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Organspende macht Schule – Verein wirbt "ohne Beeinflussung" für Nachschub

Organspende macht Schule – Verein wirbt "ohne Beeinflussung" für Nachschub
Organentnahme, Unfallkrankenhaus Berlin, Deutschland, 12. Januar 2008.
Deutschland leidet unter einem Mangel an Organspendern. Der Bundesgesundheitsminister will das Thema in den Lehrplan einbringen. In einer Schule in NRW warb ein Verein für Organspender bei den Schülern um deren Spendenbereitschaft und verteilte Ausweise. Gegenargumente gab es keine.

Der Verein "Selbsthilfe für Organtransplantierer NRW" referierte Anfang Dezember in einer Schule in Nordrhein-Westfalen zum Thema Organspende. Es war die erste Werbeaktion dieser Art in einer Schule. Das erklärte Ziel der Veranstaltung sei "nicht die Beeinflussung der Schüler, sondern eine kritische Fragehaltung und eine reflektierte Entscheidung", so die Schule. 

Die Jugendlichen sollten dabei motiviert werden, sich eine eigene Meinung über das Thema Organspende zu bilden. Als Begründung wurde genannt, es handle sich angesichts der politischen Debatte durch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn um ein aktuelles Thema. 

(Archivbild). Gesundheitsminister Jens Spahn und Karl Lauterbach zeigen einen Organspenderausweis bei einer Pressekonferenz. Berlin, Deutschland, am 1. April 2019.

In der Aula der Schule fanden sich Schüler der Oberstufe zusammen. Diese hörten den Vortrag eines Mannes, der dank einer Herztransplantation ein neues Leben erhielt. Über die Geschichte des Spenders wusste der Betroffene nichts, dies sei in Deutschland auch nicht üblich. Es wurde ein positives Bild anhand des Schicksals eines ehemals Schwerkranken gezeichnet, welches die Jugendlichen berührte. Anschließend konnten die Schüler Fragen stellen. Dass es hier noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten gibt, zeigte die Frage eines Schülers, der wissen wollte, ob der Mann nun mit zwei Herzen in der Brust lebe. 

Die strittige Frage, ab wann ein Mensch als tot gilt, wurde nicht behandelt. Während in der Transplantationsmedizin der Hirntod eines Menschen als dessen Tod angesehen wird, sehen Kritiker diesen Zustand als Sterben an. So ist die Wissenschaft heute in der Lage, 70 Prozent der Menschen mit einem schweren Schädelhirntrauma zu retten. 

Da nicht alle anwesenden Schüler bereits die Volljährigkeit erreicht hatten, erklärte der Verein beim Austeilen der Organspendeausweise die Schüler könnten sich bereits mit 14 Jahren zur Organspende bekennen. Vielleicht würde dies, im Fall des Falles die Eltern der Kinder dazu bringen, dem Wunsch ihres Nachwuchs zu entsprechen. 

Organtransplantation ist ein sensibles Thema, das die Gesellschaft bewegt.

In Deutschland warten derzeit mehr als 10.000 Menschen auf eine Organspende, 8.000 davon auf eine Niere. Die Organe, die am meisten verpflanzt werden, sind Herz, Leber und Niere. 

Im europäischen Vergleich ist die Zahl der Organspender in Deutschland besonders niedrig. Daher will Gesundheitsminister Jens Spahn bei den Jugendlichen ansetzen. Ein Initiativplan, der gemeinsam mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation erarbeitet wurde, soll durch Unterricht für mehr Bereitschaft sorgen: 

Da eine Entscheidung gegen die Organspende mit der Vollendung des 14. Lebensjahres und die Entscheidung für die Organspende im Alter von 16 Jahren getroffen werden kann, ist es sinnvoll, bereits in der Schule mit der Aufklärungsarbeit zu beginnen. 

Durch eine Gesetzesänderung, die am 1. April 2019 in Kraft trat, erhalten Krankenhäuser mehr Zeit und Geld für Organtransplantationen. Damit, so Jens Spahn, würde den Krankenhäusern mehr Möglichkeiten gegeben, um den "10.000 Patienten Hoffnung" zu machen, die auf ein Spendeorgan warten. 

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