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Nach "Umweltsau"-Lied: Morddrohungen gegen WDR-Mitarbeiter

Nach "Umweltsau"-Lied: Morddrohungen gegen WDR-Mitarbeiter
Heutiger WDR-Intendant Tom Buhrow, Hamburg, Deutschland, 29. August 2006.
Die vermeintlich satirische Umdichtung des Kinderliedes "Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad" sorgte nicht nur in sozialen Medien, sondern auch unter deutschen Politikern für Furore. Der Chef des WDR bietet Mitarbeitern aufgrund zahlreicher Morddrohungen nun Personenschutz an.

"Mit dem SUV zum Arzt, täglich ein Kotelett, zehnmal im Jahr eine Kreuzfahrt" – Omas kommen in der umgedichteten Version des Kinderlied-Klassikers "Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad" des WDR-Kinderchors nicht gut weg und werden zur "Umweltsau" erklärt. Mit den heftigen Reaktionen in den sozialen Medien und in der Politik hatte der WDR nicht gerechnet. Das Lied wurde unmittelbar aus der Mediathek und von der Facebook-Seite des Senders entfernt. Die Debatte ist damit jedoch nicht beendet. 

SPD-Chefin Saskia Esken wirft dem WDR-Intendanten Tom Buhrow vor, ihm fehle es an Rückgrat. Buhrow hatte sich nach der Welle der Empörung für den eigentlich humoristisch gemeinten musikalischen Beitrag entschuldigt. 

Diese Ansicht teilt auch die Gewerkschaft Verdi: 

Auf Twitter fragte Esken: 

Was darf Satire? Mich beunruhigt das, wenn Journalisten, Medienschaffende, Künstler in diesem Land keine Rückendeckung haben, weil Verantwortliche einem Shitstorm nicht standhalten. Mich beunruhigt das sehr. 

Lief erst als Comedy, dann als Satire: Der WDR-Kinderchor in Aktion

Gegen Mitarbeiter des WDR gibt es nun zahlreiche Morddrohungen. Der Intendant wandte sich daher an seine Mitarbeiter: 

WDR-Mitarbeiter*innen erhalten Morddrohungen. Wir bieten diesen Kolleg*innen Personenschutz an und gehen mit allen juristischen Mitteln dagegen vor. Wir werden alles tun, um unsere Mitarbeiter*innen zu schützen. 

Buhrow spricht von einer "Verrohung in der Gesellschaft", von der man sich nicht einschüchtern lassen dürfe. Seit 2013 ist er Intendant des Westdeutschen Rundfunks. In die Kritik geraten war Buhrow auch im Jahr 2009. Damals ging es um seine Nebentätigkeiten als Vortragsredner. Diskutiert wurde, ob diese mit seiner Tätigkeit als leitender Redakteur von ARD-aktuell vereinbar seien. 

CDU-Medienexperte Johannes Selle zeigte sich empört. Gegenüber der Bild sagte er: 

Es geht nicht um die Freiheit der Kunst oder Satire, es geht um Diffamierung! Es kann nicht sein, dass wir im Fernsehen unseren Kindern beibringen, ihre Großeltern als 'Umweltsau' zu beschimpfen. Die Freiheit zur Kunst ist NICHT die Freiheit zur Verunglimpfung!

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