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Importierter Bürgerkrieg? Kurden-Attacke auf türkisches Café in Herne

Importierter Bürgerkrieg? Kurden-Attacke auf türkisches Café in Herne
Polizeieinsatz am Montagabend in Herne
Im nordrhein-westfälischen Herne kommt es am Rande einer Kurden-Demonstration gegen die türkische Intervention in Syrien zu Ausschreitungen. Fünf Menschen werden verletzt. Seit dem Beginn der türkischen Insavion mehren sich derartige Gewalttaten in Deutschland.

In Herne in Nordrhein-Westfalen kam es bei einer kurdischen Demonstration gegen die türkische Militäroffensive in Syrien am Montagabend zu Ausschreitungen. Dabei wurden nach Angaben der Polizei fünf Menschen verletzt.

Demnach hätten sich gegen 18 Uhr rund 350 Menschen überwiegend kurdischer Abstammung  zu der angemeldeten Demonstration unter dem Motto "Hände weg von Rojava" versammelt. Die zunächst friedliche Demonstration wurde auf ihrem Weg nach Informationen der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung aus einer Trinkhalle heraus durch Handzeichen provoziert.

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Bei diesem Handzeichen dürfte es sich um den sogenannten "Wolfsgruß" türkischer Rechtsextremisten gehandelt haben, der dem in deutschen Kindergärten bekannten "Leisefuchs" oder "Leisehasen" gleicht. Demonstrationsteilnehmer stürmten daraufhin den Kiosk, zerstörten eine Scheibe und verletzten einen Mann und eine Frau, die sich darin aufhielten.

Zu einer weiteren Eskalation kam es an einem türkischen Café an der Kreuzung von Schulstraße und Viktor-Reuter-Straße. Laut Polizei wurde aus dem Café eine Flasche auf den Demonstrationszug geworfen. Daraufhin hätten mehrere Demonstranten das Lokal gestürmt. Dabei seien ein Polizeibeamter und eine weitere Person verletzt worden.

In dem Café seien Schaufensterscheiben und Mobiliar zerstört worden. Nach Angaben des freien Journalisten Sebastian Weiermann wird das Lokal von türkischen Nationalisten betrieben. Nach anderen Angaben handelt es sich um das Café eines türkischen Kulturvereins.

Nach dem Abschluss der Demonstration am dafür geplanten Ort habe der Versammlungsleiter, laut Polizei ein deutscher Staatsbürger, der regelmäßig Demonstrationen in Herne abhält, versucht, einige Teilnehmer zu beruhigen. Dabei soll er selbst aus der Demonstration heraus angegriffen und verletzt worden sein.

Die Polizei blieb auch nach Ende der Kundgebung mit starken Kräften vor Ort; auch Hubschrauber waren im Einsatz. Die Stimmung auf der Demonstration nannte die Polizei "ziemlich aufgebracht". Nach deren Ende sei es aber zu keinen weiteren Ausschreitungen gekommen.

Seit Beginn der türkischen Offensive in Nordsyrien gegen die Kurdenmiliz YPG ist es in Deutschland wiederholt zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Türken und Kurden gekommen. Am Donnerstag vergangener Woche wurden bei Krawallen im Umfeld einer Demonstration in Berlin-Kreuzberg unter anderem Polizisten attackiert. In Villingen-Schwenningen in Baden-Württemberg wurde am Wochenende ein Mann schwer verletzt.

In Deutschland leben über eine Million Menschen kurdischer Abstammung, viele von ihnen in Nordrhein-Westfalen, Berlin und Hamburg. Der Politikwissenschaftler und Türkeiexperte Burak Çopur beschrieb die Lage am Sonntag gegenüber dem ZDF so:

Wir sitzen hier in Deutschland auf einem Pulverfass … Die Stimmung hierzulande kann man nicht isoliert von der politischen Entwicklung in der Türkei betrachten, die sich eins zu eins in Deutschland widerspiegelt.

Eine Eskalation zwischen beiden Volksgruppen sei nicht auszuschließen, so der Professor der Hochschule IUBH Dortmund: 

Je nachdem, in welcher Länge und mit welcher Intensität die völkerrechtswidrige Invasion der Türkei in Nordsyrien andauert, werden auch die Polarisierung und die Konflikte zwischen Deutsch-Türken und Deutsch-Kurden zunehmen.

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