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"Das war fast wie Mission Impossible": Polizei geht von vier Tätern beim Kunstraub in Dresden aus

"Das war fast wie Mission Impossible": Polizei geht von vier Tätern beim Kunstraub in Dresden aus
Forensiker der Polizei bei der Arbeit vor dem Residenzschloss in Dresden.
Nach dem spektakulären Kunstraub am Montag in Dresden geht die Polizei nun von vier Tätern aus. Eine heiße Spur gebe es noch nicht. Der Direktor des Grünes Gewölbes äußerte sich indes zu den Sicherheitsvorkehrungen im im Schatzkammermuseum.

Zwei Tage nach dem aufsehenerregenden Einbruch ins Historische Grüne Gewölbe in Dresden geht die Polizei inzwischen von vier Tätern aus. Die Polizeidirektion Dresden bestätigte am Mittwoch entsprechende Medienberichte. Demnach sollen neben den zwei Tätern, die im Inneren des Residenzschlosses auf einem Überwachungsvideo zu sehen sind, noch zwei weitere Verdächtige außerhalb des Gebäudes gewesen sein. Unterdessen hätten 205 Hinweise zu dem Fall die Polizei erreicht. Fortlaufend würden neue hinzukommen, hieß es.

Eine konkrete Spur zu den Tätern gebe es aber noch nicht, wie ein Sprecher der Polizei erklärte. Am Dienstag hatte die Polizei unter anderem bestätigt, dass zwei Brände unmittelbar vor und nach der Tat mit dem Einbruch in Verbindung stehen.

"Das war fast wie Mission Impossible": Polizei geht von vier Tätern beim Kunstraub in Dresden aus
Die Täter drangen durch dieses Fenster ein, nachdem sie die Gitterstäbe zuvor entfernt hatten.

Der Direktor des Grünen Gewölbes, Dirk Syndram, äußerte sich gegenüber der Sächsischen Zeitung zu Details der Sicherheit im Schatzkammermuseum: 

Unser Sicherheitssystem ist vor vier Jahren überprüft worden mit dem Ergebnis: alles bestens. Das war fast wie 'Mission Impossible', was die da veranstaltet haben.

Überrascht zeigte sich der Direktor davon, wie schnell das Glas der Vitrine zerstört werden konnte. "Das, was uns der Lieferant des Sicherheitsglases versprochen hat, wurde nicht gehalten." Man sei davon ausgegangen, dass man eine Viertelstunde mit einer Axt darauf einschlagen muss, bevor es beschädigt werden kann.

Inzwischen wurde das Residenzschloss wieder für Besucher geöffnet – mit Ausnahme des barocken Schatzkammermuseums. "Das bleibt vorerst geschlossen", sagte die Generaldirektorin Marion Ackermann der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD). Dort werde die Spurensicherung fortgesetzt.

SKD-Experten machen unterdessen eine Bestandsaufnahme der Verluste und Schäden, die die Juwelendiebe am Montagmorgen verursachten. Im Schloss befinden sich auch das Münzkabinett, die Rüstkammer und das Kupferstichkabinett.  

Neue Bedrohung für die Sicherheit von Museen

Die Diebe waren über eines der vergitterten Fenster in den Pretiosensaal eingestiegen und liefen dann gezielt ins Juwelenzimmer, den prächtigsten Raum des vom sächsischen Kurfürsten und polnischen König August dem Starken (1670-1733) eingerichteten Schatzkammermuseums.

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, sieht eine neue Bedrohung für die Sicherheit von Museen. Ermittlungsbehörden und Sicherheitsfachleute der Museen sollten sich zusammensetzen und beraten, wie darauf reagiert werden könne. "Wir sollten eine kleine Taskforce einsetzen, die sich genau darüber Gedanken macht aufgrund dieser ganz spezifischen neuen Gefährdungslage", sagte Parzinger.

Symbolbild: Besucher des Grünen Gewölbes, Dresden, Deutschland, 1. September 2006.

Für ihn ist es eine neue Dimension, Kunst "von höchst symbolischem Wert" wegen ihres Materialwertes zu zerstören. Es werde "auf barbarische Weise" geplündert, wie das Geschehen in der sächsischen Schatzkammer zeige."

Die Gefahr ist sehr groß, dass die einzelnen Pretiosen dann zerlegt werden, die Diamanten und andere Edelsteine herausgelöst und möglicherweise geschliffen werden, damit man nicht erkennt, dass es alte Stücke sind, und sie weiterverkauft", so Parzinger

Kulturstaatsministerin Monika Grütters will das Thema "Sicherheit in Museen" durch eine Fachtagung mit dem Deutschen Museumsbund stärker in den Blick nehmen.

Angesichts generalstabsmäßig organisierter, hochkrimineller Täter ist der noch stärkere Schutz unserer Museen und Kultureinrichtungen eine Aufgabe von höchster Priorität", so die Staatsministerin.

SKD stellt sich hinter Wachleute

Die SKD verteidigten unterdessen das Vorgehen der beiden Wachleute in der Sicherheitszentrale nach dem dreifachen Alarm. Sie hätten wegen der auf den Videobildern sichtbaren brutalen Gewalt der Diebe auf die Polizei gewartet und nicht selbst eingegriffen. Die diensthabenden Wachleute waren zudem unbewaffnet.

Im Schloss gibt es laut SKD mehrere Sicherheitszentralen, die mit je zwei Personen rund um die Uhr besetzt sind. Jährlich würden acht Millionen Euro für den Schutz der wertvollen Gegenstände ausgegeben. Die Ausbildung der Wachleute privater Sicherheitsfirmen sei zudem intensiviert worden.

Der Direktor des Grünen Gewölbes will nun den entstandenen Schaden beziffern und der Polizei möglichst genaue Beschreibungen der Verluste übergeben, "auf dass diese dann erkannt werden". Syndram durfte am Dienstag erstmals zum Tatort und selbst Fotos machen. Nach einer ersten Einschätzung ist von den drei kostbarsten Juwelengarnituren weniger gestohlen worden als befürchtet. Einige sehr wichtige Objekte seien weg, aber andere verloren geglaubte nicht, hieß es.

(dpa/rt deutsch)

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