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Gericht fällt Urteil zum Goldmünzenraub: Haftstrafen für drei Angeklagte – Ein Freispruch

Gericht fällt Urteil zum Goldmünzenraub: Haftstrafen für drei Angeklagte – Ein Freispruch
Archivbild: Ein Angeklagter verdeckt sein Gesicht während des Prozesses.
Nach gut einem Jahr hat das Berliner Landgericht sein Urteil zum Goldmünzenraub gefällt. Es sprach mehrjährige Haftstrafen gegen drei Angeklagte mit Clan-Hintergrund aus, die die 100 Kilogramm schwere Münze im März 2017 aus einem Berliner Museum gestohlen hatten.

Für den spektakulären Diebstahl einer 100 Kilogramm schweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum sind drei junge Männer zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt worden. Das Landgericht in der Hauptstadt sprach sie am Donnerstag des Diebstahls in besonders schwerem Fall schuldig. Ein 25-Jähriger wurde freigesprochen. Ihm sei keine Beteiligung an dem Coup vor knapp drei Jahren nachzuweisen. Die Urteilsverkündung war von großem öffentlichen Interesse begleitet.

Prozess wegen Münzdiebstahl, Berlin, Deutschland, 10. Januar 2019.

Zwei inzwischen 21 und 23 Jahre alte Männer aus einer polizeibekannten, arabischstämmigen Großfamilie bekamen eine Jugendstrafe von jeweils viereinhalb Jahren Haft. Ein damaliger Wachmann, der nach Überzeugung des Gerichts das Museum auskundschaftete, wurde zu drei Jahren und vier Monaten Gefängnis verurteilt.

Die beiden Männer aus der Großfamilie, die bereits zuvor kriminell aufgefallen waren, wurden zudem zu einem Werteersatz von 3,3 Millionen Euro verurteilt, was laut Gericht dem damaligen reinen Goldwert entspricht. Der Wachmann soll demnach 100.000 Euro zurückzahlen, dies war laut Gericht sein Anteil an der Beute. 

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Die Strafen sind noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft will prüfen, ob sie wegen des Freispruchs eines Angeklagten und der Anwendung des Jugendstrafrechts in Revision geht. Die Verteidiger verließen nach der Urteilsbegründung mit ihren Mandanten eilig das Gericht, ohne sich zu äußern. Die Angeklagten saßen nicht in Untersuchungshaft, auch die drei Verurteilten bleiben bis zu einer endgültigen Entscheidung auf freiem Fuß. Das Jugendstrafrecht kann für Täter bis zu 21 Jahren angewendet werden. Es ist milder als das Erwachsenenstrafrecht und berücksichtigt zum Beispiel Entwicklungsdefizite.

Die riesige Münze "Big Maple Leaf" mit einem geschätzten Wert von 3,75 Millionen Euro war in der Nacht zum 27. März 2017 aus einer Vitrine gestohlen und mit Schubkarre und Rollbrett abtransportiert worden. Die Diebe waren durch ein Fenster eingestiegen. 

Gestohlene Goldmünze – Alarmsicherung am Einstiegsfenster war defekt (Archivbild)

Die Beute ist bis heute verschwunden. Richterin Dorothee Prüfer sagte in der Urteilsbegründung, vermutlich wurde die Platte aus hochreinem Gold zerteilt, geschmolzen und verkauft – "oder nur versteckt". Wahrscheinlich habe die Familie die Verwertung organisiert. Mitten in der Stadt eine solche Tat zu begehen, brauche schon Dreistigkeit und Risikobereitschaft von ganz besonderer Güte, so Prüfer.

Goldpartikel und -späne waren in Autos der Clan-Familie sowie an Kleidung festgestellt worden. Auch hinterließen die Diebe laut Urteil DNA-Spuren an Tatwerkzeugen, beispielsweise an einem Seil.

Die kanadische Münze mit dem Bild von Königin Elizabeth II. war die Leihgabe eines Privatmanns. Die Königliche Kanadische Münze hatte 2007 nur fünf Exemplare von "Big Maple Leaf" geprägt. Das Bode-Museum gehört zum Weltkulturerbe Museumsinsel.

Mitglieder der Großfamilie, zu der zwei der drei verurteilten Männer gehören, waren schon wiederholt im Visier der Polizei. Im Sommer 2018 wurden 77 Immobilien beschlagnahmt, die dem Clan zugerechnet werden.

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(dpa/rt)

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