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Istanbul: Gewerkschafter vor Mai-Feier festgenommen

Istanbul: Gewerkschafter vor Mai-Feier festgenommen
In der türkischen Großstadt Istanbul wollten Gewerkschafter den Maifeiertag zumindest symbolisch am traditionellen Ort begehen, dem Taksim-Platz. Doch die Polizei ließ die Demonstranten nicht durch. Sie nahm mehrere Aktivisten fest.

Kurz vor einer geplanten nicht genehmigten Mai-Demonstration in der türkischen Metropole Istanbul nahm die Polizei mindestens 15 Teilnehmer fest. Das bestätigte ein Mitglied der Konföderation der Revolutionären Arbeitergewerkschaften DİSK, die die Mai-Demonstration organisierte. Auch die Vorsitzende der DİSK sowie die Vorsitzenden einiger dort organisierter Gewerkschaften sind demnach unter den Inhaftierten. Oppositionspolitiker waren ebenfalls vor Ort.

In Istanbul wie in 30 weiteren Städten und Provinzen gilt wegen der Coronavirus-Krise seit Donnerstag um Mitternacht und noch bis Sonntagnacht eine weitgehende Ausgangssperre.

In einem von der DİSK auf ihrem Twitter-Konto geposteten Video ist zu hören, wie die Polizei auf die Ausgangssperre verweist und zunächst anbietet, einige Demonstranten zum zentralen Taksim-Platz zu fahren, um dort Blumen niederzulegen. Mai-Kundgebungen waren aber auch in den vergangenen Jahren weitgehend verboten worden. Straßen, die zum Taksim-Platz sowie auf die große Einkaufsmeile İstiklal Caddesi führten, waren abgesperrt.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan während einer Rede am 18. März 2020 in Ankara.

Auch andernorts wurden am Freitagvormittag kleinere Gruppen von Demonstranten festgenommen. In der Hauptstadt Ankara waren es der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge sieben Menschen.

Immer wieder kam es zu Zusammenstößen zwischen Gewerkschaftern und Arbeitern, die den zentralen Feiertag der Arbeiterbewegung, den 1. Mai, auf dem traditionellen Taksim-Platz feiern wollten, und den Sicherheitskräften. In den 1970er-Jahren feierten die Gewerkschaften den 1. Mai auf dem zentralen Taksim-Platz mit mehreren Hunderttausend Teilnehmern.

Während den Maifeierlichkeiten im Jahr 1977 fielen plötzlich Schüsse in die Menge, die eine Massenpanik auslösten. Insgesamt starben 34 Menschen. Das Massaker ist immer noch nicht aufgeklärt worden, doch über eine Beteiligung des US-amerikanischen Geheimdienstes CIA wird spekuliert.

(dpa/rt deutsch)

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