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"Kiez-Döner" Halle: Neues Einschussloch in Schaufensterscheibe entdeckt

"Kiez-Döner" Halle: Neues Einschussloch in Schaufensterscheibe entdeckt
(Archivbild). Der "Kiez-Döner" in Halle am 10. Oktober 2019. Einen Tag nach dem Angriff.
Gut vier Monate nach dem Terroranschlag von Halle ist an der Scheibe des angegriffenen Imbisses ein neues Loch entdeckt worden. Kriminaltechniker waren am Mittwoch vor Ort, um Spuren zu sichern. Wie ein Polizeisprecher sagte, wurden keine Projektile gefunden.

Ob es sich bei der Beschädigung im oberen Teil der Schaufensterscheibe um ein Einschussloch handelt, müsse noch geklärt werden. Das Team des Imbisses um den früheren Besitzer Izzet Cagac zeigte sich schockiert über das neue Loch. "Es hört einfach nicht auf", sagte Cagac der Mitteldeutschen Zeitung. "Jetzt kommt alles wieder hoch." Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sagte Cagac, er gehe nicht davon aus, dass der Laden gezielt angegriffen worden sei. "Ich möchte auch gar nicht glauben, dass das gezielt gegen uns gerichtet war."

Die Ermittler untersuchen einen Zusammenhang mit mehreren anderen ähnlichen Taten. "Insgesamt liegen der Polizei bisher Anzeigen zu neun verschiedenen Tatorten vor", teilten die Beamten mit. "Alle Sachbeschädigungen wurden mit einem bisher unbekannten Gegenstand verursacht und erwecken den Eindruck, dass hier jemand mit einer Schusswaffe hantiert hat", heißt es in der Polizeimeldung. Derzeit werde jedoch davon ausgegangen, dass keine scharfe Schusswaffe benutzt worden sei.

Im Januar waren Löcher in einer Scheibe des Bürgerbüros des SPD-Bundestagsabgeordneten Karamba Diaby in Halle entdeckt worden. In dem Fall ermitteln der Staatsschutz und die Staatsanwaltschaft. Diaby erhielt auch Morddrohungen. Außer Diabys Büro waren unter anderem das Justizzentrum, ein Geschäft für E-Zigaretten, ein Café und mehrere Gaststätten Ziele ähnlicher Angriffe.

Der "Kiez-Döner" war am 9. Oktober vorigen Jahres in der Nähe der Synagoge der Jüdischen Gemeinde Halle zum zweiten Tatort eines Terroranschlags geworden. Der Täter beschoss den Laden und tötete einen 20 Jahre alten Gast. Zuvor hatte er vergeblich versucht, in die Synagoge zu gelangen. Darin hatten sich viele Gläubige versammelt, um den höchsten jüdischen Feiertag, Jom Kippur, zu feiern.

Als der Täter an der Synagogentür scheiterte, erschoss er erst eine 40 Jahre alte Passantin und dann in dem nahen Dönerladen einen jungen Mann, der dort Gast war. Der Imbiss kämpft seit dem Anschlag mit wirtschaftlichen Problemen. Die Einnahmen seien massiv eingebrochen, der Imbiss habe seitdem nur noch ein Drittel des vorher üblichen Umsatzes gemacht, sagte der ehemalige Betreiber Izzet Cagac. "Noch kämpfen wir um den Laden", so Cagac.

Michel Friedman, Uwe Dziuballa, Janine Wissler, Frank Plasberg, Boris Pistorius und Georg Mascolo (v. l. n. r.) in der ARD-Talkshow

Er finanziere das Geschäft derzeit mit eigenen Mitteln, obwohl ihm der Laden offiziell nicht mehr gehört. "Aber wie lange ich das aushalte, weiß ich noch nicht." Ein bis zwei Wochen denke er voraussichtlich noch über die Entscheidung nach. "Ich möchte damit abschließen", sagte Cagac. Nach einer 40-tägigen Trauerzeit nach dem Anschlag hatte Cagac das Geschäft jenen Mitarbeitern geschenkt, die zur Tatzeit im Laden Dienst hatten.

Der 27 Jahre alte Attentäter, der die Taten gefilmt hatte, gestand den Anschlag und räumte rechtsextreme und antisemitische Motive ein. Er sitzt in Untersuchungshaft, eine Anklage wird bald erwartet.

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(rt/dpa)

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