Deutschland

Mord an Fritz von Weizsäcker – Tat wegen Mitarbeit an "Agent Orange" 30 Jahre im Voraus geplant

Durch einen Stich in den Hals verstarb der Sohn des Alt-Bundespräsidenten von Weizsäcker. Der Täter begründet sein Motiv mit der Tätigkeit von dessen Vater bei einem Pharma-Unternehmen, das in Verbindung mit den USA für den Vietnamkrieg Agent Orange herstellte.
Mord an Fritz von Weizsäcker – Tat wegen Mitarbeit an "Agent Orange" 30 Jahre im Voraus geplantQuelle: www.globallookpress.com © Christiane Oelrich

Die Staatsanwaltschaft zu dem Motiv des mutmaßlichen Mörders an dem Chefarzt Prof. Dr. Fritz von Weizsäcker: 

Gregor S. handelte aus wahnbedingten allgemeinen Abneigungen des Beschuldigten gegen die Familie des Getöteten. 

Der Hass des 57 Jahre alten Tatverdächtigen aus Rheinland-Pfalz speiste sich aus der früheren Tätigkeit von Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker für das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim (1962-1966). Das deutsche Unternehmen war an der Herstellung des Entlaubungsmittels Agent Orange mit dem US-Konzern Dow Chemical beteiligt, indem es diesem Zwischenprodukte lieferte. 

Das Herbizid Agent Orange kam während des Vietnamkriegs und im Laotischen Bürgerkrieg zum Einsatz. US-Streitkräfte versprühten das Mittel, um dem Feind die Tarnung zu nehmen. Die Verunreinigung mit TCDD (Tetrachlordibenzodioxin) führte zur Erkrankung Hunderttausender. Bei den Nachkommen entstanden schwere Fehlbildungen. Entschädigt wurden die Millionen Betroffenen Vietnamesen bis heute nicht. Der Täter sagte, er fühle eine Verbundenheit zum vietnamesischen Volk. 

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Richard von Weizsäcker hatte zu Lebzeiten gesagt, er habe selbst nichts von der Beteiligung der deutschen Firma an der Herstellung des Entlaubungsmittels gewusst und bedauere diesen Einsatz. Eigentlich wollte Gregor S. den Alt-Bundespräsidenten bereits vor 30 Jahren ermorden. Nun traf der Hass auf die Familie den 59 Jahre alten Sohn bei einem Vortrag in der Schlosspark-Klinik in Berlin-Charlottenburg. Mit einem Messer stach er dem Arzt in den Hals. Polizeilich bekannt war Gregor S. zuvor nicht. 

Nach dem Mord entstand eine Debatte über die Sicherheit der Krankenhäuser. Zugangskontrollen aber, so der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft Gerald Gaß, seien nicht möglich. Dies würde den Ablauf im Klinikalltag zu sehr behindern.

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