millionen Fällen und mehr als 80.000 Todesopfern der schlimmste Covid-19-Hotspot der Welt.

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