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"Zentrum für Politische Schönheit" schockt mit angeblicher Asche von NS-Opfern

"Zentrum für Politische Schönheit" schockt mit angeblicher Asche von NS-Opfern
Die aufgestellte Säule in Berlin.
Auch die neueste Aktion des "Künstlerkollektivs" erregt die Gemüter: Im Zentrum der Aktion steht eine zwei Meter hohe Säule, angeblich gefüllt mit Asche von Nazi-Opfern. Das behauptet zumindest das "Zentrum für Politische Schönheit" (ZPS).

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Von Montag bis Samstag hat das "Künstlerkollektiv" die Säule an historischer Stelle zwischen Kanzleramt und Reichstag errichtet. Auf dem Gelände der ehemaligen Krolloper wurde im März 1933 für das Ermächtigungsgesetz gestimmt, das eine wichtige Grundlage für die Diktatur der Nationalsozialisten gewesen ist.

Mit der Aktion will das Zentrum für Politische Schönheit Politiker von CDU und CSU davor warnen, in Zukunft eine Kooperation mit der AfD einzugehen. Mit gefälschten Briefköpfen wurden alle Mitglieder der Unionsfraktion im Bundestag eingeladen. Gekommen ist bisher keiner der Abgeordneten.

"Zentrum für Politische Schönheit" schockt mit angeblicher Asche von NS-Opfern
Die Liste mit den Politikern.

Kritik an der Aktion richtet sich vor allem gegen die angebliche Verwendung der sterblichen Überreste von Naziopfern.

"Zentrum für Politische Schönheit" schockt mit angeblicher Asche von NS-Opfern
Was ist drin in der Säule?

Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Uwe Becker nannte die Aktion "völlig geschmacklos. Die Verwendung der Asche von Naziopfern ist würdelos und verletzt das Andenken an die millionenfach ermordeten Jüdinnen und Juden Europas in schamloser Weise".

Eine Sprecherin der Bundesregierung teilte mit, man achte zwar die Kunstfreiheit, sollte es sich aber bewahrheiten, dass sich in der aufgestellten Gedenksäule Asche von Holocaust-Opfern aus Auschwitz befindet, wäre das "pietätlos und geschichtsvergessen".

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Der Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees Christoph Heubner sagte: "Auschwitz-Überlebende sind bestürzt darüber, dass mit diesem Mahnmal ihre Empfindungen und die ewige Totenruhe ihrer ermordeten Angehörigen verletzt werden." Der Zentralrat der Juden in Deutschland ordnete die Aktion auf Twitter als problematisch ein.

Das Zentrum für Politische Schönheit schreibt unterdessen auf seine Website, dass sich keine Asche aus Auschwitz in der Säule befindet. An 23 Orten in Deutschland, Polen und der Ukraine habe das ZPS in den vergangenen zwei Jahren mehr als 200 Bodenproben genommen. Allerdings, so das Kollektiv, nicht explizit in Gräbern.

Es gibt dort kein Grab, wo wir gesucht haben. Es gibt dort nur verscharrte Überreste, weggeschwemmte oder sedimentierte angekohlte Glieder, Finger, Hände, Teile von Armen, Beinen und Füßen. Menschen wurden in Dämmen verscharrt, in Flüsse gekippt, auf Felder gestreut. Sie wurden vergessen, verdrängt oder nie gesucht. Die Überreste – man hätte sie seit 74 Jahren nur suchen müssen.

Das Zentrum für Politische Schönheit beruft sich auch auf zwei Zitate aus Zeugnissen von Mitgliedern des Sonderkommandos KZ Auschwitz-Birkenau, die 1962 in Auschwitz entdeckt wurden.

Suchet weiter! Ihr werdet noch mehr finden!" Salmen Lewenthalam 15.8.1944. Oder Salmen Gradowski: "Teurer Finder, suche überall, auf jedem Zollbreit Erde. Suchet in der Asche. Die haben wir verstreut, damit die Welt sachliche Beweisstücke von Millionen von Menschen finden kann.

Am Dienstag hieß es vom Zentrum für Politische Schönheit, der Grabstein des früheren deutschen Reichskanzlers Franz von Papen werde nach Berlin gebracht. Auf der Website heißt es dazu: "Franz von Papen ist auf dem Weg nach Berlin, um die historische Schuld des deutschen Konservatismus aufzuarbeiten."

Das Künstlerkollektiv hat angekündigt, am kommenden Samstag ein Betonfundament für die Säule zu gießen, wenn über Crowdfunding genug Geld zusammenkommt. Dann ist die Bevölkerung zu einem "zivilgesellschaftlichen Zapfenstreich gegen die AfD" am Ort der Gedenkstätte eingeladen, so das Zentrum für Politische Schönheit.

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