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Nicht noch mehr Leichensäcke erwünscht: WHO-Chef warnt nach Trumps Rüge vor Corona-Politisierung

Nicht noch mehr Leichensäcke erwünscht: WHO-Chef warnt nach Trumps Rüge vor Corona-Politisierung
Nicht noch mehr Leichensäcke erwünscht: WHO-Chef warnt nach Trumps Rüge vor Corona-Politisierung
Nach harscher Kritik von Donald Trump an der Weltgesundheitsorganisation und seinen Drohungen, die Beitragszahlungen der USA zu stoppen, warnte Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus vor dramatischen Folgen für alle, die das Coronavirus für politische Zwecke missbrauchen.

Der US-Präsident warf der WHO unter anderem vor, zu Beginn der Corona-Krise zu langsam vorgegangen zu sein und nicht genug getan zu haben, um die weltweite Ausbreitung des Virus zu verhindern. Zudem beschuldigte Trump die Organisation, einen zu sehr auf China fokussierten Ansatz verfolgt zu haben. Er erwog sogar die Aussetzung der US-Beitragszahlungen an die UN-Behörde, die einen wesentlichen Teil an der globalen Finanzierung der Organisation bilden.

Henry Kissinger spricht auf dem Podium des George W. Bush Presidential Center's 2019 Forum on Leadership, Dallas, 2019, (Symbolbild)

Darauf wandte sich der WHO-Chef mit einem dramatischen Appell an die Staats- und Regierungschefs. Er rief sie dazu auf, die Rettung von Menschenleben in den Vordergrund zu stellen, anstatt die Corona-Pandemie zu politisieren. Die Zeitung The Hill zitierte Ghebreyesus' Warnung:

Wenn Sie ausgebeutet werden und noch viel mehr Leichensäcke haben wollen, dann machen Sie es. Wenn Sie aber nicht noch viel mehr Leichensäcke haben wollen, unterlassen Sie es, das Coronavirus zu politisieren.

Es gehe um nationale Einheit, das Arbeiten über ideologische und Parteigrenzen hinweg und schließlich um internationale Solidarität, so Ghebreyesus weiter. Er forderte alle Nationen dazu auf, "Einigkeit sicherzustellen", statt Länder gegeneinander auszuspielen. Nur so wäre es ihm zufolge möglich, "das Schlimmste" noch abwehren zu können.

Zurzeit käme es laut dem WHO-Chef auf einen Schulterschluss zwischen den USA und China an. Er erinnerte dabei an das Bündnis zwischen den USA und der ehemaligen Sowjetunion bei der Bekämpfung der Pocken zu Zeiten des Kalten Krieges. Beide Staaten hätten sich führend an der Ausrottung der Seuche beteiligt, was damals innerhalb von zehn Jahren gelungen sei.

Anschließend bedankte sich Ghebreyesus bei den Vereinigten Staaten für ihre "so weit großzügige Unterstützung" und setzte Hoffnung darauf, dass der Beitrag der USA an die Organisation weiterhin fortgesetzt wird. 

Die WHO ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, die sich zum größten Teil aus Spenden aus dem Privatsektor – vor allem von der Pharmaindustrie – und von Stiftungen finanziert. Nach der Ausrufung der höchsten Alarmstufe für die sogenannte Schweinegrippe H1N1 im Juni 2009 und einer von ihr abgegebenen zweifelhaften Impfempfehlung geriet die WHO massiv in die Kritik.

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