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Bernd Lucke nach den Hörsaal-Protesten: Die Störer wollen die Meinungsherrschaft

Bernd Lucke nach den Hörsaal-Protesten: Die Störer wollen die Meinungsherrschaft
Protest gegen Lucke am Mittwoch in Hamburg
Nachdem Störer in der vergangenen Woche seine Vorlesung an der Uni Hamburg verhinderten, meldet sich Bernd Lucke in einem Gastbeitrag zu Wort. Den Störern sei es um die Durchsetzung ihrer Meinungsherrschaft gegangen. Sie hätten dabei aber den Bogen überspannt.

Die Debatte um die durch protestierende und pöbelnde Studenten verhinderte Vorlesung des Wirtschaftsprofessors Bernd Lucke an der Universität Hamburg am Mittwoch vergangener Woche setzt sich fort. Am Donnerstag hatte Lucke gegenüber RT Deutsch noch erklärt, keine Interviews zu geben. Er müsse diese Geschehnisse nicht kommentieren.

Am Wochenende allerdings veröffentlichte der Mitbegründer und frühere Vorsitzende der AfD einen ausführlichen Gastbeitrag für das Springer-Blatt Welt am Sonntag, in dem er den Protestierenden vorwarf, ihn niedergeschrien zu haben, um auf diese Weise Herrschaftsansprüche durchsetzen zu wollen:

Den Störern liegt an der politischen Meinungsherrschaft: Sie wollen darüber entscheiden, was richtig und was falsch ist. Wird mein politisches Wirken nicht gutgeheißen, darf ich meinem Beruf nicht nachgehen.

Nach Auffassung des Professors sei der Mechanismus, mit dem auch an anderer Stelle Machtansprüche durchgesetzt würden, bei der Aktion so stark überdehnt worden, dass dies allgemein Empörung hervorgerufen habe:

Dieser Mechanismus besteht darin, dass man die Positionen von politisch Andersdenkenden vergröbert und verzerrt wiedergibt, um sie möglichst nachhaltig zu diskreditieren. Wer den Euro kritisiert, ist ein Antieuropäer, wer das Kopftuch verbieten will, ist ein Islamfeind, wer Greta kritisiert, ein Klimaleugner.

Gewiss, es gibt auch faire Diskussionspartner, aber sehr oft findet man in der öffentlichen Debatte die effektvolle Entstellung der gegnerischen Position: Wer Abtreibungen ablehnt, will die Frauen zurück an den Herd, wer Seenotrettung nicht mit einer Eintrittskarte in die EU verbinden will, ist inhuman, und wer in der AfD ist, ist ein Rassist.

An all diese Verzerrungen sei man längst gewöhnt, aber dass ein Professor als "Nazischwein" tituliert und die Freiheit der Lehre angegriffen werde, sei dann doch zu weit gegangen; die Störer hätten den Bogen überspannt. Lucke wiederholte seine Kritik am Universitätspräsidenten und der Hamburger Wissenschaftssenatorin. Diese hatten in einer gemeinsamen Erklärung zwar die Freiheit der Lehre betont, zugleich aber festgestellt, dass "diskursive Auseinandersetzungen" vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte ausgehalten werden müssten.

Lucke war am Mittwoch daran gehindert worden, seine erste Vorlesung seit seiner Rückkehr an die Universität abzuhalten. Mehrere hundert Störer schrien ihn nieder, und skandierten die Losungen "Hau ab", "Alerta Alerta Antifascista" und "Nazischweine raus aus der Uni!". Der Professor, der während der vergangenen fünf Jahre Abgeordneter des EU-Parlaments war, wurde auch mit Papierkugeln beworfen und angerempelt.

Die Aktion der Störer war in den sozialen Netzwerken überwiegend auf Ablehnung gestoßen. Nicht wenige Kritiker zogen Parallelen zur NS-Zeit. Doch es gab auch begeisterte Zustimmung, auch hier gab es entsprechende historische Einordnungen. 

Für Aufsehen sorgte, dass mit Robin Mesarosch auch der Social-Media-Referent im Bundestagsbüro von Außenminister Heiko Maas die Störer in hohen Tönen lobte. Lucke sei Gründer der "erfolgreichsten deutschen Nazi-Partei seit der NSDAP" und habe nichts in einem Hörsaal verloren: "Die Studierenden in Hamburg retten gerade die Ehre dieser Gesellschaft."

Am Mittwoch wird Lucke erneut versuchen, im Agathe-Lasch-Hörsaal der Universität Hamburg seine Vorlesung zu geben. Am Donnerstag vergangener hielt der Professor bereits – weitgehend störungsfrei – ein Seminar ab.

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