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"Trau dich! Steig aus!" – AfD-Politiker fordern Mainstream-Journalisten zum Seitenwechsel auf

"Trau dich! Steig aus!" – AfD-Politiker fordern Mainstream-Journalisten zum Seitenwechsel auf
AfD-Abgeordnete haben ein neues Portal eingerichtet, auf dem Mainstream-Journalisten Manipulationen ihrer Redaktionen melden können. Damit – so die Politiker – solle die Qualität der Berichterstattung verbessert werden. Einige Reaktionen sind vorhersehbar: Negativ.

Eine Reihe von AfD-Politikern hat am Donnerstag ein Portal präsentiert, auf dem Mainstream-Journalisten "garantiert anonym und komplett vertraulich" Lügen und Manipulationen ihrer Redaktionen melden können. Auf der Seite https://mainstream-aussteiger.de/ werden die Journalisten so angesprochen:

Liebe Mitarbeiter der Mainstream-Medien,
sind Sie Journalist geworden, weil ihnen die Wahrheit und die unabhängige Information der Bürger am Herzen liegen?
Haben Sie die Nase voll von befristeten Verträgen und Stellenstreichungen?
Wollen Sie wieder in den Spiegel schauen können, ohne dabei Georg Restle und Anja Reschke zu sehen?
Dokumentieren Sie mit uns die schlimmsten Lügen und Manipulationen der Haltungsredaktionen und schicken Sie sie – garantiert anonym und komplett vertraulich – an diese E-Mail-Adresse: info@mainstream-aussteiger.de.

Reparatur am Logo des ARD-Hauptstadtstudios, November 2007

Unter dieser Ansprache findet sich ein Kontaktformular. Auch mehrere Videos sind verlinkt, darunter auch solche der US-amerikanischen Enthüllungsplattform Project Veritas. Project Veritas hatte erst vor wenigen Wochen mit der Veröffentlichung für Aufsehen gesorgt, nämlich mit einem Video, in welchem sich die ABC-News-Moderatorin Amy Robach gegenüber Kollegen darüber beklagte, dass sich ihr Sender vor vier Jahren strikt geweigert hatte, einen Beitrag über die kriminellen Aktivitäten Jeffrey Epsteins auszustrahlen, obwohl sie für diesen Beitrag ausführliches und eindeutiges Material zusammengetragen hatte. 

Im Impressum der Seite finden sich die Namen der AfD-Bundestagsabgeordneten Petr Bystron, Uwe Schulz, Nicole Höchst und Udo Hemmelgarn. Bystron warb auf Facebook für die neue Seite:

Das System des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wankt. Programmatische Armut und politische Meinungseinfalt führten in den letzten Jahren dazu, dass immer weniger Bürger das Programm der öffentlich-rechtlichen Anstalten sehen und finanzieren wollen.

In einem auf der Seite Deutschland-Kurier veröffentlichten Aufruf der AfD-Politiker heißt es:

Die meisten ARD/ZDF-Mitarbeiter sind vermutlich ehrliche, anständige Menschen, die diesen Beruf gewählt haben, weil sie ordentlichen Journalismus, gutes Fernsehen und Radio für die Bürger machen wollten – nicht für Correctiv, Ralf Stegner und Anetta Kahane. Viele sind enttäuscht und frustriert über die Wendung, die der öffentlich-rechtliche Apparat genommen hat, und machen sich ernsthafte Sorgen um ihre Zukunft.

Machen Sie sich wieder ehrlich! Sie werden sich nicht nur besser fühlen, Sie verbessern damit auch die Qualität der Berichterstattung Ihres Senders und tragen somit zur Sicherung Ihres Arbeitsplatzes bei.

Das Unternehmen Jimdo, auf dessen Servern das neue Angebot für "Mainstream-Aussteiger" zunächst gehostet war, löschte diese nach eigenen Angaben am Donnerstagmorgen, weil sie gegen "Richtlinien und Werte" des Unternehmens verstoßen und zu "antidemokratischem Handeln" aufgerufen habe. Die Seite war daraufhin eine Zeitlang nicht verfügbar. Mittlerweile wird sie offenbar bei einem anderen Dienstleister gehostet und ist wieder erreichbar.

Mainstream-Journalisten kritisierten die neue AfD-Seite in den sozialen Netzwerken scharf. Patrick Gensing, Leiter des Portals "Faktenfinder" auf tagesschau.de, bezeichnete das Portal auf Twitter als "Realsatire", das aber als Feindmarkierung und Einschüchterungsversuch ernstzunehmen sei. Der WDR-Journalist Georg Restle, von den AfD-Politikern als Beispiel für "Haltungsjournalismus" erwähnt, schrieb ebenfalls auf Twitter:

Die größten Fake-News-Schleudern gerieren sich als Journalistenbetreuer. So rührend wie infam.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV), der in der Vergangenheit wiederholt Unwahrheiten über RT Deutsch verbreitet hatte, nannte die Aktion auf Twitter "einfach nur widerlich" und wertete sie als "Provokation gegen den kritischen Journalismus".

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