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Nach Ankündigung auf Twitter: Messerattacke im Jobcenter Rottweil

Nach Ankündigung auf Twitter: Messerattacke im Jobcenter Rottweil
Polizei und Rettungskräfte nach dem Angriff vor dem Jobcenter in Rottweil
Im baden-württembergischen Rottweil griff ein Mann eine Mitarbeiterin des dortigen Jobcenters mit einem Messer an und verletzte sie schwer. Das Motiv ist noch unklar. Am Tag zuvor hatte der Mann das Verbrechen auf Twitter angekündigt.

Ein Mann griff am Donnerstag mit einem Messer im Jobcenter von Rottweil in Baden-Württemberg eine Mitarbeiterin an und verletzte sie dabei schwer. Die Polizei erklärte, der 58-jährige mutmaßliche Täter sei noch vor Ort festgenommen worden.

Symbolbild

Der Deutsche, dessen Name mit Uwe B. angegeben wird, habe einen Termin im Jobcenter wahrgenommen. Nach einem Beratungsgespräch habe er die Frau unvermittelt angegriffen. Die Hintergründe der Tat seien noch unklar. 

Die Frau wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht und dort notoperiert. Sie konnte nicht befragt werden. Über ihren Zustand wurden bislang keine Angaben gemacht.

Wie das Polizeipräsidium Konstanz und die Staatsanwaltschaft  Rottweil am Donnerstagabend mitteilten, sagte der Mann nach dem Angriff Kollegen des Opfers, sie könnten die Polizei rufen. Dann sei er ins Erdgeschoss des Gebäudes gegangen und habe sich dort ohne Widerstand festnehmen lassen.

Nach Angaben der Behörden äußerte sich der Mann bislang noch nicht zu der Tat. Am Freitag erließ ein Richter Haftbefehl wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung. Nach Medienberichten war der Mann zuvor nicht als Gewalttäter auffällig geworden. Er soll jahrelang ehrenamtlich in einer Suppenküche für Obdachlose gearbeitet haben, die von der Arbeiterwohlfahrt betrieben wird.

Am Freitag teilte der Sprecher der Rottweiler Staatsanwaltschaft Frank Grundke mit, dass der Mann seine Tat am Tag zuvor auf Twitter angekündigt habe. Er habe dort geschrieben:

Ich werde morgen eine Person des Jobcenters töten.

Die Polizei erklärte, sie hätte sofort Gegenmaßnahmen eingeleitet, wenn sie auf den Tweet aufmerksam gemacht worden wäre. Derartige Drohungen auf Twitter und in anderen sozialen Netzwerken sollten immer gemeldet werden. Der Account des Mannes ist inzwischen gesperrt.

Die Thüringer Landtagsabgeordnete Katharina König-Preuss von der Linken berichtete auf Twitter, dass der Mann auch antisemitische Aussagen geteilt hat. In ihrem Tweet ist auch eine Nachricht zu sehen, die der Mann offenbar nach der Tat geschrieben hatte. Darin heißt es:

Drei Stiche, warte auf Polizei.

Mitarbeiter von Jobcentern werden immer wieder Opfer gewalttätiger Angriffe. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA), die die 302 Jobcenter gemeinsam mit den Kommunen betreibt, haben die Einrichtungen ihre Ausgaben für Sicherheitsdienste deutlich erhöht. Im vergangenen Jahr seien dafür fast 20 Millionen Euro ausgegeben worden, etwa dreimal so viel wie im Jahr 2011.

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