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Tarifstreit zwischen Gewerkschaft und Lufthansa: Streikaufruf bei Germanwings über Silvester

Tarifstreit zwischen Gewerkschaft und Lufthansa: Streikaufruf bei Germanwings über Silvester
Abflugtafel im Terminal 2 am Flughafen München "Franz Josef Strauß": Rund 1.500 Flüge wurden am 7.11.2019 wegen eines 48-stündigen Streiks gestrichen.
Lufthansa kommt auch zwischen den Feiertagen nicht zur Ruhe. Der lange Tarifstreit zwischen der Airline und den Flugbegleitern eskaliert erneut. Die Kabinengewerkschaft UFO rief über Silvester zu einem dreitägigen Streik bei der Lufthansa-Tochter Germanwings auf.

Gestreikt werden soll von Montag 00.00 Uhr bis Mittwoch 24.00 Uhr, wie ein UFO-Sprecher am Freitag in Frankfurt mittels einer Videobotschaft mitteilte. Weitere könnten nach dem 2. Januar folgen.

Die Tochter Germanwings ist noch mit etwa 30 Flugzeugen für die Marke Eurowings unterwegs, soll aber perspektivisch mit dem Eurowings-Flugbetrieb verschmolzen werden. Das Management gebe den Mitarbeitern keine klare Perspektive für die Zukunft ihres Flugbetriebs, erklärte UFO-Vize Daniel Flohr. Diese Perspektivlosigkeit zeige sich auch in den Tarifthemen am Verhandlungstisch.

AUA-Mitarbeiter am Flughafen Wien Schwechat

Im November rund 1.500 Flüge mit rund 200.000 betroffenen Passagieren ausgefallen

Vor Weihnachten hatten die beiden Schlichter – der frühere Chef der Arbeitsagentur Frank-Jürgen Weise und der ehemalige brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) – die seit Monaten zerstrittenen Tarifparteien zu einem weiteren Schlichtungsvorgespräch eingeladen. Dabei sollte der genaue Umfang der Themen festgelegt werden.

Die Gewerkschaft teilte ihren Mitgliedern mit, es habe über die Weihnachtsfeiertage weitere Versuche der Schlichter für kurzfristige Lösungen gegeben. Diese Versuche seien erfolglos geblieben. Auch am Freitag wurde dem Vernehmen nach noch intensiv telefoniert, aber offenbar ebenfalls ohne Erfolg.

In dem Tarifkonflikt hat es bereits einen Warnstreik bei vier Lufthansa-Töchtern sowie einen zweitägigen Streik bei der Kerngesellschaft Lufthansa gegeben. Hier waren im November rund 1.500 Flüge mit rund 200.000 betroffenen Passagieren ausgefallen.

Die Lufthansa hat die UFO, mit der sie seit 2002 Tarifverträge geschlossen hat, in den vergangenen Monaten extrem hart bekämpft und sogar die Gewerkschaftseigenschaft in Frage gestellt. Der Konflikt kam im Jahr 2015 auf, als der damalige UFO-Chef Nicoley Baublies die bis dahin eher zahmen Flugbegleiter in den längsten Streik der Lufthansa-Geschichte geführt hatte. Erst nach einer komplizierten Schlichtung unter Matthias Platzeck wurden 2016 neue, für die alteingesessenen Flugbegleiter recht vorteilhafte Tarifverträge geschlossen.

Rund 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter – Forderung nach höheren Spesen und Zulagen

Gerüchteweise soll es seit dem Konflikt die Vorgabe aus dem Aufsichtsrat geben, dass Baublies das Unternehmen verlassen müsse. Dem 47-Jährigen wurde mehrfach gekündigt, es wurden angeblich überzahlte Bezüge zurückverlangt, und sogar einem Drogentest musste sich der einstige Kabinenchef (Purser) unterziehen. Die Gewerkschaft verlangt eine Aufarbeitung des Konflikts und die Rücknahme mehrerer Klagen auch gegen die beiden aktuellen Vorsitzenden der UFO, Sylvia De la Cruz und Daniel Flohr. Die Lufthansa spricht von unzulässigen Vorbedingungen und ist lediglich zu einem separaten richterlichen Güteverfahren bereit, das parallel zur Schlichtung laufen könnte.

Die UFO fordert in dem Tarifkonflikt für die rund 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter höhere Spesen und Zulagen sowie besseren Zugang für Saisonkräfte zu regulären Anstellungsverhältnissen.

Beide Seiten betonen immer wieder, eine möglichst umfassende Einigung mit einer Vielzahl tariflicher Themen anzustreben. Auf Grundzüge hatte man sich bereits im November bilateral geeinigt, war dann aber im gegenseitigen Misstrauen doch nicht zueinandergekommen. In der Zwischenzeit wurde Lufthansas Personalvorständin Bettina Volkens abberufen, die für einen moderateren Kurs gegenüber der UFO stand.

Zur Lösung des Konflikts hat der Tarifexperte des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Hagen Lesch, den Einsatz eines Mediators vorgeschlagen.

Hier scheint offensichtlich viel Vertrauen auf beiden Seiten verloren gegangen zu sein", sagte Lesch der Düsseldorfer Rheinischen Post. "Zunächst muss ein Mediator erst einmal mit den Parteien ausloten, ob sie überhaupt ernsthaft miteinander verhandeln wollen", sagte Lesch.

Die Gewerkschaft brauche offenbar mehr Belege dafür, dass die Lufthansa sie als Verhandlungspartner ernst nehme. Erst dann könne die eigentliche Schlichtung beginnen.

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(dpa/rt deutsch)

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