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"Clan-Patient" aus Klinik in Hannover abgereist: Kosten für Polizeischutz rund eine Million Euro

"Clan-Patient" aus Klinik in Hannover abgereist: Kosten für Polizeischutz rund eine Million Euro
Ein Helikopter der Bundespolizei auf dem Hubschrauberlandeplatz der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH): Am 21.02.2020 verließ der Montenegriner Igor K. die Klinik und wurde per Hubschrauber zum nächsten Flughafen gebracht.
Ein ungebetener Gast aus Montenegro ist aus der Klinik in Hannover abgereist. Die Diskussion um den Polizeischutz für diesen Patienten, der mutmaßlich einem Mafia-Clan angehört, dauert an. Die Kosten in Höhe von rund einer Million Euro tragen wohl die Steuerzahler.

Etwa zwei Wochen lang wurde Igor K. in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) behandelt, er soll dort mehrmals am Knie operiert worden sein. Die Behandlungskosten in Höhe von rund 90.000 Euro hat der Montenegriner selbst bezahlt. Der 35-Jährige aus der früheren Republik Jugoslawien, der mutmaßlich einem Mafia-Clan angehört, wurde Ende Januar in seinem Heimatland Montenegro durch neun Schüsse schwer verletzt.

Polizei Hannover kontrolliert derzeit alle Zufahrten und Wege auf dem Gelände der Medizinischen Hochschule Hannover. Schwer bewaffnete Beamte stehen an Eingängen. Ein mutmaßliches Mafia-Mitglied aus Montenegro soll derzeit auf der Intensivstation medizinisch versorgt werden.

Kosten für Polizeieinsatz geschätzt eine bis 1,6 Millionen Euro

Insgesamt 27 Kugeln sollen – den lokalen Medien zufolge – auf den 35-jährigen Unternehmer abgefeuert worden sein, als er an einem Bahnübergang im Vorort der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica anhalten musste. Er wurde in den Brust-, Bauch- und Oberschenkelbereich getroffen. Nachdem er zunächst in einem Krankenhaus in Podgorica behandelt worden war, kam er per angemietetem Privatjet am 7. Januar in Begleitung seiner Frau zur Weiterbehandlung nach Deutschland in das niedersächsische Krankenhaus.

Die deutsche Polizei befürchtete die Möglichkeit eines neuerlichen Anschlages in der deutschen Klinik und stellte daher schwer bewaffnete Beamte zum Schutz des Patienten ab. So sollten vorsorglich auch alle anderen Patienten, das Krankenhaus-Personal sowie die Besucher in der Klinik geschützt werden. Die Kosten dafür wird laut niedersächsischem Innenministerium wohl das Bundesland und damit letztlich der Steuerzahler tragen müssen. Und diese finanziellen Aufwendungen fallen nicht gerade mickrig aus:

Allein die Personalkosten für den Schutz des Montenegriners und die Bewachung des Krankenhauses würden sich auf rund 900.000 Euro belaufen. Die Polizei leistete fast 2.500 Schichten mit mehr als 16.000 Dienststunden insgesamt, erläuterte der Präsident der Polizei Hannover, Volker Kluwe, am Montag in einer Ausschuss-Sondersitzung des niedersächsischen Landtages. Aus dem Innenministerium wurde zudem am Donnerstag mitgeteilt, dass nach ersten Schätzungen etwas mehr als 100.000 Euro für Sachkosten hinzukämen. Dazu zählten Ausgaben für die Anmietung des Bundespolizei-Hubschraubers sowie für Dolmetscher.

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Patient ist abgereist – Behandlung hat personellen Konsequenzen  

Innenminister Boris Pistorius (SPD) sprach noch einen Tag zuvor von Kosten, die zwischen 1,3 und 1,5 Millionen Euro betragen würden. Auch der Bund der Steuerzahler in Niedersachsen spricht von einer noch größeren Summe als das Innenministerium. Für den Aufwand inklusive aller Personal- und Sachkosten, wie Verpflegung und Unterbringung auswärtiger Beamter, seien nach Verlautbarungen auf Bundesebene mehr als 1,6 Millionen Euro für den Einsatz auf dem Klinikum-Gelände zu veranschlagen. 

Der 35-Jährige wurde am vergangenen Freitag ausgeflogen. Mit einem Hubschrauber der Bundespolizei wurde er zum Flughafen und anschließend in einem Learjet nach Istanbul zur Weiterbehandlung gebracht. Die Behandlung des mutmaßlichen Mafia-Mitglieds kostete aber inzwischen auch den Ärztlichen Direktor und Vizepräsidenten der MHH, Andreas Tecklenburg, seinen Job. Er wurde mit sofortiger Wirkung freigestellt, teilte der niedersächsische Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) am Montag während der Sondersitzung im Landtag mit. Als Grund wurden "erhebliche Zweifel an der Organisation innerhalb der MHH" im Falle des Montenegriners genannt. Zwar habe die Affäre um die Behandlung nun ein Ende, doch werde die "der Steuerzahler ziemlich teuer zu bezahlen haben", wie der niedersächsischer Wissenschaftsminister Thümler feststellte.

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