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Als "Bürger unseres Vaterlandes": Baulöwe spendet 100.000 Euro an Höcke-AfD

Als "Bürger unseres Vaterlandes": Baulöwe spendet 100.000 Euro an Höcke-AfD
Erst bescherte sein AfD-Landesverband dem FDP-Politiker Thomas Kemmerich den Wahlsieg in Erfurt, dann folgte ein warmer Geldregen in Form einer Großspende.
Nach der Wahl in Thüringen folgte für die AfD ein warmer Geldregen. Der Berliner Unternehmer Krawinkel ließ dem Landesverband 100.000 Euro zukommen. Dabei geht es ihm laut eigener Aussage um "mehr Demokratie". Doch auch SPD und CSU will er finanziell unterstützt haben.

Christian Krawinkel lautet der Name des Berliner Unternehmers, der der AfD im Februar dieses Jahres eine Großspende in Höhe von 100.000 Euro zukommen ließ.

Laut Bundestag ging der Beitrag am vergangenen Freitag bei der Partei ein, also zwei Tage nachdem im Erfurter Landtag der FDP-Politiker Thomas Kemmerich – auch mit Stimmen der AfD-Fraktion – zum Ministerpräsidenten gewählt worden war. Kemmerich trat später zurück und ist jetzt nur noch geschäftsführend im Amt. Am Montag nach der Wahl wurde die Spende auf der Homepage des Bundestages öffentlich gemacht.

Jörg Meuthen war der erste aber nicht der einzige AfD-Politiker, der von verdeckter Wahlhilfe profitiert hat, die wohl von der Schweizer Goal AG stammte. Bild: Neujahrsempfang der AfD in Münster im Jahr 2019.

Spenden, die im Einzelfall die Höhe von 50.000 Euro übersteigen, sind nach dem Parteiengesetz des Bundestages unverzüglich anzuzeigen. Anschließend werden diese als Bundesdrucksache veröffentlicht.

Der 73-jährige Krawinkel spendete die 100.000 Euro demzufolge dem Thüringer Landesverband der AfD unter der Führung von Björn Höcke. In einem entsprechenden Schreiben an die Geschäftsstelle heißt es demnach:

Aktuelle politische Ereignisse in Thüringen veranlassen mich, als initiative Spende unter dem Motto 'Für mehr Demokratie in unserem Land' dem AfD-Landesverband Thüringen eine Spende zukommen zu lassen.

In der Vergangenheit fiel Krawinkel vor allem durch seinen luxuriösen Lebensstil auf. Sein monetäres Glück machte der Lebemann vor allem in der Immobilienbranche. Laut den NachDenkSeiten landete Krawinkel seinen größten Coup mit der Vermietung einer Industrieanlage an die Stadt Berlin, die demnach plante, Flüchtlinge auf dem Gelände unterzubringen. Doch dazu kam es nie. Denn wie sich im weiteren Verlauf herausstellen sollte, war die Industrieruine überhaupt nicht für das Unterbringen von Menschen geeignet. Da die Flüchtlingszahlen im Sommer 2016 stark zurückgingen, verzichtete das Land Berlin auf die notwendige teure Renovierung und zahlte Jahr für Jahr, ohne dass das Areal überhaupt genutzt wurde. So flossen laut dem Bundesrechnungshof  über 4,6 Millionen Euro Steuergelder an den Baulöwen und seine Partner:

Geld stinkt nicht und wenn nun mit Steuergeldern, die zur Versorgung von Flüchtlingen gedacht waren, Plakate finanziert werden, mit denen gegen Flüchtlinge Stimmung gemacht wird, zeigt dies als Metapher, wie ein dilettantisch agierender Staat und skrupellose Immobilienspekulation am Ende die AfD stärken", führt Jens Berger für die NachDenkSeiten aus. 

Der Unternehmer will jedoch nicht nur an die Höcke-AfD gespendet haben. Auch andere Parteien seien demnach in den Genuss seines finanziellen Wohlgefallens gekommen. So erklärte Krawinkel auf Anfrage, er habe in der Vergangenheit bereits 100.000 Mark an die SPD in München und 20.000 Mark an die CSU gespendet.

15. Juni 2019, Filderstadt, Baden-Württemberg: Alexander Mitsch, Bundesvorsitzender der Werteunion, spricht auf der Jahreskonferenz. Die Werteunion ist eine konservative Gruppe innerhalb der CDU und CSU.

Ich werde auch weiterhin an verschiedene politische Parteien spenden, um meiner Meinung nach die fehlenden demokratischen Grundsätze in Deutschland durchzusetzen und den gezielten Lobbyismus endlich zu beseitigen", argumentierte Krawinkel.

In einem Schreiben an den AfD-Landesverband in Thüringen hatte er zu seiner Spende erklärt, dass er "parteipolitisch nicht gebunden" sei und lediglich seine Rechte als "Bürger unseres Vaterlandes" wahrnehme.

Der AfD-Politiker Malte Kaufmann kommentierte die Spende des Unternehmers auf Twitter:

Dieser Unternehmer hat Rückgrat! Und was für eine ausgezeichnete Begründung: 'Aktuelle politische Ereignisse in #Thüringen veranlassen mich, unter dem Motto 'Für mehr #Demokratie in unserem Land' das Geld zu spenden.

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